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Soft Skills: Schlüssel zum Erfolg

Soft Skills: Schlüssel zum Erfolg

Soft Skills: Schlüssel zum Erfolg

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Soft Skills, die weichen Faktoren, wiegen genauso schwer wie Fachwissen. Dumm nur, dass sie auf keinem Examenszeugnis vermerkt sind. Bewerber müssen Taten statt Noten sprechen lassen.



Hella Jurich und ihre Teampartnerin verstehen sich ohne viele Worte. Wer wie den gegnerischen Aufschlag abwehrt, verabreden die Beachvolleyballerinnen mit Handzeichen – hinter dem Rücken, so dass das andere Team nur raten kann. 

Ein gestreckter Finger kündigt einen Block entlang der Linie an; zwei gestreckte Finger stehen für einen diagonalen Block; die Faust signalisiert, dass der Block lediglich angetäuscht wird. Die Kommandos fliegen schneller als die Bälle über den Sand. 

BWL-Studentin Jurich wird es leicht haben, ihre Teamfähigkeit hervorzuheben, wenn sie sich demnächst um eine Stelle im Marketing bewirbt. Auch dass sie leistungsbereit ist und gut mit Veränderungen zurechtkommt, nimmt man der ehemaligen Profi-Sportlerin sofort ab. Wer Volleyball zum Beruf mache, müsse sehr flexibel sein, sagt die 28-Jährige.

Salz in der Suppe

Personalrekrutierer legen immer größeren Wert auf Soft Skills, also Eigenschaften, die die persönliche Reife widerspiegeln. "In den seltensten Fällen" scheitere eine Einstellung an fachlichen Mängeln, beobachtet Erik Bethkenhagen von der Managementberatung Kienbaum, die für ihre "HR-Trendstudie" regelmäßig Unternehmen befragt: "Oftmals sind minder ausgeprägte Soft Skills das entscheidende Manko." 

Vor allem erwarten die Personaler Eigeninitiative, Teamfähigkeit und Kommunikationsgabe – so das Ergebnis der Untersuchung "Job Trends" der Staufenbiel-Beratung. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bezeichnet Soft Skills als "das Salz in der Suppe". Eine DIHK-Umfrage unter 2135 Unternehmen kürt Teamfähigkeit zur wichtigsten Bewerberkompetenz.

Die Selbstanalyse

Anders als eine prominente Sportlerin wie Hella Jurich hat es Otto Normalbewerber schwer, seine "weiche Seite" ins rechte Licht zu rücken. Das Statement "ich bin teamfähig, flexibel, belastbar" ist schnell dahingeschrieben oder –gesagt. 

"Beten Sie niemals passende klassische Persönlichkeitsmerkmale auf!", warnt Monika Matschnig, Karriere-Coach und Buchautorin aus Neufahrn bei Freising. "Was zeichnet Sie persönlich aus? Wer bin ich? Dazu steht mal eine Selbstanalyse an! Und wenn Sie sich schwer tun, dann fragen Sie Ihre Freunde und Bekannten."

Üben für das Vorstellungsgespräch

Der nächste Schritt ist, persönliche Stärken und Schwächen zu formulieren – eine gute Übung für das Vorstellungsgespräch. Denn Personaler lieben es, Bewerber zu einer Selbsteinschätzung aufzufordern, um sie aus der Reserve zu locken. 

"Bei den Schwächen sollten Sie ein wenig vorsichtig kommunizieren, aber ehrlich", sagt Matschnig. "Niemand ist perfekt und was ich nicht kann, kann ich zu einem gewissen Grad erlernen." Allgemeinplätze haben auch hier nichts zu suchen. So ist das beliebte "ich arbeite zu viel" ausgelutscht. Außerdem sollen Bewerber stets konstruktiv denken: "Was werden Sie tun, um die Schwächen auszubessern?"

Beweisen statt behaupten

Behaupten lässt sich viel, beweisen wenig, wenn man sich auf nur einer Seite Anschreiben oder in einer halben Stunde Vorstellungsgespräch ausbreiten darf. Deshalb empfiehlt Dieter Schmich vom Bewerbungs-Center Schwetzingen, Soft Skills durch Aktivitäten zu belegen: 

"Teamgeist durch Tätigkeiten im ASTA oder bei sonstigen Interessenvertretungen, durch Mannschaftssport, Studienprojekte, Workshops; Einsatzbereitschaft und soziale Kompetenz durch ehrenamtliche Aufgaben; Führungsstärke durch Vorsitz bei Ausschüssen, Vereinen, Initiativen". 

Zweifel zerstreuen

Wer dazu noch Empfehlungsschreiben, Zeugnisse oder mündliche Referenzen aufführt, zerstreut mögliche Zweifel. "Durchaus können auch Punkte aus Familien- und Privatleben genannt werden", meint Schmich – etwa die Fürsorge für jüngere Geschwister oder ein pflegebedürftiges Elternteil.

Beachvolleyballerin Hella Jurich braucht nur auf die offizielle Verbandsstatistik hinzuweisen, um aus ihren sportlichen Erfolgen Attribute wie leistungsbereit, durchsetzungsstark oder teamfähig herzuleiten. Sie hat überdies gezeigt, dass sie mit Niederlagen umgehen kann – auch eine wertvolle persönliche Kompetenz. 

Nachdem sie knapp die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking verpasst hatte, gab sie zu: "Traurig waren wir schon, aber die Welt ist nicht für uns untergegangen. Es wird noch viele weitere wichtige Turniere geben."



Die wichtigsten Softskills im Überblick

Was bedeutet es eigentlich, wenn in der Stellenanzeige ein "teamfähiger, belastbarer" Mitarbeiter gesucht wird? Wir erklären die wichtigsten Softskills und geben Argumentationshilfen, mit denen Sie Arbeitgeber von Ihren "weichen Fähigkeiten" überzeugen.

Teamfähigkeit

Eigeninitiative

Flexibilität

Kommunikationsgabe

Verantwortungsbereitschaft / Engagement

Belastbarkeit

Zuverlässigkeit / Loyalität


(Christoph Stehr, 2009 / Bild: Aamon, Fotolia.com)