Nie mehr Bewerbungsangst

Nie mehr Bewerbungsangst

Nie mehr Bewerbungsangst

Viele Menschen fürchten sich vor dem Vorstellungsgespräch oder generell vor Bewerbungen. Wir nennen das kurz „Bewerbungsangst“. Davon gibt es jedoch einige verschiedene Arten und auch die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Um sie besser zu verstehen und damit kontrollieren zu können, haben wir die verschiedenen Arten von Angst vor Bewerbungen und einige der häufigsten zugrundeliegenden Ursachen für dich zusammengefasst. Außerdem geben wir dir 5 Tipps an die Hand, die dir dabei helfen können, deine Angst vor Bewerbungen zu überwinden!

Welche Arten von Angst vor Bewerbungen gibt es?

Vor dem Vorstellungsgespräch

Wenn du Angst vor dem Vorstellungsgespräch hast, bist du damit keineswegs allein: Mehr als ein Drittel der Deutschen hat damit zu kämpfen, Frauen noch häufiger als Männer (41 versus 30 Prozent). *Allein der Gedanke an die Situation des Gesprächs, etwa durch eine Einladung zum Interview, löst bei Betroffenen oft schon das Gefühl von Panik aus. Dies betrifft vor allem eher schüchterne, introvertierte Menschen, die sich in Gesprächen mit Fremden generell nicht sehr wohl fühlen. In besonders starken Fällen kann die Angst sogar zu regelrechten Panikattacken** führen. Diese sind dann oft verbunden mit Herzrasen, Schwindel, Übelkeit oder sogar Atemnot.

„Bewerbungsangst ist in meiner Beratungspraxis mit Klienten ein häufiges Thema, allen voran rund um Vorstellungsgespräche“, weiß Karriereberaterin und Diplom-Psychologin Elke Wagenpfeil. „Eine leichte Anspannung ist ganz normal, das erlebe ich bei etlichen meiner Klienten. Extrem panisch oder auch extrem entspannt sind die Allerwenigsten. Ängste sind völlig normal und gehören zum Leben dazu. Schön ist, mitzuerleben, wie sich die Ängste der Klienten mit einer gezielten Vorbereitung verringern. Jedes Vorstellungsgespräch ist eine Erfahrung, an der wir Menschen wachsen können. Und die gute Nachricht lautet: mit jedem Vorstellungsgespräch werden wir in aller Regel entspannter, da die Situation nicht mehr unbekannt ist.“

Vor dem Einreichen der Unterlagen

Angst vor Bewerbungen kann sich aber auch schon vor dem Abschicken der Unterlagen einstellen. Dieser „finale“ Schritt der Interessensbekundung stellt für Bewerber dann bereits eine große Hürde dar und wird oft von Selbstzweifeln begleitet: Sind meine Unterlagen wirklich gut genug? Wird meine Bewerbung vom Unternehmen vielleicht als lächerlich empfunden? Habe ich in meinem Anschreiben zu dick aufgetragen? Kann ich die Erwartungen, die ich damit wecke, überhaupt erfüllen? Diese Art von Fragen schießt Menschen durch den Kopf, die bei der Bewerbung Angst davor haben, auf den Senden-Knopf zu drücken. Im schlimmsten Fall schicken sie ihre Bewerbungsunterlagen trotz hohem Interesse an einer Stelle tatsächlich nicht ab. Rund ein Viertel der Deutschen hat schon mal aus Angst eine Bewerbung doch nicht abgeschickt. Zu den Gründen gehören die Furcht davor, eine Absage zu erhalten, bei einer Ablehnung bei dem Unternehmen nie wieder eine Chance zu bekommen oder weil nicht alle Anforderungen in der Stellenbeschreibung erfüllt wurden.

Vor der Kündigung beim alten Arbeitgeber

Auch die Kündigung beim derzeitigen Arbeitgeber ist für einige Grund zur Sorge. Das schlechte Gewissen der Chefetage oder dem Team gegenüber kann hier genauso eine Rolle spielen, wie plötzliche Zweifel daran, ob der derzeitige Job tatsächlich so schlecht ist: Wird man mit der Wahl eines anderen Jobs konfrontiert, reflektiert man oft automatisch, was man durch den Jobwechsel womöglich verlieren könnte. Immerhin ist der jetzige Job vielleicht sehr nah am Wohnort gelegen, man hat befreundete Kollegen oder einen unbefristeten Arbeitsvertrag, den man bei einem Jobwechsel für einen befristeten aufgeben würde.

Bewerbungsangst - Mach den Test!

