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Deine Stärken & Schwächen – wie du sie verkaufst!

Deine Stärken & Schwächen – wie du sie verkaufst!

Bewerbung: Stärken und Schwächen verkaufen

Ganz klar, für eine erfolgreiche Bewerbung muss man seine Stärken und Schwächen kennen. Wichtig ist, sich über beides klar zu werden und im Bewerbungsgespräch gut zu verkaufen. Hier erfährst du, wie du dich gezielt auf die Fragen nach deinen Stärken und Schwächen vorbereitest.

 

Ehrliche Selbstanalyse – so kannst du es angehen!

 

Wer bin ich, was kann ich, was will ich? Vielen Menschen fallen die Antworten schwer. Wer seine Stärken und Schwächen falsch einschätzt, landet schnell in einem Job, in dem er nicht glücklich wird. Das belastet Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen und kostet Zeit und Energie. 

Kandidaten, die ihre Fähigkeiten überschätzen und bei der Bewerbung zu dick auftragen, überstehen oft die Probezeit nicht. Denn das Image, das sie im Vorstellungsgespräch vermitteln, können sie nicht lange aufrechterhalten. Deshalb lohnt es sich, Fähigkeiten und Präferenzen genau unter die Lupe zu nehmen und im Bewerbungsgespräch ein möglichst authentisches Bild abzugeben. Hier ein paar Möglichkeiten, wie du diese Aufgabe angehen kannst:

 

         1. Frage einfach andere – Friends & Family

Um Wunsch und Wirklichkeit besser auseinanderhalten zu können, empfiehlt es sich, Menschen zu befragen, die einen schon lange kennen, etwa Familie, Freunde und Bekannte: "Es ist wichtig, dass jemand von außen auf einen Menschen schaut", empfiehlt Karsten Ulbrecht, Gesellschafter des Bewerbungsbüros Wortgewandt. Selbstanalyse und Fremdeinschätzung müssen gnadenlos ehrlich sein, auch wenn die Wahrheit manchmal wehtut.

Man kann auch die Hilfe von professionellen Karriereberatern und Coaches in Anspruch nehmen. Das kann allerdings ein paar hundert Euro kosten – je nachdem, ob es sich nur um eine kurze Beratung handelt oder anschließend das Bewerberprofil und die Mappe gemeinsam erstellt werden.

 

          2. Lass die Profis ran - Berater, Coach & Co

Während Berater eher die Qualifikationen unter die Lupe nehmen und zeigen, wie man sie ins rechte Licht rückt, arbeiten Coaches methodisch. Wichtig bei allen Fremdanalysen ist es, Kritik anzunehmen, zu reflektieren und daraus zu lernen, anstatt sich dagegen zu sträuben.

Eine weitere Möglichkeit, ein neutrales Feedback zu erhalten, sind Potenzialanalysen. Normalerweise werden sie von Unternehmen eingesetzt, um Mitarbeiter besser einschätzen zu können und an die Position zu bringen, wo sie ihre Kompetenzen voll entfalten können. Sie dienen aber auch als Werkzeug zur objektiven Selbsteinschätzung. Kandidaten werden mit Multiple-Choice-Fragen konfrontiert, in denen beispielsweise Teamgeist, Führungsqualitäten, Entscheidungsfreude oder Durchsetzungsvermögen ermittelt werden. Das Testergebnis sollte mit einem Coach besprochen werden.

 

         3. DIY - Selbstgemachte Persönlichkeitsanalyse

Es geht auch einfacher: "Schauen Sie sich einfach Ihren Lebenslauf an", rät Hans Rainer Vogel, Gesellschafter der Vogel und Detambel Personalberatung. Damit meint er nicht die tabellarische Auflistung, die jeder Bewerbung beiliegen muss, sondern einen detaillierten Plan, was man früher schon immer gern gemacht hat und worin man besonders gut war. "Die früheren Berufsstationen und privaten Aktivitäten geben schon einige Auskunft darüber, was Spaß gemacht hat und wo es Konflikte gab", sagt Martina Diel, die sich als Coach für IT-Experten spezialisiert hat.

