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Bewerben für ein Praktikum

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Die Bewerbung für ein Praktikum sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Was Studenten, Schüler und Jobwechsler beachten sollten, erklärt Karriereexpertin Doris Brenner.

"Ich bewerbe mich doch nur für ein Praktikum." Diese Aussage ist oft zu hören, wenn sich Schüler, Studenten oder Umschüler  für ein Praktikum bewerben. "Nur ein Praktikum" wird als Rechtfertigung gesehen, um mit geringem Aufwand und wenig Mühe die Unterlagen zu erstellen. 

Mit der Präsentation überzeugen

Falsch gedacht – denn gerade bei  Praktika sind Personaler und Fachvorgesetzte darauf angewiesen, über die Präsentation der Bewerbungsunterlagen Rückschlüsse auf den Bewerber ziehen zu können. Schließlich fallen andere Kriterien wie Berufserfahrung weg, da diese in der Regel nicht vorliegen. Die Bewerbungsunterlagen sind also die entscheidende Visitenkarte des Bewerbers.

Wer sich für ein Praktikum bewirbt möchte ein Berufsfeld oder eine bestimmte Tätigkeit in der Praxis kennen lernen. Daher sind sich Unternehmen darüber im Klaren, dass die Bewerber wenig Vorwissen besitzen und eine entsprechende Einweisung und Betreuung notwendig ist. 

Der erste Schritt zum richtigen Job

Unternehmen verbinden aber mit der Vergabe von Praktikumsplätzen auch immer die Absicht, interessante Kandidaten für eine spätere Mitarbeit im Unternehmen identifizieren zu können. Denn wie kann man besser entscheiden, ob ein Bewerber geeignet ist, als in der Praxis? Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz oder eine Festanstellung im Unternehmen steigen deutlich, wenn ein Praktikum erfolgreich gelaufen ist.

Daher ist bereits die Auswahl des Unternehmens, bei dem Sie ein Praktikum absolvieren wollen, nicht unerheblich. Wenn Sie eine Ausbildung anstreben, sollten Sie für das Praktikum bevorzugt Betriebe wählen, die auch ausbilden. Machen Sie im Anschreiben deutlich, dass Sie sich mit dem Unternehmen beschäftigt haben. 

Wenn die Berufserfahrung fehlt

Wenn das Unternehmen in Ihrer Nähe ist, empfiehlt es sich vorab vorbei zu gehen. Gerade in Handwerksbetrieben oder kleinen Firmen ist dies eine gute Möglichkeit um mehr über die Firma zu erfahren und eine Bewerbung für ein Praktikum vorzubereiten. So können Sie im Anschreiben auch gleich Bezug auf diesen Besuch nehmen und damit Interesse belegen.

Als Praktikant sind Sie für ein Unternehmen dann besonders interessant, wenn sich Ihre Neigungen und Fähigkeiten gut mit den Anforderungen des Berufsprofils decken. Sofern Sie sich nicht im Klaren sind, was für Sie geeignete Berufsfelder sind, bietet die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit Unterstützungsmöglichkeiten. Insbesondere die Internetplattform http://www.planet-beruf.de/BERUFE-Universum.119.0.html gibt hier zahlreiche Hilfestellungen.

Stärken und Fähigkeiten belegen

Nennen Sie im Anschreiben Ihre Stärken und belegen Sie diese. Dies kann Noten aus der Schule, Arbeiten aus der Uni oder anhand von Beispielen aus dem außerschulischen Bereich erfolgen. Wer gerne kleinere Reparaturen im Haushalt ausführt und hierzu einige Beispiele nennt, kann damit z.B. handwerkliches Interesse belegen. Wichtig sind auch Eigenschaften wie Ausdauer, Belastbarkeit oder Teamfähigkeit. Diese lassen sich über Sportaktivitäten oder Hobbys oft gut nachweisen.

Der Lebenslauf ist die strukturierte Darstellung Ihres bisherigen Werdegangs. Näheres hierzu finden Sie in dem Beitrag: Mein erster Lebenslauf. Gerade bei der Bewerbung für ein Praktikum sollte der Lebenslauf Hinweise dafür geben, dass Sie zum Tätigkeitsfeld einen gewissen Bezug haben. Für Studenten ist das in der Regel kein Problem. Ansonsten kann auch der Hinweis, dass die Eltern in einem ähnlichen Beruf arbeiten, angegeben werden. 

Der Lebenslauf

Bei Berufsrückkehrern oder Bewerbern, die im Rahmen einer Umschulung ein Praktikum absolvieren möchten, können auch Anknüpfungspunkte aus früheren Tätigkeiten hilfreich sein. Wer zum Beispiel ein Praktikum im kaufmännischen Bereich anstrebt und in einer früheren Tätigkeit schon Kundenkontakt hatte, sollte dies entsprechend als Vorteil deutlich machen.

Die Nutzung von elektronischen Medien insbesondere PC-Anwendungen sind heute in praktisch jeden Beruf unerlässlich. Beschreiben Sie welche Kenntnisse Sie haben und klassifizieren Sie diese näher (Grundkenntnisse, gute Anwenderkenntnisse oder Expertenkenntnisse). Wer hier über Computerspiele hinaus HTML Kenntnisse besitzt oder gute PC-Anwenderkenntnisse in der Standardsoftware wie MS Office, verbessert seine Chance deutlich.

Gestaltung und Form

Die Aufbereitung Ihrer Bewerbungsunterlagen spielt eine wichtige Rolle gerade bei der Bewerbung für ein Praktikum. Übersichtlichkeit aber vor allem auch Sorgfalt und Ordentlichkeit lassen sich an den Bewerbungsunterlagen gut ablesen. Als Orientierung für den Aufbau und die Gliederung der Bewerbungsunterlagen finden Sie zahlreiche Anregungen in unseren Bewerbungstipps unter Musterlebensläufe und Musteranschreiben.

Die wohl wichtigste Botschaft, die Sie im Rahmen Ihrer Bewerbung für ein Praktikum zum Ausdruck bringen sollten, ist Ihre Lernbereitschaft und Ihr Engagement. Unternehmen investieren Zeit und Energie, um Ihnen einen Einblick in die Berufspraxis zu geben. Daher erwarten sie auch, dass Sie selbst bereit sind, sich aktiv einzubringen und mit anzupacken. 

Interesse zeigen

Die Formulierung, man müsse ein Pflichtpraktikum absolvieren und bewerbe sich deshalb, ist sicherlich nicht zu empfehlen. Weisen Sie darauf hin, warum Sie das Praktikum bei dieser Firma absolvieren möchten und was Sie sich davon erwarten .

Bewerben für ein Praktikum ist also mehr als eine "Minibewerbung". Es kann für Sie die Chance sein, bei einem Unternehmen den Fuß für eine weiterführende Tätigkeit in die Tür zu bekommen.

(Doris Brenner / Bild: Yuri Arcurs, Fotolia.com)
 

Doris Brenner
ist freie Beraterin mit den Schwerpunkten Personalentwicklung und Karriereberatung. Ihre Veröffentlichungen zu den Themen Bewerbung, Testverfahren, Berufsplanung und Arbeitstechniken sind in einer Gesamtauflage über 600.000 Exemplaren erschienen.