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Bewerbungsratgeber USA: Resume/Lebenslauf

Bewerbungsratgeber USA: Resume/Lebenslauf

Bewerbungsratgeber USA: Resume/Lebenslauf

Vieles spricht dafür, in Amerika ein Praktikum zu machen oder dort zu arbeiten. Doch der Weg zum Job ist anders gepflastert als in Deutschland. In unserem siebenteiligen Bewerbungsratgeber USA machen wir Sie fit für den Karrieresprung nach Übersee.





Bewerbungsratgeber USA Teil 4: CV/Resume / Der Lebenslauf


Von Sebastian Moll, New York

Für ein amerikanisches CV – oder "Resume" – gilt das gleiche, was für das Anschreiben gilt: Der Adressat soll auf den ersten Blick sehen können, warum der Bewerber für die Stelle qualifiziert ist.

Kompakt, zugespitzt, präzise

Das Format amerikanischer Resumes ist deshalb kompakt, zugespitzt und präzise. In der Regel soll das Resume nicht länger als ein oder maximal zwei Seiten umfassen. Es gehört nichts in diese Aufstellung, was nicht für die Stelle relevant ist. Wo man Abitur gemacht hat oder an welchem Gymnasium interessiert beispielweise einen amerikanischen Personaler nicht. 

Private Interessen interessieren ebenfalls nur, wenn sie für die Position relevant sind. Schreiben Sie nur in ihr Resume, dass Sie leidenschaftlicher Bergsteiger sind, wenn Sie sich auf eine Stelle bei einem Reiseunternehmen mit einer Spezialisierung auf Bergwanderungen bewerben.

Achtung: Viele Informationen sind tabu

Persönliche Informationen wie Geschlecht, Größe, Gewicht, Familienstand oder ethnische Herkunft sind in den USA komplett tabu. Amerikanische Arbeitgeber dürfen von Gesetzes wegen keine Anstellungsentscheidungen auf der Grundlage solcher Attribute treffen. 

Wenn Sie beispielsweise hineinschreiben, dass Sie türkischer oder afrikanischer Herkunft sind oder Kinder haben oder gar ein Foto anfügen kann das dazu führen, dass Ihre Bewerbung sofort aussortiert wird.

Der einleitende Satz

Das Resume wird eingeleitet von einem Absatz, in dem knapp die Qualifikationen des Bewerbers zusammengefasst werden. Diese Einleitung besteht oft nur aus einem einzigen Satz, aus dem der Leser sofort sieht,  mit wem er es zu tun hat. 

Ein solcher Satz kann lauten: 

"Recent business school graduate with nine months of experience in the online advertising industry, coupled with an understanding of market analysis and positioning.”
 
(Betriebswirtschafts-Absolvent  mit neun Monaten Berufserfahrung in der Online Werbung sowie mit Kompetenzen  in Markt-Analyse und Marken-Positionierung)

Durch einen solchen Absatz sieht der Leser innerhalb weniger Sekunden, mit wem er es zu tun hat.

Deutsche Bewerber ohne Berufserfahrung haben es sehr schwer auf dem amerikanischen Markt. Frische Hochschulabsolventen, so empfiehlt Martin Kolb von der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer in New York, sollten sich deshalb zunächst einmal für ein Praktikum in den USA bewerben. 

Zusammenfassung der Berufserfahrung

Ein solches Praktikum kann sowohl bei dem Berufseinstieg in Deutschland als auch bei einer späteren Bewerbung auf eine Stelle in den USA ein großer Vorteil sein. Praktikanten sollten in Ihrer Bewerbung möglichst Projekte innerhalb des Studiums vorweisen können, die für die Praktikumsstelle relevant sind.

Auf den einleitenden Satz oder Absatz folgt eine Zusammenfassung der Berufserfahrung. Hier sollte in wenigen Punkten exakt die Qualifikation aufgeführt werden, die für die angestrebte Position relevant ist. Dabei sollten nicht so sehr Stellungen aufgelistet werden, als vielmehr Tätigkeiten oder Projekte. 

Eine Bewerberin auf eine führende PR-Stelle schreibt etwa: 

"Created executive thought leadership platform for chairman of XY that resulted in placement on panel at World Economic Forum at Davos." 

Anstatt zu schreiben, dass sie bei der Firma XY als PR-Chefin gearbeitet hat, stellt sie ihre herausragende Leistung in dieser Position dar – die Plazierung ihres Chefs als Redner beim Weltwirtschafts-Gipfel in Davos. 

Schreiben Sie in diese kurze Liste auch selbstbewusst ihre Stärken hinein. "Skilled negotiator" – bei Verhandlungen versiert – beispielsweise oder "erfolgreich in der Mitarbeitermotivation."

Umgekehrte Chronologie

Auf die Zusammenfassung folgt eine chronologische Aufstellung der beruflichen Stationen. Die neueste Stellung steht dabei an erster Stelle. Schreiben Sie zuerst die Firma, dann die Stellung und am Ende den Zeitraum auf. 

Beispiel: XY Communicators, Inc, New York, N.Y. Managing Director, Senior Strategist, 2004-present. Unter jeder Position steht dann eine Liste der Aufgaben und Verantwortlichkeiten.  Auch bei dieser Aufstellung gilt es stets die Anforderungen der angestrebten Stellung im Blick zu haben.

Ausbildung und Abschlüsse

Schließlich folgt der Abschnitt in dem die Ausbildungsstationen aufgeführt werden. Dieser Abschnitt ist meistens knapp gehalten. Aufgeführt werden sollten nur Hochschulabschlüsse und Berufsausbildungsabschlüsse mitsamt dem erworbenen Grad oder Titel und dem Jahr des Abschlusses. 

Den Namen deutscher Hochschulen sollte man im deutschen Original belassen. Noten oder belegte Kurse sind nicht relevant, es sei denn ein Studienschwerpunkt war eine direkte Qualifikation für die angestrebte Stelle. Eine Diplomarbeit als Ingenieur in der Qualitätssicherung sollte sicherlich erwähnt werden, wenn man sich in diesem Feld bewirbt, ebenso ein Hauptfach Marketing bei einem BWL-Abschluss, wenn man sich auf eine Marketingstelle bewirbt.

Das "Sonstige"

Den Abschluss des Resumes bilden Aktivitäten, die sie zusätzlich für relevant halten. Dabei sind Sie verhältnismäßig frei in dem, was Sie angeben möchten. Das kann ein Preis oder eine Auszeichnung sein oder ein ehrenamtliches Engagement. Zusatzqualifikationen, die von Nutzen sein könnten, sollten in jedem Fall erwähnt werden, wie etwa Fremdsprachen oder spezielle Softwarekenntnisse.

 


Teil 1: Einführung

Teil 2: Bewerbungmappe

Teil 3: Cover Letter - Anschreiben

Teil 4: CV/Resume - Lebenslauf

Teil 5: Job Interview - Vorstellungsgespräch

Teil 6: Template Cover Letter - Musteranschreiben

Teil 7: Template CV/Resume - Musterlebenslauf


(Bild: Beat Bieler, Fotolia.com)

Sebastian Moll
lebt seit 14 Jahren als Freier Journalist in New York.

Er berichtet für deutsche Tageszeitungen und Magazine über ein breites Spektrum an Themen aus der amerikanischen Kultur, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.