 

 

 

 

Diese Arten von Angst vor Bewerbungen können natürlich nicht nur einzeln, sondern auch in Kombination auftreten. Dies liegt daran, dass es für die verschiedenen Arten oft tiefergehende Gründe gibt, die sich durch mehrere Lebensbereiche ziehen können. Wir haben einige dieser Gründe für euch zusammengestellt:

Gründe für Bewerbungsangst

Angst vor freiem Sprechen / Selbstpräsentation

Gerade die Panik vor Vorstellungsgesprächen liegt nicht selten begründet in allgemeiner Redeangst (Logophobie). Diese kann sich auch in anderen Situationen zeigen, wie Präsentationen und Meetings im Job oder bei Referaten und freien Vorträgen in der Schule. Je höher der Leistungsdruck, desto stärker dabei die Angst. Dahinter steht oft das allgemeine Unwohlsein dabei, im Mittelpunkt zu stehen, oder die Angst davor, sich zu blamieren (z.B. durch Vergessen des Texts). Bei der Bewerbung für einen Job, den man wirklich gerne bekommen möchte, ist der Druck natürlich besonders hoch und damit kann auch die Angst vor dem Jobinterview besonders stark ausgeprägt sein.

So beobachtet Elke Wagenpfeil, dass Menschen mit Ängsten vor freiem Sprechen oder mit leichten sozialen Hemmungen sogar häufig davon profitieren, wenn Vorstellungsgespräche online stattfinden, so wie dies in der Pandemie oft der Fall war. Zum einen deshalb, weil das Gespräch in ihrer vertrauten Umgebung stattfinden kann und zum anderen, weil sie sich beispielsweise wichtige Stichpunkte neben die Kamera kleben oder in einem Dokument direkt auf dem Desktop neben dem Videofenster öffnen können. Das gibt Sicherheit und lindert somit die Angst.

Angst vor Versagen

Selbstzweifel sind einer der häufigsten Gründe für Angst vor Bewerbungen. Man stellt sich oft vor, dass konkurrierende Bewerber viel geeigneter für die Stelle wären, vielleicht viel bessere Abschlüsse oder mehr Erfahrung mitbringen. Die Angst davor, nicht gut genug zu sein, äußert sich in extremen Fällen im sogenannten Hochstapler-Syndrom (engl. imposter syndrome). Unabhängig von ihren eigentlichen Fähigkeiten sind Betroffene dabei überzeugt davon, dass sie sich ihre Qualifikationen „ermogelt“ hätten und eigentlich nicht annähernd so gut sind, wie ihre Zeugnisnoten oder Empfehlungen behaupten. Erfolge werden dann Zufällen, Misserfolge dagegen mangelnden Fähigkeiten zugeschrieben. Gründe für Selbstzweifel können in einer allgemeinen Unsicherheit liegen, in mangelndem Selbstbewusstsein, oder in dem Gefühl, unter ständiger Beobachtung zu stehen. Frauen leiden häufiger unter dieser starken Form von Selbstzweifeln als Männer.

Dass Frauen häufiger zu Versagensangst und dem „Hochstapler-Syndrom“ neigen beziehungsweise dies offener ansprechen, erlebt auch Karrierecoach Elke Wagenpfeil in ihrer täglichen Beratungspraxis. Insbesondere das Gefühl nicht zu genügen, nicht kompetent genug zu sein oder die eigenen Kompetenzen nicht überzeugend genug kommunizieren zu können, ist bei den Frauen, die sie coacht, häufiger ein Problem als bei den Männern. Sie erzählt: „Manche Frauen träumen sogar nachts davon, dass sie ihren Schul- oder Studienabschluss doch nicht bestanden haben und eine der Prüfungen wiederholen müssen.“ Bei Männern erlebt sie häufiger, dass die Ängste bei Bewerbungen tendenziell mehr in Richtung Status und Karriere gehen. Wie steht man(n) vor sich selbst, aber auch vor anderen da, wenn man eine Absage erhält, die eigene Gehaltsforderung nicht durchbekommt oder eine nicht karriereförderliche Entscheidung trifft? Dennoch sind laut Elke Wagenpfeil Pauschalisierungen schwierig, da es große Unterschiede innerhalb der Geschlechtergruppen gibt. 

