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Stark im Job – Interview mit Elke Walther

Stark im Job – Interview mit Elke Walther

6 Fragen an Elke Walther - Selbstbewusstsein im Job

Elke Walther hat ihn gefunden – den Job, der ihr Erfüllung bringt. Sie ist Sales Managerin Neurosciences bei Ipsen Pharma. Das Unternehmen vertreibt in Deutschland verschiedene Präparate zur Therapie stark beeinträchtigender Erkrankungen, für die ein hoher medizinischer Bedarf besteht. Ziel von Ipsen ist es, jedes Jahr mindestens ein neues Medikament oder eine bedeutende Indikationserweiterung auf den Markt zu bringen. Früher arbeitete Elke Walther lange Zeit im Vertrieb in der Kosmetikindustrie und entschied sich später aktiv für eine Karriere in der Pharmabranche. Was ihren jetzigen Job so spannend macht, wie man aus ihrer Sicht Familie und Beruf unter einen Hut bekommt und warum sie Selbstbewusstsein und ein gutes Netzwerk für besonders wichtig hält, verrät sie im Interview. 

 

6 Fragen an: Elke Walther von Ipsen Pharma

 

1. Frauen sind in MINT-Fächern wie den Neurowissenschaften immer noch unterrepräsentiert. Warum haben Sie sich für eine Tätigkeit in diesem Bereich entschieden?

Mich haben Branche und Arbeitsgebiet einfach sehr interessiert. Ich arbeite in einem extrem spannenden Umfeld und meine Arbeit ist sehr erfüllend. Dabei geht es darum, Menschen zu helfen, die von schweren Krankheiten betroffenen und durch diese stark eingeschränkt sind. Der Fokus liegt dabei auf Erkrankungen, für die ein hoher ungedeckter medizinischer Bedarf besteht, und der Entwicklung von neuen Medikamenten für sogenannte seltene Krankheiten. Das sind Krankheiten, die nur wenige Menschen haben, die aber wiederum dringend Hilfe benötigen. Es gibt Krankheiten, die so selten sind, mit so geringen Fallzahlen von Betroffenen, dass es weltweit außer unserem Unternehmen keinen zweiten Anbieter für die Medikation gibt.

 

2. Hatten Sie schon einmal das Gefühl, es als Frau in beruflichen Dingen schwerer zu haben?

Ehrlich gesagt, nein. Allerdings erlebe ich, dass immer noch geglaubt wird, dass für Frauen, Familie und Karriere schwer zusammenpassen. Das kann ich selber nicht bestätigen. Eine gute Abstimmung in der Familie und deren Unterstützung, sowie ein Netzwerk halte ich hier für wichtig. Dann sind Karriere und Familie, wie bei den Männern, gut zusammen zu bringen. In meinen Augen zählt Kompetenz und nicht das Geschlecht.

 

3. Beruflicher Erfolg hängt auch stark von den Rahmenbedingungen ab. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Faktoren, die Frauen beim Erreichen Ihrer Karriereziele unterstützen?

Wissenstransfer spielt eine wichtige Rolle: Coachings, Mentoren-Programme und Führungskräfte-Trainings helfen, sich weiterzuentwickeln. Das müssen meiner Meinung nach aber keine speziellen Angebote für Frauen sein. Wichtig ist, dass Frauen die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen und dies auch für sich in Anspruch nehmen. Ideal ist es, wenn es im Unternehmen Raum für vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten gibt, um sich gegebenenfalls auch „quer“ entwickeln zu können. Als Frau sollte man diese Möglichkeiten erkennen und nutzen und selbstbewusst an die Sache herangehen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist besonders für Frauen ein wichtiger Faktor. Dazu gehören Vertrauensarbeitszeit und mobiles Arbeiten ebenso wie Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit und das Thema Kinderbetreuung. Am neuen Firmensitz von Ipsen in München wird es beispielsweise eine KiTa direkt am neuen Bürostandort geben – eine optimale Voraussetzung für Mitarbeiter mit kleineren Kindern.

 

4. Welche Tipps können Sie Frauen für Ihre Karriere mit auf den Weg geben? Was ist Ihr „Projekt: Ich“?

Man sollte sich trauen, sich zu verändern und das, wofür man brennt, auch anzupacken. Dazu gehört es, Chancen zu erkennen und zu ergreifen. An sich zu glauben, ist eine wichtige Voraussetzung für Durchsetzungskraft und Erfolg. Dabei hilft es, die eigene Kompetenz realistisch einzuschätzen und sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Hier kann ein externer Blick z.B. durch einen Business Coach helfen. Ich persönlich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Ein gutes Netzwerk ist ebenfalls wichtig. Frauen sollten sich nicht scheuen, selbstbewusst auf andere zuzugehen und Kontakte auszubauen und zu nutzen. Mir hat zum Beispiel die Vernetzung mit den Working Moms e.V. geholfen, meine privaten mit den beruflichen Zielen zu vereinbaren und zu wissen, was mir wichtig ist. 

 

5. Ipsen in Deutschland wird von einer weiblichen General Managerin geführt – das ist hierzulande immer noch die Ausnahme. Macht sich dies in der Unternehmensführung und -kultur bemerkbar?

Wir haben bei Ipsen klar definierte Unternehmenswerte, die unseren sogenannten „OneIpsen Way of Being“ prägen und damit die Art und Weise unserer Zusammenarbeit. Daraus ergibt sich eine bestimmte Führungsphilosophie. An oberster Stelle stehen fachliche Expertise, soziale Kompetenz und hohe Teamfähigkeit. Dazu kommt eine Kultur, die geprägt ist von Wertschätzung, konstruktivem Feedback, Transparenz, kurzen Wegen und offenen Türen. Eine innovative und dynamische Arbeitsweise, ein Biotech Mindset mit unternehmerischer Denke sind bei uns genauso wichtig wie eine kollegiale und familiäre Atmosphäre. Das als typisch weiblichen Führungsstil zu bezeichnen, würde für mich zu kurz greifen. Unsere Führungsspitze lebt diese Werte auch vor, und das ist das Entscheidende – und im Übrigen auch sehr wichtig in unserem aktuellen Veränderungsprozess, der Verlagerung unseres Unternehmensstandortes nach München. Um unseren Wachstums- und Innovationszielen gerecht zu werden braucht es eine starke Unternehmensführung und ausgeprägte Kultur.

 

6. Aktuell sind Sie auf der Suche nach Talenten für Ihren neuen Standort in München. Welche Eigenschaften und Kompetenzen sind Ihnen bei potentiellen neuen Mitarbeiten besonders wichtig?

Neben der fachlichen Kompetenz suchen wir Mitarbeiter mit Mut zu Eigenverantwortung und Agilität, einer flexiblen Denke, Ergebnisorientierung und Teamgeist. Dafür werden neue Kollegen unter anderem mit einem für Fachleute sehr reizvollen Arbeitsgebiet und einem supermodernen Arbeitsumfeld in unseren neuen Räumlichkeiten im Sky Tower auf dem Campus der Bavaria Towers belohnt.

 

Elke Walther ist überzeugt davon, dass Vernetzung und Austausch wichtige Schlüssel bei der Karriereplanung sind. Am 12. Oktober 2018 tritt sie als Referentin der Working Moms e.V. auf der Karriere- und Netzwerkmesse für Frauen herCAREER auf und berichtet und diskutiert mit Teilnehmerinnen über Chancen und Herausforderungen im Rahmen von beruflichen Veränderungen.

 

 


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