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Das richtige Anschreiben auf eine Stellenanzeige – so passt‘s!

Das richtige Anschreiben auf eine Stellenanzeige – so passt‘s!

Das passende Anschreiben auf die Stellanzeige

Noch bevor du mit dem Schreiben des Anschreiben los legst, steht eine wichtiger Punkt auf dem Programm: die Stellenanzeige richtig lesen! Das klingt banal, doch viele Bewerber konzentrieren sich zu sehr auf das Anforderungsprofil und zu wenig auf die Aufgabenbeschreibung - und schreiben sich so um Kopf und Kragen. Wie du das vermeiden, wie du die Sprache der Personaler entschlüsselst und Anschreiben und Stellenanzeige aufeinander abstimmen kannst, verraten wir dir hier.

 

Wie du eine Stellenanzeige richtig liest und verstehst

Bevor eine Stellenanzeige geschaltet wird, definieren Unternehmen ein Anforderungsprofil an eine Stelle. Fach- und Personalabteilung legen fest, welche Aufgaben dazu gehören, welche Befugnisse und Kompetenzen der Bewerber mitbringen soll, mit welchen Mitarbeitern und Abteilungen er zusammenarbeitet, welche Anforderungen an Ausbildung, Erfahrungen und Spezialkenntnisse gestellt werden.

Kurz: Es wird ein Profil entworfen, in das der ideale Kandidat passen soll! Stellenanzeigen beschreiben oft kurz und knapp die wesentlichen Informationen über Unternehmen, Aufgaben und Erwartungen. Der Knackpunkt: Oftmals konzentrieren sich Bewerber auf das Anforderungsprofil und zu wenig auf die eigentlichen Aufgaben. Das kann zu falschen Vorstellungen und folglich zu einer Absage führen, da man dem jeweiligen Bewerber nicht zutraut, die Aufgabe bewältigen zu können. Das muss aber nicht sein, wenn du dir entsprechend die Zeit nimmst die Informationen richtig zu lesen, zu verstehen und basierend darauf dein Anschreiben auf die Stellenanzeige anpasst.

 

Auf die richtige Technik kommt es an

Bevor du mit deinem Anschreiben beginnst solltest du dir die folgenden drei Dinge genauer ansehen und dir klar machen, was sich dahinter verbirgt:

  1. die Stellenbezeichung, bzw. den Stellentitel
  2. die Aufgabenbeschreibung für die Stelle
  3. die Anforderungen an den Bewerber

Besonders wichtig für ein gutes Anschreiben ist es, die beiden  Bausteine – Aufgabenbeschreibung und Anforderungen –  zu berücksichtigen. Bei jeder Anzeige, die dein Interesse weckt, solltest du die für dich wichtigen Informationen individuell herausarbeiten und mit deinem persönlichen Profil vergleichen. Was will das Unternehmen? Was bringe ich dafür mit? Im Anschreiben beschreibst du dann, die sich aus diesem Vergleich ergebende Schnittmenge.

  1. Die Stellenbezeichnung

Die erste Hürde bei der Lektüre von Stellenanzeigen ist die Stellenbezeichnung. Oft sind die Berufsbezeichnungen nicht mehr so durchsichtig, wie sie einmal waren. So lassen sich "Facharzt/-ärztin", "Informatiker" oder „Bauchleiter“ zwar noch gut verstehen und zuordnen, schwieriger wird es allerdings, wenn englische Begriffe ins Spiel kommen.

So entspricht, zum Beispiel, ein Executive Assistent nicht unbedingt einem Führungsposten, sondern gerne auch mal dem Bürogehilfen. Auf Englisch klingt eben alles ein wenig wichtiger. Oder anders gesagt: Wäre man lieber Facility Maintenance Manager oder Hausmeister? Hier musst du etwas aufpassen und dich nicht gleich von tollen Begrifflichkeiten an der Nase herumführen lassen. Sei dir bewusst, welche Berufsbezeichnungen zu deinem Profil und deiner Seniorität passen könnten und lies dir Aufgaben und Anforderungen sorgefältig durch, damit du einschätzen kannst, um welche Position es sich tatsächlich handelt.