Angst vor Veränderung

Die Angst vor Neuem zieht sich durch unterschiedliche Lebensbereiche. Denn das Unbekannte ist uns nicht geheuer: Veränderungen bedeuten, sich aus der Komfortzone hinauszubewegen. Oft sind diese nämlich mit einem gewissen Maß an Kontrollverlust verbunden – der neue Job, die neue Wohnung oder eine neue Stadt bringen Variablen mit sich, die man nicht kennt und daher nicht einschätzen kann. Man fragt sich schnell: „Wird es mir dort wirklich besser gefallen? Was passiert, wenn der neue Job viel schlechter ist als der Alte?“. Die Angst vor dem Unbekannten führt nicht selten dazu, dass Menschen große Veränderungen wie einen Jobwechsel aufschieben, obwohl sie eigentlich mit ihrer derzeitigen beruflichen Situation unzufrieden sind. Auch schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit lassen uns oft unbewusst vor Veränderungen zurückschrecken, da wir uns vor erneuten Enttäuschungen schützen wollen.

Laut Elke Wagenpfeil unterscheiden sich Menschen im Grad ihrer Offenheit für Veränderung. Als eine von fünf Persönlichkeitsdimensionen im wissenschaftlich sehr gut erforschten „Big-Five-Persönlichkeitsmodell“ bestimmen sogar unter anderem unsere Gene in nicht unerheblicher Weise mit, wie offen wir neuen Erfahrungen gegenüber sind. „Darüber hinaus überlegen sich gerade Menschen mit 50+ intensiver, zu welchem ‚Preis‘ sie wechseln, beziehungsweise, ob sie die Sicherheit eines Jobs für eine neue Probezeit aufgeben. Dies gilt es in der Tat gründlich abzuwägen. Dennoch ist es wichtig, nicht aus Unsicherheit vor dem Neuem zu lange am Alten festzuhalten, obwohl es nicht guttut.“

Angst vor Ablehnung

Angst vor Bewerbungen tritt am häufigsten in Situationen auf, in denen man seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und oft auch seine Persönlichkeit offenbaren muss. Man gibt bei einer Bewerbung viel von sich preis – und legt bisherige Erfolgserlebnisse, Stärken, aber auch Schwachstellen offen. Eine Ablehnung, vor allem in Form einer endgültigen Absage, tut dann besonders weh, denn man fühlt sich persönlich zurückgewiesen. Das ist ähnlich wie beim Dating – ein Korb kratzt eben immer etwas am Selbstbewusstsein. Aufgrund genau dieser Angst vor Ablehnung haben 8 Prozent der Deutschen schon mal eine Bewerbung doch nicht abgeschickt. Bei jüngeren Menschen kommt dies noch häufiger vor als bei älteren: Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 11 Prozent, bei der Generation 55+ nur 5 Prozent.

Je stärker Menschen das Thema Bewerbung und Vorstellungsgespräch emotional besetzen, umso höher ist laut Elke Wagenpfeil auch die Angst davor: „Wenn Bewerber also zum Beispiel vom Erfolg oder Misserfolg ihrer Bewerbung ihren Selbstwert abhängig machen, besetzen sie die Situation extrem emotional, wodurch ihre Ängste gesteigert werden. So bekommt das Abschicken eines Lebenslaufs eine völlig übersteigerte Bedeutung.“ Absagen sind jedoch ganz normal. „Wenn ein Unternehmen auf eine Stelle 476 Bewerbungen erhält und du eine Absage bekommst, dann kannst du dir ausrechnen, mit dir werden noch 474 andere ebenfalls abgelehnt. Das relativiert ungemein“, beruhigt sie.

Was nun? 5 Tipps, um deine Angst vor Bewerbungen zu überwinden

Ein bisschen Aufregung vor oder bei einer Bewerbung ist ganz natürlich und gehört bis zu einem gewissen Grad einfach dazu. Leichte Anspannung ist im Normalfall sogar ein gutes Zeichen, denn sie zeigt dir, dass du die Stelle, auf die du dich bewirbst, auch wirklich willst. Dadurch hilft sie dir im positiven Sinne, dich bei der Bewerbung ins Zeug zu legen. Wenn die Aufregung jedoch in Angst überschlägt und dich ganz davon abhält, Bewerbungen abzuschicken, zu Vorstellungsgesprächen zu gehen oder gar nach Stellenanzeigen zu schauen, dann können dir die folgenden Tipps dabei helfen, deine Angst zu überwinden. Denn deine Angst vor dem Bewerbungsverfahren sollte deinem Traumjob nicht im Weg stehen!

