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Schule abgeschlossen: So startest du in dein nächstes Abenteuer

Schule abgeschlossen: So startest du in dein nächstes Abenteuer

Schule geschafft! Was kommt als nächstes?

Wenn du kurz vor deinem Schulabschluss stehst oder ihn gerade frisch in der Tasche hast, bist du dabei, einen ganz neuen Lebensabschnitt zu betreten. Dass diese Erfahrung nicht nur reine Vorfreude auf Neues mit sich bringt, ist durchaus nachvollziehbar. Auf der einen Seite musst du damit kämpfen, deine Freunde und deinen gewohnten Alltag hinter dir zu lassen, auf der anderen Seite plagt dich die Unentschlossenheit und die Angst vor der Zukunft. Wenn man dann noch von seinem Bekanntenkreis mit der Frage „Was machst du nach der Schule?“ konfrontiert wird, fühlt man sich schnell unter Druck gesetzt. Dabei ist es überhaupt nicht dramatisch, wenn du noch keinen stahlharten Zukunftsplan in petto hast. Nach einer aktuellen Studie sind sich 59% der befragten Schüler nicht sicher, was sie nach der Schule machen wollen*. Denn bevor du in ein Studium oder eine Ausbildung startest, stehen dir eine Vielfalt an Möglichkeiten offen, die der erste Schritt in das Abenteuer deines Lebens bedeuten können. Du kannst das so genannte „Gap Year“ nutzen, um dich selbst zu finden, über dich hinaus zu wachsen, in die weite Welt zu ziehen und dich zu orientieren, welcher Berufszweig dich eigentlich interessiert.    

Wir zeigen, wie du aus dem Wechselbad der Gefühle, die beste Zeit deines Lebens machst und helfen dir eine Antwort zu finden auf die Frage: „Was machst du nach der Schule?“.

 

Schulabschluß in der Tasche: 3 Wege, wie es weitergehen kann

 

#1. Auslandsaufenthalt – raus in die Welt

 

Work and Travel

Du würdest gerne in das Land deiner Träume verreisen, ohne dabei dein Erspartes direkt auf den Kopf zu klopfen? Dann ist Work and Travel vielleicht die optimale Lösung für dich, denn durch verschiedene Gelegenheitsjobs vor Ort kannst du deine Reisekasse aufbessern und dabei hautnah die Kultur und Menschen kennen lernen. Dabei sollte man sich allerdings bewusstmachen, dass dies ein waschechtes Abenteuer mit sich bringt, welches nicht nur bedeutet, am Strand zu chillen und Cocktails zu schlürfen. Die Reise verlangt dir einerseits ab, dich von Plänen loszulösen und dich spontan auf dein nächstes Reiseziel einzulassen. Andererseits solltest du in der Lage sein, aufgeschlossen und ohne Vorurteile auf Menschen zuzugehen, denn besonders wenn du alleine unterwegs bist, willst du nicht komplett auf dich selbst gestellt sein und bist für jede Hilfestellung dankbar. Unter Umständen gehört auch die Bereitschaft körperlich anstrengende Jobs auszuüben dazu - zu wählerisch zu sein bringt dich da meist nicht weiter. Beliebte Reiseziele wie Australien, Neuseeland, Kanada und die USA verlangen für die Einreise ein „Working-Holiday-Visum“. Ebenso hast du die Option, dir von verschiedenen Agenturen bei dem Planungsprozess Unterstützung zu holen.

 

Au-Pair

Wenn dir Kinder besonders am Herzen liegen und du Freunde fürs Leben finden möchtest, hat die Option „Au-Pair“ einiges zu bieten. Für 6 bzw. 12 Monate lebst du bei deiner Gastfamilie im Ausland und betreust deren Kinder. Dafür wird dir die Unterkunft, sowie Verpflegung kostenlos zur Verfügung gestellt, ebenso bekommst du wöchentlich bzw. monatlich ein faires Taschengeld und mit deiner „neuen“ Familie ein zweites Zuhause. Grundsätzliche Voraussetzungen sind: volljährig zu sein, einen Schulabschluss, sowie grundlegende Sprachkenntnisse zu besitzen und rund 200 Stunden Erfahrung in der Kinderbetreuung zu haben. Ein Führerschein ist kein Muss, aber verschafft dir definitiv einen Vorteil. Generell ist auch die Zusammenarbeit mit einer professionellen Agentur zu empfehlen, da sie dich bei jedem Schritt begleiten und dir vor Ort als Ansprechpartner immer zur Seite stehen. Die Erfahrung als Au-Pair ist nicht nur ein großer Schritt in Richtung Selbstständigkeit, du lernst Verantwortung zu übernehmen, bekommst schnell Sprachgefühl und wirst schon bald gar nicht mehr wegwollen. Weitere Informationen findest du zum Beispiel hier.

