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Verfassen des perfekten Lebenslaufs: Antworten auf 15 der häufigsten Fragen

Was gehört zum perfekten Lebenslauf? Mit unseren Lebenslauf-Tipps vermeiden Sie typische Fehler und präsentieren Ihren Werdegang im bestmöglichen Licht.

Verfassen des perfekten Lebenslaufs: Antworten auf 15 der häufigsten Fragen

15 Antworten auf häufige Fragen zum Verfassen des perfekten Lebenslaufs

Der Lebenslauf ist häufig das wichtigste Beurteilungskriterium für die Einladung zu einem Einstellungsgespräch. Wir verraten, wie Sie Ihr Curriculum Vitae so aussagekräftig wie möglich gestalten und Formfehler vermeiden – und sich damit optimale Chancen auf den Job verschaffen!

Karriereexperte Christoph Stehr hat 15 der häufigsten Fragen bezüglich des Lebenslaufs aus seiner Berufspraxis zusammengestellt und liefert hier die passenden Antworten:

  • Wie werde ich für Arbeitgeber sichtbar?

Haben Sie einen Lebenslauf erstellt, können Sie ihn bei Monster hochladen. Da Arbeitgeber täglich auf Monster nach passenden Kandidaten für freie Stellen suchen, werden Sie so für die zuständigen Personaler sichtbar.

Lebenslauf hier hochladen

Grundregel Nummer eins: das Wichtigste zuerst. Ja, Sie sind zur Schule gegangen, haben dann studiert und danach Ihre erste Stelle gefunden. Aber wenn Sie Ihren Lebenslauf so aufbauen, beginnen Sie mit dem, was Ihren neuen Arbeitgeber am wenigsten interessiert.

Vorlagen für einen tabellarischen Lebenslauf können Sie sich kostenlos herunterladen. Mit praktischen Kommentaren und Erläuterungen wird Ihnen das Ausfüllen erleichtert.  

An den Anfang des Lebenslaufs gehören Ihre Berufserfahrungen, dann kommt das Studium. Die Schulzeit können Sie in einem Punkt abhandeln. Dabei genügt der letzte Abschluss, etwa „Staatliches Mustermann-Gymnasium, Musterstadt – Allgemeine Hochschulreife“. Als frischgebackener Absolvent haben Sie (hoffentlich) bereits Erfahrung in Praktika oder Nebenjobs gesammelt, die Sie unter der Berufserfahrung auflisten sollten, um sie gut sichtbar zu machen.

Achten Sie bei allen Punkten auf eine umgekehrt chronologische Gliederung – Sie sortieren also vom aktuellsten bis zum am weitesten zurückliegenden Ereignis.

  • Womit kann ich richtig Eindruck machen?

Die gesamte Bewerbung – und damit auch der Lebenslauf – ist praktisch ein schriftliches Verkaufsangebot. Die besten „Verkaufsargumente“ sollten Sie daher unter einem eigenen Gliederungspunkt zusammenfassen, etwa als „Besondere Stärken und Erfolge“. Dabei dürfen sich Informationen durchaus auch einmal wiederholen, denn als „Käufer“ sind Personalchefs das gewohnt.

Bei dieser Gliederung können Sie auch Dinge zusammen aufführen, die eigentlich inhaltlich nichts miteinander zu tun haben. In einer Aufzählung dürfen also „Stipendiat der XY-Stiftung“, „Drei Fremdsprachen in Wort und Schrift“ und „Ehrenamtliches Engagement als …“ ohne Weiteres untereinanderstehen. Oft wirken diese Punkte so sogar deutlich beeindruckender.

Und genau das ist das Ziel: Ihr Lebenslauf soll beeindrucken. Aus diesem Grund lautet auch ein ehernes Bewerbungsgesetz: Im Zweifel für den Aufschneider. Seien Sie nicht bescheiden. Wenn es um Fremdsprachenkenntnisse geht, sind „gute Kenntnisse“ die unterste Stufe. Gerade bei Englisch sollten es zumindest „sehr gute Kenntnisse“ sein. Natürlich sollten diese Angaben dann aber auch den realen Gegebenheiten entsprechen.

  • Auf welche Details sollte ich verzichten?

