Mobile World Congress 2015: Wearables- und Gadget-Neuvorstellungen, die begeistern

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Mobile World Congress 2015: Wearables- und Gadget-Neuvorstellungen, die begeistern

Im ersten Teil der Berichterstattung über den Mobile World Congress 2015 haben wir Ihnen die neuesten Smartphones und Sonys Edeltablet Z4 vorgestellt. Dieser Artikel dreht sich nun hauptsächlich um Wearables - und alle übrigen Gadgets, die eine Erwähnung verdient haben.

In Sachen Smartwatch ließen es LG und vor allem Huawei krachen, und auch Pebble zeigte seine neue, bei Kickstarter höchst erfolgreiche neue Iteration namens Time. 

Die chinesische Variante von Huawei, schlicht Watch genannt, war eine der Überraschungen der Messe und setzt auf ein rundes, 1,4 Zoll großes Display, eingefasst in Edelstahl und Saphirglas und mit Unisex-Appeal. Das Armband kann gewechselt werden, es stehen Leder- und Stahlbänder zur Verfügung. 

Was die Technik angeht, hat Huawei einen Schrittzähler, optischen Herzfrequenzmesser, ein Barometer sowie einen 6-Achsen-Sensor verbaut. 

Die Auflösung der auf Android Wear basierenden Uhr liegt bei 400 mal 400 Pixel, was die bislang schärfste Darstellung bei Wearables bedeutet, wohl auch bedingt durch den Kontrast von 10000:1 des Amoled-Displays, dessen Durchmesser eine Gesamtbreite von 42 Millimeter aufweist.

Neben 40 anpassbaren Ziffernblättern werden Gesundheitstipps angezeigt, ebenso Daten von Drittapps wie Jawbone oder Google Fit. Zu einem Punkt schweigt Huawei indes: Der Akkulaufzeit des wasserdichten Geräts, dem bislang kritischen Punkt bei Wearables. Trotzdem ist die Watch ein Hingucker und der derzeit wohl potenteste Konkurrent zu Apples kommendem Wearable Apple Watch. Erscheinen soll sie im Juni.

LG Watch Urbane

Ebenfalls keine Angabe zur Akkulaufzeit macht LG bei seiner Watch Urbane. Das goldene oder silberne Edelstahlgehäuse der Smartwatch wurde im Vergleich zur Watch R von 10,0 auf 9,7 Millimeter Dicke gestutzt und soll sowohl Frauen als auch Männer ansprechen. Informationen werden auf einem 1,3 Zoll großen, runden OLED-Display mit einer Auflösung von 320 mal 320 Pixeln dargestellt. Die für 30 Minuten wasserdichte Uhr bietet einen Pulsmesser und läuft mit Android Wear, ein Android-Smartphone mit dem Betriebssystem in Version 4.3 wird also benötigt. Ansonsten ist sie in Punkto Hardware nahezu identisch zur R, Qualcomms Quadcore-Prozessor Snapdragon 400 ist mit 1,2 Gigahertz getaktet, 512 Megabyte Arbeitsspeicher und ein Flash-Speicher von vier Gigabyte stehen zur Verfügung, Strom liefert ein 410 mAh großer Akku. 

LTE-Variante kommt 

Eine besondere Variante ist das Schwestermodell Watch Urbane LTE. Sie läuft ohne Android Wear und bietet ein LTE-Modem, dementsprechend ist bis auf die einmalige Einrichtung kein Smartphone zum Betrieb von Nöten. Angetrieben wird die Uhr von LGs eigenem Betriebssystem webOS, das die Koreaner im Februar 2013 von HP erwarben. Ein Zug, der an Samsung erinnert. Dort kommt neben Android Wear ebenfalls das hauseigene Betriebssystem Tizen zum Einsatz, um sich aus der Abhängigkeit von Google zu befreien. Neben LTE und diversen Sensoren, darunter ein Sensor für Galvanische Hautreaktion, stehen noch Bluetooth, NFC und WLAN im n-Standard auf der Ausstattungsliste, ferner eine Telefoniefunktion. Wie der Bruder ohne LTE wird die Uhr von einem Snapdragon 400 angetrieben, der Arbeitsspeicher wurde von 512 Megabyte auf ein Gigabyte aufgestockt. Der Akku ist 700 mAh stark, die Uhr soll bis zu vier Tage lang laufen. Eine Besonderheit stellt die dedizierte Sportler-App dar, die sich an Golfer, Radfahrer und Wanderer richtet. 