Tipp #1 – Keine Scham vor deiner Angst

Tipp Numero Uno, den du dir von jetzt an dick und fett hinter die Ohren schreiben solltest: Mach dir bewusst, dass deine Angst menschlich ist, und nichts, wofür du dich schämen musst! Oft hilft es bereits, wenn du dir deine Angst erst einmal selbst bewusst machst und sie kommunizierst. Sprich mit Freunden oder deiner Familie darüber. „Sich seiner eigenen Unsicherheiten gewahr zu werden und zu adressieren, ist eine Grundvoraussetzung dafür, gezielt an ihnen zu arbeiten und sich dadurch optimal vorzubereiten“, so Elke Wagenpfeil. „In neueren psychologischen Ansätzen zur Angstbewältigung geht es darum, nicht gegen seine Ängste anzukämpfen, sondern diese anzunehmen und hilfreiche Strategien zu entwickeln.“ Dies können zum Beispiel Umdeutungen von Gedanken, hilfreiche Imaginationen, Meditationen oder Atemtechniken sein. „Ein gewisses Maß an Angst ist zur Gehirnaktivierung in Bewerbungssituationen sogar ganz nützlich“, ergänzt die Diplom-Psychologin und ehemalige Personalerin eines Konzerns.    Wenn du im Vorstellungsgespräch nervös bist, sag dies ruhig. Die Chancen stehen gut, dass dein Gegenüber auch schon mal Erfahrungen damit gemacht hat und weiß, dass das Vorstellungsgespräch eine Stresssituation ist. Es macht dich also womöglich sogar sympathisch, wenn du offen damit umgehst, und kann die Situation auflockern, sodass du dich wohler fühlst.

Tipp #2 – Male dir aus, was im schlimmsten Fall passieren kann

Nein, dieser Tipp soll dir keine Albträume bescheren! Es geht bei diesem gedanklichen Szenario viel mehr darum, deine Angst zu relativieren. Denn rational betrachtet wird dich ein „verhauenes“ Vorstellungsgespräch oder eine einzelne Absage gewiss nicht definieren.Rote Flecke am Hals und einige gestammelte Sätze haben erfahrene Personaler schon hunderte Male bei anderen Bewerbern erlebt. Und selbst im allerschlimmsten Fall, wenn du gar keinen Satz rausbekommen solltest, gibt es im Arbeitsmarkt diverse Alternativen. „Beim gedanklichen Durchspielen eines Worst-Case-Szenarios merkt man oft, dass die schlimmsten Befürchtungen gar nicht so schlimm sind, wie man dachte“, so Karrierecoach Elke Wagenpfeil. „Besser ist es allerdings, ein Best-Case-Szenario vor Augen zu haben, und sich zum Beispiel gedanklich vorzustellen, wie man souverän im Gespräch sitzt und am Ende mit einem Lächeln den Raum verlässt“, erläutert sie. Manchmal hilft es, die Angst aus der Metaperspektive oder auch „Mondperspektive“, also aus der Position des Beobachters, zu betrachten: Mache bewusst diese gedankliche Reise, um von deinen unangenehmen Gefühlen Abstand zu nehmen. Von einem neuen Blickwinkel aus gesehen, verändert sich auch die Bedeutung und Größe deiner Angst. Überlege dir zudem konkrete Alternativen, die du verfolgen kannst, falls es mit dieser einen Bewerbung nicht klappen sollte.

„Menschen, die von ausgeprägter Furcht vor Misserfolg im Leben geleitet werden – und oft sieht man das schon in der Kindheit und Jugend – gehen pessimistischer an Bewerbungssituationen heran“, so Elke Wagenpfeil. Sie empfiehlt zu hinterfragen, worauf man Erfolg oder Misserfolg attribuiert, also welchen Faktoren man diesen zuschreibt. In der Psychologie nennt sich dies die Attributionstheorie. „Viele Menschen denken ‚Wenn es klappt, war es Glück und wenn es nicht klappt, lag es an meinen Fähigkeiten‘. Das sind natürlich ungünstige Startbedingungen. Besser ist die Haltung: ‚Wenn es klappt, lag es an meinen Fähigkeiten‘. Und wenn es nicht klappt, lag es auch an externen Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann, wie zum Beispiel Mitbewerber, die genau an der gleichen Universität wie der Personalentscheider studiert haben, oder an unpassenden Fragen im Gespräch wie zum Beispiel nach dem aktuellen Buch auf dem Nachttisch. Natürlich sollte man auch reflektieren, was man verbessern kann. Doch sind wir uns mal ehrlich: Wirklich scheitert nur der, der es erst gar nicht versucht.“

Tipp #3 – Üben, üben, üben

Übung macht den Meister! Wenn du dich nicht gern fremden Menschen vorstellst, vermeidest du dies höchstwahrscheinlich auch in privaten Situationen. Wenn du aber erst in einem Bewerbungsgespräch damit konfrontiert wirst, kann dich allein die zusätzliche Aufregung, die dadurch entsteht, schon aus dem Konzept bringen. Um deine Angst zu überwinden, kann es im Vorhinein helfen, dich ganz bewusst als Übung in diese „unangenehme“ Situation zu bringen. Stell dich Freundesfreunden vor, mit denen du dich noch nie allein unterhalten hast oder bitte jemanden, dem du vertraust, darum, mit dir ein Bewerbungsgespräch zur Übung durchzuspielen. Je öfter du übst, desto sicherer wirst du im Umgang mit fremden Gesprächspartnern und Situationen, und auch in deiner Selbstpräsentation.