 

Volunteering & freiwillige Arbeit

Du möchtest dich gerne sozial engagieren und für Menschen oder Natur einsetzen? Dann hast du ebenfalls die Möglichkeit durch eine Freiwilligenarbeit, als sogenannter „Volunteer“ im Ausland aktiv zu werden und verschiedene gemeinnützige Projekte auf der ganzen Welt zu unterstützen. Je nach dem wofür du am meisten brennst, kannst du in den unterschiedlichsten Bereichen entweder auf sozialer, medizinischer, pädagogischer Ebene oder im Umweltschutz entscheidend mitwirken. So bist du beispielsweise in einem Tierheim, Waisenhaus, oder in einer Schule unterwegs. Geld verdienst du dabei nicht, die gesammelten Erfahrungen gewinnst du jedoch für dein Leben. Programme wie „weltwärts“ oder „kulturweit“ ermöglichen eine Betreuung vor Ort, natürlich kann man sich auch direkt an den Projekt-Veranstalter im Ausland wenden oder gar selbstständig organisieren.

 

Sprachreise

Eine weitere Alternative deine Zeit im Ausland zu nutzen, aber auch die kostenintensivste, ist unbestritten die Sprachreise, die mit durchschnittlich 2000 bis 3000 Euro für einen Monat schon mal ein Loch in dein Konto reißen kann. Die Vorteile liegen jedoch auf der Hand: In dem mehrwöchigen Kurs, der individuell auf dein Sprachniveau angepasst ist, baust du deine Sprachkenntnisse in relativ kurzer Zeit erheblich auf. Bei Kursabschluss erhältst du des Weiteren ein Sprachzertifikat, welches ein besonderer Eye-Catcher in deinem Lebenslauf sein kann. Auf der Plattform DAAD werden dir zum Beispiel Informationen, Erfahrungsberichte und Vergleiche der verschiedenen Länder und Sprachschulen, sowie mögliche finanzielle Unterstützung in Form eines Stipendiums zur Verfügung gestellt.

 

#2. Praxiserfahrung – erste berufliche Schritte und soziales Engagement

 

Freiwilliges Soziales Jahr

Du bist ein sehr sozial orientierter Mensch und legst viel Wert auf das zwischenmenschliche Miteinander? Dann ist es jetzt an der Zeit, deinen Teil beizutragen und dich in einem freiwilligen sozialen Jahr (kurz: FSJ) für die Gesellschaft einzusetzen. Du musst mindestens 15 Jahre alt sein und die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben, höchstens jedoch 27 Jahre alt sein - weitere Qualifikationen sind nicht notwendig. Du kannst deine freiwillige Hilfstätigkeit in vielseitigen Einsatzfeldern, wie z.B. in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Gesundheits- und Altenpflege oder im Bereich Sport, Kultur, Politik und Schule ausüben. FSJ- ler arbeiten ehrenamtlich, haben jedoch Anspruch auf monatliches Taschengeld, welches im Durchschnitt bei 150€ liegt (variiert je nach Einrichtung), sowie viele weitere Vergünstigungen. Mit 6, 12 oder 18 Monaten in Vollzeit bist du im Freiwilligendienst zeitlich relativ flexibel und er eignet sich super als sinnvolle Überbrückung bis zum Ausbildungs- oder Semesterstart.

 

Freiwilliges ökologisches Jahr

Gleiche Eckdaten gelten für das freiwillige ökologische Jahr (kurz: FÖJ), welches ein Bildungs- und Orientierungsjahr mit dem Schwerpunkt Natur und Umwelt ist. Eine tolle Sache, um dich für eine nachhaltige Entwicklung zu engagieren und ökologische und umweltpolitische Zusammenhänge in ihrem gesellschaftlichen Kontext besser zu verstehen. In den verschiedenen Einsatzorten, wie beispielsweise Bauernhöfe, Gärtnereien, Ökologische Bildungsstätten, Nationalparks und Umweltbehörden, kannst du dich aktiv am Schutz einer lebenswerten Umwelt beteiligen.

 

Bundesfreiwilligendienst

Der seit 2011 eingeführte Bundesfreiwilligendienst (kurz: BFD oder Bufdi) ist eine ergänzende Option zum FSJ und zum FÖJ und wurde als Ersatz zum Wehrdienst und damit auch zum Zivildienst angeboten. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Möglichkeiten ist der BFD nicht nur für junge Leute, sondern auch für ältere Menschen sehr attraktiv, da die meisten Freiwilligendienste mit keiner Altersgrenze versehen sind. „Er soll eine neue Kultur der Freiwilligkeit in Deutschland schaffen und möglichst vielen Menschen ein Engagement für die Allgemeinheit möglich machen.“, so die Zielsetzung des bundesfreiwilligendienst.de. Das Angebot an Einsatzstellen in gemeinwohlorientierten Einrichtungen ist riesig – dazu gehören zum Beispiel: Mitgliedseinrichtungen der Wohlfahrtsverbände, Krankenhäuser, Kinderheime, Jugend- und Behinderteneinrichtungen, Mehrgenerationenhäuser, Selbsthilfegruppen, Sportvereine, Kultureinrichtungen und Einrichtungen des Zivil- und Katastrophenschutzes.