Achten Sie bei Ihrem Lebenslauf darauf, nicht zu viele Details zu erwähnen. Welchen Beruf Ihre Eltern ausüben, interessiert inzwischen niemanden mehr, ebenso wenig wie die Religionszugehörigkeit – es sei denn, Sie bewerben sich bei einem kirchlichen Arbeitgeber.

Bei einem Mittdreißiger wirkt die Erwähnung des Pkw-Führerscheins ebenso seltsam wie die Abiturnote, auch wenn Sie vielleicht noch immer stolz auf die Eins vor dem Komma sind. Ein Foto oben rechts auf dem Lebenslauf kann hinsichtlich des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes problematisch sein. Andere Personaler legen allerdings Bewerbungen, die kein Foto beinhalten beiseite. Derzeit ist es in Deutschland weiterhin üblich ein Foto auf dem Lebenslauf zu haben. Mehr zum Thema Bewerbungsfoto lesen Sie hier.

Persönliche Details sind heutzutage sehr viel mehr reduziert als sie zur Zeit der vorherigen Generation einmal waren: Somit wird der Geburtsname wird nicht erwähnt, ebenso wenig wie Namensänderungen durch Scheidung, Adoption und Ähnliches.

Hierzu gehören außerdem die Namen und/oder Berufe der Eltern oder meines Ehepartners.

  • Kann ich digitale Medien mit einbinden?

Für einen perfekten Lebenslauf ziehen Bewerber heute viele Register: Homepage, Video, Podcast, Facebook, Twitter. Das Einfügen von HTML-Links ist selbst in der digitalen und technischen Branche noch eher üblich. Es setzt sich jedoch mehr und mehr für Bewerbungen durch, in denen ein digitales Portpolio erwartet wird. Hierzu gehören etwa Web Designer Jobs oder Application Entwickler Jobs.

Wenn Sie neue Medien im Lebenslauf nutzen wollen, ist es absolut entscheidend, dass diese von hochwertiger Qualität sind – sonst lassen Sie lieber die Finger davon.
Überfrachten Sie den Lebenslauf auch nicht. Es muss nicht jede technische Spielerei sein, ein gutes Video reicht, um den Personalchef zu überzeugen, dass Sie ein „Digital Native“ sind. Solange der Lebenslauf in der klassischen Form noch die gängige Variante ist, sollte er die Hauptinformationsquelle für den Personalchef sein – und Multimedia-Präsentationen nur die Kür.

  • Wie gewichte ich die Rubriken Persönliches, Ausbildung und Berufserfahrung richtig?

Es gibt hier zwar keine feste Regel, aber folgende Aufteilung hat sich bewährt:

  1. Bei Berufsanfängern sollten persönliche Daten und Interessen etwa 20 Prozent ausmachen, die Ausbildung und Soft Skills 80 Prozent.
  2. Bewerber mit Berufserfahrung nutzen für Persönliches etwa 10 Prozent, 30 Prozent für die Ausbildung und 60 Prozent für die berufliche Laufbahn. ↑ nach oben
  • Wie gehe ich mit Lücken in meinem Lebenslauf um?

Lücken im Lebenslauf sind bei Bewerbungen immer schwierig, denn viele Personalchefs vermuten dann, dass es sich beim Bewerber um einen „Problemfall“ handelt und sortieren die Bewerbung direkt aus.

Weist Ihr Lebenslauf Lücken auf, fügen Sie – zusätzlich zu den regulären Angaben im Lebenslauf – nach den persönlichen Daten ein „Kurzprofil“ mit den wichtigsten Punkten aus den Abschnitten „Ausbildung“ und „Berufserfahrung“ ein. Damit lenken Sie die Aufmerksamkeit weg von den Lücken und hin zu Ihren Stärken.

Versuchen Sie nicht, die Lücken im Lebenslauf mit kleinen Mogeleien oder gar Lügen zu füllen, denn das wird früher oder später auffliegen. Rücken Sie diese Lebensabschnitte stattdessen in ein möglichst positives Licht.

