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Anspruch auf Arbeitslosengeld nach der Elternzeit

Anspruch auf Arbeitslosengeld nach der Elternzeit

Arbeitslosengeld nach der Elternzeit - Ansprüche & Höhe

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) hat gezeigt, dass rund 30 Prozent aller Mütter von Kindern unter vier Jahren nicht erwerbstätig sind (Zahlen von 2014). Auch die Rückkehr ins Berufsleben nach der Elternzeit fällt vielen frischgebackenen Müttern und Vätern schwer. Haben sie Anspruch auf Arbeitslosengeld nach der Elternzeit? Und wie hoch fällt dieses aus? Können sie auch auf eine Teilzeitbeschäftigung umsteigen? Wir klären auf.

 

Wer hat einen Anspruch auf Arbeitslosengeld nach der Elternzeit?

 

Sowohl Berufstätige als auch Hartz-4-Empfänger haben einen Anspruch auf Elternzeit, welche bis zu drei Jahren beantragt werden kann. Sobald das Kind das dritte Lebensjahr vollendet hat, kann dieses in einer Betreuung umsorgt werden. Eine Erziehung kann so weiterhin gewährleistet werden und die Eltern können spätestens zu diesem Zeitpunkt wieder in ihren bisherigen Beruf einsteigen.

Eltern, die bereits vor der Geburt ihres Kindes arbeitslos waren, erhalten auch nach der Elternzeit weiterhin Arbeitslosengeld 2 und müssen der Arbeitsvermittlung wieder zur Verfügung stehen. Beim Kinder- und Elterngeld ist allerdings zu beachten, dass diese als Einkommen angerechnet werden, sodass sich der Hartz-4-Satz um den entsprechenden Betrag verringert. Haben die Eltern vor der Geburt ihres Kindes aufstockend Hartz 4 erhalten, gibt es jedoch einen Freibetrag bis zu 300 Euro auf das Elterngeld, welcher nicht auf den Hartz-4-Satz angerechnet wird.

Mütter und Väter, die nach der Elternzeit nicht in ihre zuvor bestehende Tätigkeit zurückkehren wollen, haben dann einen Anspruch auf  Arbeitslosengeld, wenn sie in den letzten zwei Jahren mindestens zwölf Monate eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt und an 150 Tagen ein Arbeitsentgelt erzielt haben. Sie müssen sich arbeitslos melden und künftig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, um Arbeitslosengeld nach der Elternzeit zu erhalten.

 

Wie hoch fällt das Arbeitslosengeld aus?

 

Die Höhe des Arbeitslosengeldes wird hierbei auf der Grundlage der Arbeitseinkünfte vor der Elternzeit berechnet und beträgt 67 Prozent des letzten Nettogehalts. Wenn in den letzten zwei Jahren allerdings nicht an mindestens 150 Tagen ein Arbeitsentgelt erzielt wurde, z. B. aufgrund einer Elternzeit von mehr als zwei Jahren, legt man zur Berechnung des Arbeitslosengeldes eine Pauschale zugrunde, das sogenannte fiktive Arbeitsentgelt. Damit kann der Betrag des Arbeitslosengeldes jedoch deutlich niedriger ausfallen als mit den 67 Prozent des früheren Nettoeinkommens.

Möchten die Eltern nach der Elternzeit lieber nur teilzeitbeschäftigt sein, haben sie auch darauf einen Anspruch, solange mehr als 15 Mitarbeiter in dem Betrieb beschäftigt sind. Nur aus schwerwiegenden betrieblichen Gründen kann der Antrag abgelehnt werden.

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Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e.V.

Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e.V. wurde im Januar 2017 vom Rechtsjournalisten Marcel Weber in Berlin gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Transparenz im Bereich Sozialrecht zu schaffen, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in die wichtigsten Themen zu bieten.

Ziel und Zweck der Interessengemeinschaft e.V. ist die Beobachtung sozialrechtlicher Entwicklungen, Analyse und Kommentierung aktueller Rechtsprechungen sowie der Bereitstellung von Informationen und Hilfestellungen für Leistungsempfänger und Interessierte. Dabei verfolgt der Verein keinerlei eigenwirtschaftliche Zwecke. Die Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. In ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Vereins erhalten diese keine Zuwendungen oder Gewinnanteile aus Mitteln des Vereins.

 


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