 

Praktikum

Du hast Lust nach deiner langjährigen Schullaufbahn endlich mal die frische Arbeitsluft zu schnuppern und deine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen? – Ein mehrwöchiges Praktikum ermöglicht dir, entschlossener einen speziellen Berufszweig anzupeilen und demnach eine handfeste Entscheidung bei der Wahl deines Ausbildungs- oder Studiengangs treffen zu können. Dass eine Praxiserfahrung im Sinne eines Praktikums ein dicker Pluspunkt im Lebenslauf sein kann, ist kein Geheimnis. Jedoch kommt es auch darauf an, dass der Bezug zum Wunschjob klar erkennbar ist. Das heißt für dich: Bewerbe dich nicht beim Frisör, wenn du zukünftig eine Ausbildung als Mechatroniker/in anstrebst, nur weil sich die Stelle super mit einer neu ersehnten Haarfarbe kombinieren lässt... Das Praktikumsgehalt musst du individuell mit deinem Betrieb verhandeln. Generell gilt ab Januar diesen Jahres das Gesetz des einzuhaltenden Mindestlohns von 9,19€ die Stunde, auf die du jedoch nicht ausnahmslos Anspruch hast – so sind Pflicht- und Kurzzeitpraktika von der Regel ausgeschlossen.

Praktikumsangebote in deiner Nähe findest du zum Beipiel hier.

 

#3: Weiterlernen: Perfekt vorbereitet für Studium und Ausbildung

 

Studium

Das Angebot an Studiengängen an Hochschulen und Universitäten ist immens und macht es Abiturienten nicht unbedingt leicht, da eine endgültige Entscheidung zu treffen. Für alle unentschlossene gibt es aber eine gute Möglichkeit, um herauszufinden, welcher Studiengang der richtige ist: Im Rahmen der Studium Generale kannst du durch ein Orientierungsjahr, welches in drei Trimester aufgeteilt ist, oder durch einen speziell angebotenen Zweig innerhalb eines Studiengangs, fachliche Eindrücke gewinnen, die dir bei der Auswahl deines Studiums helfen sollen. Weitere elementare Schlüsselkompetenzen, die sogenannten „soft skills“, werden ebenfalls vermittelt. Die Studieninteressierten sollen ermutigt werden, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. Demnach werden vor allem deine Allgemeinbildung, deine Reflexionsfähigkeit und deine Urteilskraft in einem solchen Programm geschult. Bestimmte Vorkenntnisse werden nicht gefordert, sei dir jedoch im Klaren, dass dich das Orientierungsjahr durchaus zwischen 4000 und 6000 Euro kosten kann.

 

Berufsausbildung

Den Weg der gewöhnlichen Studienlaufbahn nach der Schule ist beliebt, jedoch sicher nicht für jeden das Richtige. Wenn eigenverantwortliches Pauken für dich nicht in Frage kommt, dann ist der Pfad einer Berufsausbildung eine abwechslungsreiche Alternative. Die duale Ausbildung ist in Deutschland die gängigste Form der Berufsausbildung. Doch was ist eigentlich der Unterschied zu einer Standardausbildung? Du arbeitest in einem Ausbildungsbetrieb, indem du praktische Erfahrungen sammeln und Geld verdienen kannst. Zusätzlich besuchst du auch die Berufsschule und erlernst das theoretische Fachwissen. Die Azubis von heute werden somit als vielseitig ausgebildete Fachkräfte in die Berufswelt entlassen und haben mit ihren Qualifikationen gute Chancen sich auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen.

 

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme

Die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (kurz: BvB) der Agentur für Arbeit unterstützt dich, wenn du noch nicht den richtigen Ausbildungsplatz gefunden oder schon einen abgebrochen hast und dich neu orientieren möchtest. Neben dem Unterricht absolvierst du mehrere Betriebspraktika, die dir einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitswelten verschaffen und einen Kontakt zu einem potenziellen Ausbildungsbetrieb herstellen – du stehst also bereits mit einem Fuß in der Tür, wenn du dich dann noch geschickt anstellst hast du gute Chancen übernommen zu werden! Dir ist es ebenfalls möglich, mit einer Regelförderdauer von 12 Monaten einen allgemeinbildenden Schulabschluss nachzuholen und so als angehender Berufseinsteiger eine aussichtsvolle Karrieregrundlage zu schaffen.

 

 

 

 

*Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/161062/umfrage/konkrete-plaene-nach-der-schule/


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