 

Stärken erkennen – Tipps & Tricks

 

Gnadenlose Ehrlichkeit sich selbst gegenüber fällt leichter, wenn man sich eines vor Augen hält: "Es gibt keine guten und schlechten Eigenschaften, es gibt nur solche, die für eine bestimmte Aufgabe passen oder nicht", sagt Wilfried Mätzler, Geschäftsführer von Thomas International, einem Anbieter von Potenzialanalysen.

Persönlichkeit und Charaktereigenschaften sind angeboren und lassen sich nur bedingt verändern. Kreativität beispielsweise ist für einen Job in der Forschung und Entwicklung unerlässlich, in der Qualitätskontrolle oder in der Buchhaltung dagegen sind akribische, gewissenhafte Erbsenzähler gefragt. "Jede Charaktereigenschaft", sagt Mätzler, "hat ihre Berechtigung."

 

          Tipp 1: Im Bewerbungsgespräch nicht zu dick auftragen

Natürlich erwarten die Unternehmen von ihren künftigen Mitarbeitern viele gute Eigenschaften. Teamfähig sollen sie sein, führungsstark, belastbar, flexibel, mobil, zielorientiert, kommunikativ, verantwortungsbewusst, engagiert und vieles mehr. Dass es fast unmöglich ist, all diese Stärken in einer Person zu vereinen, ist den meisten Personalern klar.

Als Bewerber sollte man bei der Beschreibung seiner Stärken nicht zu dick auftragen – die meisten Gesprächspartner merken schnell, wenn sich jemand über Wert verkaufen will, nur um die Stelle zu bekommen. Wer im Vorstellungsgespräch zu sehr auftrumpft, gilt schnell als Angeber.

 

          Tipp 2: Ehrlich währt am längsten

Neben dem Image als Angeber oder Opportunist lauert noch eine andere Gefahr: Alle Stärken, die jemand im Vorstellungsgespräch sein Eigen nennt, werden später im Berufsalltag von den Vorgesetzten eingefordert.

Wer sich als besonders belastbar beschreibt, nach einer Woche Stress aber schon die Flügel streckt, enttäuscht und verärgert seinen Arbeitgeber ebenso wie jemand, der sich als teamfähig bezeichnet, den Kollegen aber sein Wissen und seine Arbeitsergebnisse vorenthält. Und wer Angst vor Verantwortung hat, darf sich nicht als Projektleiter mit Budgetverantwortung einstellen lassen.

 

          Tipp 3: Belege deine Qualitäten

Ein Beispiel: Mobilität und Flexibilität gehören zu den Stärken, die Kundenberater unbedingt brauchen. Deshalb sollte man sich darüber klar sein, wo die Grenzen liegen. Ist man bereit, wochenlang umherzureisen und Kunden zu besuchen, die über ganz Deutschland verstreut sind? Hat man die Nerven, an der vordersten Front um Aufträge zu kämpfen? Oder liegt die Stärke nicht eher darin, in der zweiten Reihe zu stehen, um die Projekte am Heimatstandort zu koordinieren und zu überwachen?

Um Stärken glaubhaft zu vermitteln, sind konkrete Beispiele hilfreich. Wer sich als innovativ bezeichnet, könnte aufführen, welche Produkte er entwickelt oder wie viele Patente er angemeldet hat. Die eigenen Qualitäten findet man auch in den Zeugnissen früherer Arbeitgeber.

 

Auch Berufsanfänger haben Stärken

Berufsanfänger sollten sich von ihren Professoren eine Beurteilung ausstellen lassen, damit sich die Personaler nicht nur von den Studienfächern, sondern auch von den persönlichen Vorzügen ein Bild machen können. Bei Absolventen könnten die zum Beispiel darin liegen, dass sie sich um die Koordination der Praktika gekümmert oder einen Versuchsaufbau geleitet haben.