„Auch alleine, zum Beispiel vor dem Spiegel, kann man prima üben“, ergänzt Karrierecoach Elke Wagenpfeil. „Außerdem hat heute mit dem Smartphone so gut wie jeder auch eine super Kamera zur Hand. Damit kann man sich nicht nur selber aufnehmen, sondern auch gleich schauen, wie gut man in der Zeit liegt. Egal wie, Üben ist definitiv einer der wichtigsten Tipps, den ich allen meinen Klienten ans Herz lege. Angst lässt sich ganz stark darüber reduzieren, sich mit der Situation vertraut zu machen.“

Tipp #4 – Bereite dich gut vor und schätze deine Chancen realistisch ein

Wir haben vier Wörter für dich: Lies. Die. Jobbeschreibung. Genau. Welche Anforderungen sind konkret gefragt? Wo gibt es Überschneidungen mit deinen Kenntnissen, wo vielleicht Lücken? Dies hilft dir bereits im Vorfeld, deine Chancen realistisch einzuschätzen und bewahrt dich im Zweifelsfall vor einer Enttäuschung. Du musst das Jobprofil nicht einhundertprozentig erfüllen, um dich erfolgreich zu bewerben. Aber falls dir Berufserfahrung fehlt, solltest du dich in jedem Fall gut darauf vorbereiten, bei entsprechenden Fragen souverän zu reagieren. Zum Beispiel könntest du in so einem Fall darauf verweisen, dass du schnell und gerne Neues lernst und gewillt bist, dich für den Job weiterzubilden und dir neue Kompetenzen anzueignen.

Gute Vorbereitung ist auch laut Karrierecoach Elke Wagenpfeil einer der Schlüssel schlechthin, um seiner Bewerbungsangst entgegenzuwirken. Ihrer Erfahrung nach arbeiten viele Unternehmen mit der sogenannten „STAR-Methode“, um in einem Vorstellungsgespräch mehr über die Fähigkeiten eines Bewerbers in einer bestimmten Situation herauszufinden. „Diese Methode ist jedoch auch wunderbar geeignet, um sich selbst auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten“, so die ehemalige Personalerin. Die Abkürzung STAR steht dabei für Situation, Task (Aufgabe), Action (Handlung) und Result (Ergebnis). Für alle klassischen Themen wie Teamfähigkeit, Belastbarkeit oder Flexibilität kannst du dir anhand dieser vier Schritte Beispiele vorab zurechtlegen, in denen du die jeweilige Fähigkeit in der Vergangenheit bereits unter Beweis gestellt hat. Also: Wie war die Ausgangslage, was war deine Aufgabe, was hast du konkret gemacht und was ist schließlich dabei herausgekommen?

Tipp #5 – Die Dosis macht das Gift: Gehe deine Angst in kleinen Schritten an

Je nachdem wie ausgeprägt deine Angst vor Bewerbung & Co. ist, wirst du sie in den seltensten Fällen von heute auf morgen los. Du kannst dich aber strategisch langsam herantasten, um sie Schritt für Schritt zu überwinden. Kleine Schritte fallen uns oft leichter als riesige Veränderungen. Damit dich die unbekannten Faktoren vor einer Bewerbung nicht „überrollen“, kannst du zum Beispiel damit beginnen, dich genau über das angestrebte Unternehmen zu informieren. Vielleicht kennst du über Ecken jemanden, mit dem du dich mal unverbindlich über die Firmenkultur unterhalten kannst? Es kann aber genauso helfen, einfach mal eine Testbewerbung zu schreiben, ohne sie abzusenden. Mit diesen „Trockenübungen“ kannst du dich langsam an das Bewerbungsszenario herantasten. Mit jedem weiteren Schritt wirst du merken, dass du dich selbstsicherer fühlst und die Angst immer weiter schwindet.

Angst vor Bewerbungen überwinden – wir glauben an dich!

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*Repräsentative Online-Umfrage unter 2.057 Personen; durchgeführt von der YouGov Deutschland GmbH im Auftrag von Monster im Zeitraum 28.-30. April 2021.

**wenn du regelmäßig unter starken Panikattacken leidest, kann es sinnvoll sein, dir psychologische Hilfe zu holen.