Hier einige Beispiele:

  • Vermeiden Sie das Wort „arbeitslos“, schreiben Sie stattdessen lieber „Phase der Berufsorientierung“.
  • Waren Sie längere Zeit ohne Beschäftigung, erläutern Sie, dass Sie diese Zeit für die berufliche Weiterbildung genutzt haben – etwa, um Ihre Fremdsprachen- oder PC-Kenntnisse zu vertiefen.
  • Haben Sie einige Monate das elterliche Ladengeschäft geführt, weil Ihre Eltern krank waren, ist das für den Personalchef eine durchaus positive „Lücke“. Denn so eine Tätigkeit erfordert Organisationstalent, Eigeninitiative und möglicherweise auch Führungskompetenz.
  • Längere Auslandsaufenthalte werden ebenfalls positiv bewertet, denn sie bringen viel Lebenserfahrung mit sich. Elternzeit oder Pflege von Familienangehörigen werden inzwischen auch als Pluspunkt verbucht.
  • Eine „Zeit der Neuorientierung“ gilt heutzutage ebenfalls nicht mehr als Negativpunkt, sondern vielmehr als wertvolle Erfahrung.

Haben Sie Lücken im Lebenslauf, dann seien Sie lieber feige. Waren Sie ein halbes Jahr lang auf Hawaii surfen, wird das den Personalchef kaum beeindrucken. Also schreiben Sie, was er lesen will – ohne dabei zu lügen. Das würde nämlich spätestens dann auffallen, wenn er nach Arbeits- oder Praktikumszeugnissen fragt. Füllen Sie die Lücke in Ihrem Lebenslauf daher kreativ.

Eine längere Arbeitslosigkeit nach dem Studium geht zum Beispiel als „Berufsorientierung“ durch. Vielleicht haben Sie auch Ihre wissenschaftliche Arbeit fortgeführt, die Sie mit Ihrer Abschlussarbeit begonnen haben. Liegt die Lücke zwischen zwei beruflichen Stationen, können Sie die erste soweit „verlängern“, wie es das Arbeitszeugnis hergibt – Resturlaub oder eine Phase der Freistellung brauchen Sie nicht zu erwähnen.

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  • Was, wenn mein Lebenslauf sehr lang wird?

Für den Lebenslauf gilt die goldene Regel: nicht länger als zwei Seiten im A4-Format. Ist Ihr Lebenslauf umfangreicher, fangen Sie nicht an, eine kleinere Schrift zu verwenden und die Abstände zwischen den Abschnitten zu kürzen. Darunter leiden Lesbarkeit und Übersichtlichkeit, und die sind für Personalchefs sehr wichtig.

Konzentrieren Sie sich stattdessen aufs Wesentliche: Lassen Sie beispielsweise Weiterbildungsmaßnahmen oder Praktika weg, die für diese Firma unerheblich sind. ↑ nach oben

  • Wie detailliert sollten meine Angaben zum Familienstand sein?

Die Angabe des Familienstands ist mittlerweile nicht mehr verpflichtend. In der Regel ist es nur dann sinnvoll, dazu etwas zu schreiben, wenn Sie sich einen Vorteil davon erhoffen. Bewerben Sie sich zum Beispiel für einen Job, bei dem Sie häufiger spät oder am Wochenende arbeiten müssen, kann die Angabe „ledig“ beim Familienstand durchaus Ihre Chancen erhöhen. Andernfalls ist eine solche Angabe eher altmodisch. ↑ nach oben

  • Soll ich persönliche Eigenschaften wie zum Beispiel Soft Skills aufführen?

Soft Skills helfen Ihnen besonders dann zu werben, wo Ihnen nötige Erfahrung fehlt. Achten Sie darauf welche Weichfähigkeiten für das Unternehmen besonders von Bedeutung sind und erklären Sie anhand eines Beispiels, wie Sie diese Skills angewandt haben.

Bewerben Sie sich beispielsweise auf einen Projektleiter-Posten, können Sie Ihre Tätigkeit im Vorstand Ihres Sportvereins erwähnen und dabei ergänzen, dass Sie federführend bei der Organisation des Vereins und dessen Veranstaltungen sind. Damit belegen Sie nicht nur Ihr Engagement, sondern auch Ihr Organisationstalent. Zudem zeigen Sie, dass Sie mit begrenztem Budget und termingerecht arbeiten können und Führungskompetenz besitzen – das alles sind Eigenschaften, die ein guter Projektleiter haben sollte.

  • Wie wichtig ist der Abschnitt „persönliche Interessen“?

In der Regel genügen drei bis vier Angaben, denn es geht hier nicht darum, Ihr aktives Freizeitverhalten zu dokumentieren. Denken Sie daran, dass Personalchefs Angaben stets deuten und daraus Schlüsse ziehen.