 

Der Umgang mit den Schwächen - Tipps & Tricks

 

"Was sind Ihre Schwächen?" – diese Frage ist im Vorstellungsgespräch so sicher wie das Amen in der Kirche, und Bewerber fürchten sie. Niemand spricht gerne über das, was er nicht kann, denn niemand will sich selbst Steine in den Weg legen und sich gegenüber den anderen Kandidaten schlechter darstellen. Man kann sich aber im Vorfeld auf diese Frage vorbereiten. Denn: Wer behauptet, keine Schwächen zu haben, ist unglaubwürdig.

 

          Tipp 1: Tricks und Ironie kommen nicht gut an

Wer versucht, Schwächen in Stärken umzumünzen, wird schnell entlarvt. Einige Kandidaten antworten, ihre größte Schwäche sei Ungeduld, deshalb seien sie immer viel früher als andere mit ihrer Arbeit fertig. Das ist ein billiger Trick, die Frage ins Positive zu drehen. Personaler durchschauen die Absicht und bekommen gleich einen schlechten Eindruck.

Was auch nicht besonders gut ankommt, sind Bemerkungen, die mit einem Schmunzeln oder einem Augenzwinkern gemacht werden, wie etwa: "Ich habe eine Schwäche für Schokolade und guten Rotwein." Das demonstriert Unsicherheit, denn damit versuchen die Bewerber zu vermeiden, über ihre wahren Schwächen zu sprechen.

 

          Tipp 2: Ehrlichkeit ist angesagt

Minuspunkte riskiert auch, wer sagt, er habe keine Schwächen, die im Zusammenhang mit der Stelle relevant wären. Diese Entscheidung will der Personaler oder künftige Vorgesetzte selbst treffen.

Ehrlichkeit ist angesagt. Natürlich wird niemand zugeben, dass er in früheren Arbeitsstellen schlechte Laune und dadurch Streit mit Kollegen hatte oder ständig angemahnt wurde, weil er Termine verpasst hat. Denn es ist davon auszugehen, dass das auch beim neuen Arbeitgeber nicht gerne gesehen wird.

Die Kunst liegt darin, einen Mittelweg zu finden zwischen der positiven Selbstvermarktung und ehrlicher Selbstkritik.

 

          Tipp 3: Das Weiterbildungsargument

Es gibt eine Möglichkeit, Schwächen zu erwähnen und sie im gleichen Atemzug abzumildern. Wem Schweiß auf die Stirn tritt, sobald er vor einer Handvoll Menschen sprechen muss, sich aber auf eine gehobene Position bewirbt, kann anführen, dass er Seminare zu Rhetorik, Präsentation und Selbstdarstellung besucht, um das Problem zu beheben. Wer offen zugibt, unstrukturiert zu arbeiten, kann dadurch punkten, dass er einen Coach für Arbeitsplatzorganisation engagiert hat und schon Fortschritte vorweisen kann. Und wer in einem global agierenden Unternehmen in der Vertriebsleitung arbeiten will, aber ein furchtbares Englisch spricht, kann das mit einer entsprechenden Weiterbildung korrigieren.

Wichtig ist, dass man bereits dabei ist, die Schwächen zu eliminieren oder zumindest zu reduzieren. Denn wenn die anderen Qualifikationen passen, zählen Engagement und Eigeninitiative mehr als das Problem, um das es geht.

 

Manchmal geht es den Personalern aber gar nicht darum, die Schwächen eines Kandidaten zu ergründen, sondern zu beobachten, wie jemand mit dieser Frage und seinen negativen Seiten umgeht. Wer gleich nervös wird, Entschuldigungen vorbringt oder abzulenken versucht, wird später ähnlich reagieren, wenn ein Kunde Probleme mit dem Produkt oder der Dienstleistung anspricht oder eine Ware reklamiert.

Fazit: Es gibt keine schlechten Eigenschaften – nur solche, die besonders zu einer bestimmten Tätigkeit befähigen und für eine andere Tätigkeit ungeeignet sind. Wer ein klares Bild über seine Stärken und Schwächen hat, wird bei der Jobwahl eher die richtige Entscheidung treffen.


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