Fokus auf Fitness

In puncto Fitnessbänder haben neben Huawei mit dem Talkband B2 auch HTC das Grip vorgestellt. Für das Grip kooperieren die Taiwanesen mit dem Sportartikelhersteller Under Armour. Es bietet ein leicht gebogenes, monochromes Touch-Display mit einer Auflösung von 32 mal 160 Bildpunkten, GPS, Bluetooth 4.0 Low Energy und ist nach IP57 wasserdicht. Es verbindet sich sowohl mit Android- als auch iOS- und Fitness-Geräten wie Pulsmessern und zeigt Daten wie etwa die zurückgelegte Strecke oder den Kalorienverbrauch an. Schlafphasen werden ebenfalls aufgezeichnet. Der GPS-Sensor trackt die zurückgelegte Strecke, entpuppt sich aber als Energiefresser, der den 100 mAh-Akku binnen fünf Stunden leersaugt. Ist GPS deaktiviert, soll das Armband 2,5 Tage laufen. Es wird drei verschiedene Größen geben, in den USA wird das Band 199 US-Dollar kosten. 

Huawei Talkband B2

Mehr Laufzeit bietet Huaweis Talkband B2. Es verbindet sich mittels Bluetooth oder NFC mit Android 4.4- oder iOS-Geräte und besteht aus einem entnehmbaren Bluetooth-Headset, mit dem auch telefoniert werden kann, sowie einem Fitnesstracker. Die 15-Millimeter breiten Metallbänder können ausgetauscht werden. Das Amoled-Display ist 1,4 Zoll groß, darunter verbirgt sich ein Sensor mit sechs Achsen, der verschiedene Daten erfasst und auch verschiedene Alltagssituationen erkennen und unterscheiden kann, etwa Joggen, Bergsteigen oder Klettern. Für schusselige Anwender wurde eine Funktion eingebaut, die das TalkBand B2 über das Smartphone anklingeln lässt, um es wiederzufinden. Verfügbar soll es Ende April für 169 Euro in der Standardausführung sein. Die Premiumversion in Gold kommt mit einem zusätzlichen Lederarmband und kostet 30 Euro Aufpreis. 

Das Talkband N1 wiederum ist ein drahtloser,  nach IP54 wasser- und staubdichter Bluetooth-Kopfhörer und MP3-Player, der einen integrierten Fitnesstracker aufweisen kann.  Gespeichert werden die Musikdateien auf vier Gigabyte Flashspeicher. Ist das Smartphone verbunden, können sportliche Aktivitäten gemessen und analysiert werden. Für das TalkBand N1 verlangt Huawei 119 Euro, Marktstart ist Mai.

Musiker Will.I.Am will künftig mit seiner Firma i.am+ auch auf dem Wearable-Markt mitmischen. Die Puls-Smartwatch - oder Fitnessarmband, ist mit 400 US-Dollar recht teuer geraten. Für das Geld erhält der Käufer ein intelligentes, recht großes Armband, das über einen 1,7-Zoll Touchscreen verfügt und mit dem man auch telefonieren und texten kann, ohne dass ein Smartphone gekoppelt ist. Bedient werden kann es auch über den Sprachassistenten AneedA, der auf Nuance basiert und auf die Suchmaschione Wolfram Alpha zugreift. Das Betriebssystem ist eine Eigenentwicklung, an Hardware-Specs sind noch derGPS-Sänger, 1 Gigabyte Arbeitsspeicher, 16 Gigabyte Flashspeicher und Bluetooth zu nennen. Erste Tests geben dem Gadget bislang jedoch kein gutes Zeugnis.

Sandisk USB Drive Type C

Streng genommen kein Wearable, aber zwei portable Neuigkeiten hatte auch der Speicherexperte Sandisk im Gepäck. Der Dual USB Drive Type C vereint die USB-Typen A und C an einem Stick. Der 32-Gigabyte-Speicherriegel kann somit am neuen Typ C, als auch am weit verbreiteten Typ A angeschlossen werden. Wie die Lese- und Schreibraten des USB 3.0-Geräts sind, hat Sandisk nicht verraten. Er soll wie die microSDXC-Karte mit 200 Gigabyte im zweiten Quartal auf den Markt kommen. Es ist die erste microSDXC-Karte im 200 Gigabyte-Bereich. Allerdings war es dem Konzern nicht möglich, die 2014 vorgestellte 128 Gigabyte-Version zu verdoppeln. Dies sei aufgrund des Platzmangels in den kleinen Karten nicht möglich. Der Preis: teure 357 Euro. Dafür soll die Leseleistung mit bis zu 90 Megabyte pro Sekunde ausfallen. Die 128 Gigabyte-Variante kostet inzwischen 80 Euro im handel, bietet dafür aber nur bis zu 48 Megabyte pro Sekunde.