  1. Die Aufgabenbeschreibung

Im nächsten Schritt überprüfst du die Aufgabenbeschreibungen und analysierst, ob und welche Aufgaben du bereits selbst in vergleichbarer Form in deinem jetzigen oder bisherigen Aufgabengebiet oder auch in Praktika oder Ausbildung bearbeitet hast. Die Frage "Kann ich das schaffen und bin ich auch geeignet, die Aufgabe zu meistern?" muss du dir an dieser Stelle stellen und ehrlich für dich beantworten.

  1. Anforderungen und Qualifikationen

In erster Linie interessiert das Unternehmen deine konkrete Bezugnahme auf die in einer Stellenanzeige genannten fachlichen und auf deine konkrete Erfahrung im Berufsfeld basierenden Anforderungen. Das zeigt, dass du diese verstanden hast und du erfüllst so den Wunsch des Arbeitgebers nach einem klaren Bezug zu Unternehmen und Position. Unternehmen unterscheiden bei den Anforderungen in einer Stellenanzeige zwischen Muss- und Kann-Anforderungen.

Muss-Kriterien  erkennst du an den folgenden Aussagen:

  • Voraussetzung sind sehr gute Kenntnisse in ....
  • Als Erfolgsvoraussetzung bringen Sie mit....
  • Kenntnisse in...sind aufgrund von ... unabdingbar
  • ....setzen wir ebenso voraus wie ....
  • Wir erwarten......
  • Sie verfügen über ...

Kann-Kriterien sind Qualifikationen, die, falls du diese nicht nachweisen kannst, nicht gleich zur Absage führen. Du bist aber klar im Vorteil, wenn es dir möglich ist, einige Kann-Kriterien mit Praxisbeispielen zu belegen. Diese sind zum Beispiel:

  • Idealerweise verfügen Sie über...
  • Kenntnisse in ... sind wünschenswert, aber nicht Bedingung
  • Weitere Kenntnisse in ... sind von Vorteil
  • wären vorteilhaft
  • vorzugsweise
  • Eine ...ist nicht unbedingt erforderlich, aber...
  • wäre ein zusätzlicher Vorteil

In der Regel werden zunächst die fachlichen und methodischen Anforderungen in Bezug auf akademische oder berufliche Ausbildung, Berufserfahrung, spezifisches Fachwissen etc. genannt.

Tipp: Lege dir eine Checkliste an und überlegen dir nachweisbare Beispiele, die diese Anforderungen aus deinem beruflichen Werdegang und deinen bisher gesammelten Erfahrungen belegen können.

 

So verstehst du eine Stellenanzeige – ein praktisches Beispiel

Schaue dir dieses konkrete Beispiel einer Anzeige für einen „Controller Großbritannien und USA“ an

Wir erwarten:

  • Ein abgeschlossenes Studium im Bereich BWL oder Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Controlling / Bilanzierung
  • Ein abgeschlossenes Studium im Bereich BWL oder Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Controlling / Bilanzierung
  • Langjährige  im Finanzwesen mit Analyse- und Führungsqualitäten
  • Sehr gute Kenntnisse in MS-Office, insbesondere Excel und Access
  • Sowohl sehr gute englische als auch sehr gute deutsche Sprachkenntnisse in Wort und Schrift
  • Technisches Verständnis, Verhandlungskompetenz, Flexibilität, ein hohes Maß anEigenorganisation, Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke
  • Sicheres und professionelles Auftreten im Umgang mit internen und externen Kunden sowohl am Telefon als auch persönlich

Zu den ersten vier Anforderungen (=Muss-Kriterien) in Bezug auf Studium, langjährige Erfahrung, sehr gute Excel- und Access-Kenntnisse sowie sehr gute Sprachkenntnisse solltest du in deinem Anschreiben auf jeden Fall Stellung nehmen und konkrete Praxisbeispiele erarbeiten. Manchmal lassen sich Anforderung an ein Studium auch durch langjährige qualifizierte Erfahrung ersetzen. Das kommt jedoch auf die Position an.

