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Bewerbisch sprechen: Selbstdarstellung für Anfänger

Bewerbisch sprechen: Selbstdarstellung für Anfänger

Bewerbisch sprechen: Selbstdarstellung für Anfänger

Wer sich bewirbt, muss sich selbst anpreisen. Doch das ist mitunter gar nicht so einfach... Buchautorin Francoise Hauser hat nützliche Tipps für Bewerber.

Von Francoise Hauser

 

Der Startpunkt Ihrer Strategie sind Sie selbst, das anvisierte Ziel die neue Stelle. Der Unterschied zwischen diesen beiden Polen (quasi zwischen Ist und Soll) entspricht dem Übersetzungsbedarf aus dem Klardeutschen ins Bewerbische.

Zu allererst sollten Sie sich eine kleine Liste mit Eigenschaften erstellen, die ihre Persönlichkeit abbilden.

Tipp: Helfen lassen

Fragen Sie ihre Freunde, wie sie Sie beschreiben würden und lassen Sie sich eine Liste mit Adjektiven und Assoziationen erstellen. Gehen Sie die Liste ihrer nunmehr Ex-Freunde aufmerksam durch, erstellen sie eine eigene, verbesserte Liste. Diese Persönlichkeitsanalyse wird Ihnen später noch gute Dienste leisten. Achten Sie immer darauf, negative Wörter zu vermeiden!

 

Eigenschaft

Übersetzung

geizig

sparsam

faul

ergebnisorientiert

über Leichen gehend

effizient

besserwisserisch

dominant

entscheidungsfreudig

nervig

insistent

Quasselstrippe

kommunikativ

kundenorientiert

aggressiv

durchsetzungsfähig

Heulsuse

sensibel

autistisch

Tüftler

autoritär

Leadership-Qualitäten

furchterregend

Team-motivierend

launisch

emotional

langweilig

nett

unwissend

interessiert

unfähig sich zu konzentrieren

offen für Neues

Achtung!

Dummerweise verwenden Personalchefs und Bewerber im Bewerbischen oft dieselben Vokabeln, meinen aber etwas Grundverschiedenes:

Bewerbisch

Personaler

Bewerber

innovativ

lässt sich klaglos alle Verschlechtbesserungen vorsetzen

Habe davon keine Ahnung, aber das krieg ich schon hin

lösungsorientiert

es ist mir egal, wie Sie das machen, aber sehen Sie zu, dass das klappt

ist doch egal, wie ich das gemacht hab, oder? Hauptsache, es hat geklappt

dynamisch

arbeitswütig

Ich mache nichts, sehe dabei aber extrem gut aus

motiviert

Bewerber bleibt  bis Mitternacht im Büro

Wäre doch gelacht, wenn ich nicht heimlich schon um 15 Uhr gehen könnte

proaktiv

das ist noch aktiver als aktiv. Also fast schon hyperaktiv

Aufgaben, die man gerne mag,  vorab an sich reißen, damit man dann bei der Verteilung unangenehmer Tätigkeiten bedauernd abwinken kann: "Sorry, ich bin schon versorgt"

Teamplayer

Sich klaglos alle tollen Ideen von den älteren Mitarbeitern klauen lassen

Andere arbeiten lassen und auch noch gut dabei wegkommen

ergebnisorientiert

Ist skrupellos und geht über Leichen, um das Ziel zu erreichen

Möglichst schnell irgendwelche Ergebnisse zusammenpfuschen und dann nach Hause gehen, auch wenn es erst 14 Uhr ist

Genauso sollten Sie sich Gedanken machen über den USP = Unique Selling Point. Gemeint ist damit nicht, dass Sie Ihre Vorzüge nur an eine einzigen Stelle preisen und dann darauf hoffen, dass dieser geschmeichelte Empfänger der Bewerbung die Vorzugsbehandlung mit einer neuen Stelle würdigt, sondern ihr Alleinstellungsmerkmal.

Lassen Sie sich jedoch nicht in die Irre führen. Hier ist nicht die Rede von Muttermalen in der Leistengegend oder die unverwechselbare graue Haarsträhne am Hinterkopf, sondern es geht um Fähigkeiten, die Sie von anderen Bewerbern unterscheiden. Beruflich relevante natürlich, lassen Sie also die Jonglierbälle zuhause. An dieser Verwechslung sind schon viele gescheitert!

 

Dieser Text ist ein Auszug aus ...

Würden Sie für mich aus dem Fenster springen? Bewerbungswahnsinn für Anfänger und Fortgeschrittene

Das Buch von Francoise Hauser ist erschienen im Herder Verlag und kostet 8,99 Euro.


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