Für Sportler interessant ist die GoPro-Konkurrenz des chinesischen Herstellers Xiaomi: Umgerechnet gerade mal 64 Euro kostet die kleine ActionCam, die einen 16-Megapixel-Exmor R CMOS-Sensor von Sony verbaut hat. Gefilmt wird 1080p-Video mit 60 Bildern pro Sekunde, die Inhalte werden auf 64 Gigabyte internem Speicher gesichert. Die Kamera ist bis zu einer Tiefe von 40 Metern wasserdicht und kann mittels Smartphone-App bedient werden. Wer will, kann damit auch gleich das gedrehte Material bearbeiten und teilen. Ob die Kamera nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der praktischen Anwendung überzeugt, dürfte eine spannende Sache werden.

Qualcomm will Apple Konkurrenz machen

Chipgigant Qualcomm hat auf dem Mobile World Congress ebenfalls zwei Ankündigungen im Gepäck gehabt. Zum einen haben die Amerikaner den Touch-ID-Konkurrenten Sense ID vorgestellt, eine Methode zum Fingerabdruckscan mittels Ultraschall. Die soll sicherer und zuverlässiger sein als andere biometrische Authentifizierungen, da Schweiß oder Hautcreme nicht die Erkennung beeinträchtigen. Zudem werden auch Schweißporen sowie Tiefeninformationen erfasst und als Merkmal verwendet. Abfotografierte Fingerabdrücke würden nicht zur Überlistung des Systems führen, so der Hersteller. 

Außerdem stellte Qualcomm den Snapdragon 820 vor, die erste Smartphone-64-Bit-Chip-Eigenentwicklung des Unternehmens. Gefertigt wird der SoC, der nicht auf ARM-Design basiert und in einem FinFET-Prozess gefertigt wird, vermutlich im 16 Nanometer-Verfahren von TSMC oder Samsung beziehungsweise Globalfoundries im 14 Nanometer-Verfahren. Möglich ist, dass sich Qualcomm für die Zeroth genannte Plattform vom big.LITTLE-Design  abwendet und stattdessen viele identische, gleichzeitig sparsame Recheneinheiten in der neuen Kryo-Architektur verbaut. Details zur Grafikeinheit, Modem oder Arbeitsspeicher gibt es nicht. 

Qualcomm-Konkurrenz aus Taiwan

Ebenfalls zwei neue Prozessoren hat Qualcomms taiwanesische Konkurrenz von Mediatek vorgestellt. Der neue Tabletprozessor mit der Bezeichnung MT8173 verfügt über zwei von ARMs flinken A72-Kernen, die bis zu 2,4 Gigahertz takten, ferner zwei sparsame Cortex A53-Kerne sowie eine PowerVR GX6250-Grafikeinheit mit bis zu 700 Megahertz im big.LITTLE-Gespann. Die Grafikeinheit unterstützt OpenGL ES 3.1, decodiert H.265-Videos mit UltraHD-Auflösung und 30 Bildern pro Sekunde und unterstützt 120-Hertz-Bildschirme. Die maximale Auflösung liegt bei 2.500 mal 1.600 Pixel, Kameras dürfen bis zu 20 Megapixel aufweisen. Gefertigt wird der Chip im 28 Nanometer-Verfahren.

Für Smartphones hat Mediatek noch den Mittelklasse-SoC MT6753 angekündigt. Er verfügt über acht Cortex A53-Kerne mit einer maximalen Taktfrequenz von 1,5 Gigahertz. Die Mali-T720-Grafikeinheit unterstützt OpenGL ES 3.0 und Open CL 1.2. Der Chip beherbergt ein Modem mit CDMA2000- und LTE-Cat 4 mit bis zu 150 MBit pro Sekunde im Downstream und bis zu 50 MBit pro Sekunde im Upstream, Kameras können maximal 16 Megapixel aufweisen, Displays dürfen mit FullHD und 60 Bildern pro Sekunde arbeiten. Dual-Band-WLAN und Bluetooth 4.0 werden ebenfalls unterstützt. 

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