Wenn Sie beispielsweise angeben, dass sie eine Extremsportart ausüben, werden Sie wahrscheinlich als übertrieben risikofreudig eingeschätzt. Üben Sie dagegen eine Mannschaftssportart aus, sagt dies einiges über Ihre Teamfähigkeit aus.
Selbstverständlich gilt aber auch hier: Immer bei der Wahrheit bleiben. ↑ nach oben

  • Welche Zusatzqualifikationen und Fortbildungsmaßnahmen soll ich nennen?

Haben Sie mehrere Zusatzqualifikationen erworben und an zahlreichen Weiterbildungsmaßnahmen teilgenommen, sollten Sie eine gezielte Auswahl treffen – nicht zuletzt, um Ihren Lebenslauf nicht zu überfrachten. Beschränken Sie sich auf die Punkte, die für Ihren potentiellen Arbeitgeber relevant sind. ↑ nach oben

  • Was, wenn ich nur sehr kurz bei einem Unternehmen angestellt war?

Ist die kurze Anstellung auf äußere Umstände zurückzuführen, können Sie diese ruhig nennen, etwa „Beendigung des Arbeitsverhältnisses wegen Insolvenz des Unternehmens“ oder „… wegen Umstrukturierungsmaßnahmen nach Fusion mit Unternehmen XY“. Auch eine Anstellung für die Dauer eines bestimmten Projekts ist generell kein Problem. Hier können Sie in den Fokus rücken, dass Sie als Spezialist als Verstärkung für das Team angestellt wurden.

Hat sich Ihr Arbeitgeber aus „persönlichen“ Gründen von Ihnen getrennt, können Sie die Anstellung eventuell als befristetes Arbeitsverhältnis oder Praktikum bezeichnen – selbstverständlich dürfen Sie auch hier nicht offen lügen, wenn es sich anbietet, können Sie die Tatsachen aber ruhig etwas „kreativ“ darstellen. Oder Sie erklären, dass Sie sich beruflich neu orientieren wollten. ↑ nach oben

  • Wann ist ein Lebenslauf in Englisch angebracht?

Einen Lebenslauf auf Englisch sollten Sie nur dann einreichen, wenn das ausdrücklich im Stellenangebot verlangt wird. Ansonsten sollten Sie Ihren Lebenslauf grundsätzlich in der gleichen Sprache verfassen, in der auch die Stellenanzeige verfasst wurde. Alternativ können Sie sich auch an der offiziellen „Unternehmenssprache“ der Firma orientieren, bei der Sie sich bewerben. ↑ nach oben

  • Was, wenn in meinem Lebenslauf kein roter Faden erkennbar ist?

Ein fehlender roten Faden, also mangelnde Geradlinigkeit im Lebenslauf, wird von Personalchefs meist als mangelnde Konsequenz und häufig als schlechte Lebens- oder Berufsplanung gewertet.

Wer zum Beispiel alle zwei Jahre nicht nur die Firma, sondern gleich auch die Branche wechselt, weiß offensichtlich nicht richtig, was er will – so die Denkweise der Personaler. Sie sollten sich daher bemühen, die Gründe für Ihre beruflichen Wechsel möglichst nachvollziehbar darzulegen. Dabei gilt selbstverständlich: Bleiben Sie bei der Wahrheit, versuchen Sie aber auch, Ihren beruflichen Werdegang so positiv wie möglich darzustellen. Verweisen Sie beispielsweise auf den breiten Erfahrungsschatz, den Sie im Laufe der Zeit sammeln konnten.

Stehen Sie am Anfang Ihrer Karriere, sollten Sie allerdings versuchen, einen solchen beruflichen „Schlingerkurs“ ganz zu vermeiden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich entsprechend positionieren und ein klares Ziel für Ihr Berufsleben festlegen. ↑ nach oben

  • Sollte ich meinen Lebenslauf unterschreiben?

Ja, am Ende nennen Sie Ort und Datum und unterschreiben eigenhändig mit einem Füller. Bei einer Online-Bewerbung darf die Unterschrift eingescannt werden. Damit ist Ihr Lebenslauf abgeschlossen, Zusätze wie ein Postskriptum oder eine Anmerkung sind unangebracht.

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>>> Lesen Sie auch: Der Lebenslauf: Ihre Karriere auf zwei Seiten