Eine Stellenanzeige kommt heute ohne die Begriffe Teamfähigkeit, Flexibilität, Belastbarkeit etc. nicht aus. Das sind grundlegende Eigenschaften, die im Allgemeinen vorausgesetzt werden. Unternehmen erfragen sie konkret im Bewerbungsgespräch und erhalten darüber einen Eindruck dieser sozialen Kompetenzen. Vermeide lieber Behauptungen wie "Ich verfüge über ein hohes Maß an Teamfähigkeit und Organisationsvermögen", wenn sie sich nicht an einem konkreten Beispiel belegen lassen.

Wichtig: Verwende deine Energie nur für Bewerbungen, wenn du dich mit der Stelle, den Anforderungen und dem Unternehmen identifizieren und dafür konkrete Beispiele aus deinem Erfahrungsschatz liefern kannst. Das merkt der professionelle Leser auf Unternehmensseite auch oder vielleicht sogar vor allem an deinem Anschreiben und hier hast du gute Chancen mit deiner Bewerbung zu punkten.

 

Anschreiben-Stellenbeschreibung-Checkliste

Um sicher zu stellen, dass Anschreiben und Stellenanzeige auch zusammen passen, lohnt es sich diese kurze Checkliste Schritt für Schritt durchzugehen. So gehst du auf Nummer sicher, dass du dein Anschreiben so aufbereitest, wie es sich der Arbeitnehmer wünscht: präzise, passend und auf den Punkt:

  • Vergewissere dich, dass die Stellenbezeichnung zu deinem Profil und deinen Kompetenzen passt.
  • Schaue dir den Aufbau der Stellenanzeige genau an.
  • Mache dir die Aufgabenbeschreibung und die Anforderungen/Qualifikationen für die Stelle bewusst.
  • Filtere Muss- und Kann-Kriterien heraus.
  • Beschreibe dein Profil und stellen einen klaren Bezug zu den Aufgabenbeschreibungen, aber vor allem auch zu den Anforderungen her.
  • Zeige konkrete Beispiele aus deinem Erfahrungsschatz auf.
  • Stelle dar, welchen Mehrwert du dem Unternehmen in der ausgeschriebenen Position liefern kannst.

 

Die Vokabelliste für Stellenanzeigen – mit Augenzwinkern ;)

Und bei all der Ernsthaftigkeit, die eine Bewerbung und das Verfassen eines guten Anschreiben mit sich bringt, zum Abschluß noch etwas zum schmunzeln – falls du bei all den vielen „Buzzwords“ in einer Stellenanzeige gar nicht mehr weiter wissen solltest:

  • Selbstmotivation - Die Fähigkeit, sich auch nach drei Monaten mit 300 Überstunden daran zu erinnern, warum man den Job haben wollte. Alternativ sind auch hohe Schulden förderlich, die es völlig undenkbar machen, einfach den Bettel hinzuschmeißen.
  • Schlüsselkompetenzen – Sie hat nichts damit zu tun, ob man auch noch nach dem dritten Glas Wein zielsicher die Eingangstür öffnen kann. Der Begriff umfasst alles, was man für den Job braucht.
  • Operativ – Es macht gar nichts, wenn du kein Blut sehen kannst. Das Wort operativ bedeutet nur...nun ja, in diesem Umfeld eigentlich gar nichts. Wer operativ tätig ist, macht etwas - und klingt dabei interessant. Somit sind die meisten Stellen an sich operativ - ein operativer Einkäufer beispielsweise ist einer, der das dann auch wirklich macht und nicht nur dumm rumsteht.
  • KLP – Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit: Diese völlig sinnfreien Vokabeln gehören eigentlich schon zum Fortgeschrittenen-Vokabular. Überlies sie einfach - sie dient nur dazu, die Textfülle zu erhöhen.
  • Rekrutierungsprozesse – Still gestanden! Rühren! Setzen! Personaler, die diesen Begriff verwenden, wollen vor allem zeigen, dass alles ganz bewusst und akkurat abläuft oder sich einfach dahinter verstecken.

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