Bewerbungsgespräch: Guten Eindruck hinterlassen

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Wie man auch mit einfachen Strategien einen guten Eindruck beim Vorstellungsgespräch hinterlässt.



Zunächst ein kurzer Tipp vorweg: Es ist wichtig, dass man in der Lage ist, aus Fehlern zu lernen. Sollten Sie also schon einmal ein oder mehrere Bewerbungsgespräche hinter sich gebracht haben, dann ist jetzt der Zeitpunkt für eine gründliche Analyse gekommen. Egal, ob Sie den Job damals bekommen haben oder nicht. 

Was lief gut, was lief schlecht. Denken Sie darüber nach und arbeiten an den Punkten, die nicht so gut gelungen sind.

Wie man in den Wald hineinruft …

… so schallt es heraus. Das alte Sprichwort gilt auch fürs Vorstellungsgespräch. Der Eindruck, den Sie in den ersten Minuten machen, bildet die Grundlage für den Rest des Gesprächs. Wenn Sie den Einstieg vermasseln, stärkt das weder Ihr Selbstbewusstsein noch das Vertrauen des Interviewers in Ihre Fähigkeiten.

Andererseits ist der erste Eindruck Ihre große Chance. Nutzen Sie sie. Es ist wirklich einfach.

Ein fester Händedruck, positives Lächeln und Augenkontakt sind die Basics.

Die positive Ausstrahlung

Vermitteln Sie (nicht nur in den ersten Minuten) eine positive Einstellung. Was damit gemeint ist, zeigt ein einfaches Beispiel.
 
Vermeiden Sie Sätze wie: „Das ist ein fürchterliches Wetter zur Zeit.“ Statt dessen formulieren sie lieber so etwas: „Ich habe gelesen, dass das Wetter zum Ende der Woche wieder besser werden soll.“ Dieser rhetorische Kniff funktioniert nicht nur beim Small-talk. Probieren Sie es mal aus.

Die Präsentation des Lebenslaufs muss sitzen

„Erzählen Sie uns etwas über sich.“ Dass eine solche Frage auf Sie zukommen wird, ist nahezu garantiert. Viele Bewerber bereiten sich nicht darauf vor, weil sie überzeugt sind, sich selbst ja genügend zu kennen. Sehr oft wiederholen Bewerber nun ihren schriftlichen Lebenslauf in chronologischer Reihenfolge. Vom Studium bis zum letzten Job werden alle beruflichen Stationen durchgekaut, worauf Personaler innerlich mit den Augen rollen und am liebsten die Flucht ergreifen würden.

Was man wirklich von Ihnen erwartet ist eine Kurzpräsentation – nicht länger als fünf Minuten! -, in der Sie berufliche Stationen und Erfahrungen strukturiert schildern. Und zwar so, dass sie relevant für die Stelle sind, auf die Sie sich bewerben.

Antworten vorbereiten

Es gibt Standardfragen, die in fast jedem Vorstellungsgespräch vorkommen. Und es gibt die gemeinen Fragen, mit denen man ebenfalls rechnen muss.

Nehmen Sie sich die Zeit und bereiten sich gründlich darauf vor. Zwar wird man Ihnen nicht genau diese Fragen stellen und auch nicht alle, aber mit vielen davon wird man sie  in ähnlicher Form konfrontieren.

Nichtwissen zugeben

Wenn man Ihnen eine Frage stellt, die Sie beim besten Willen nicht beantworten können, dann geben Sie das offen zu. Ehrlichkeit währt auch hier am längsten. Aber zeigen Sie dabei Selbstbewusstsein. „Wenn ich Ihnen diese Frage beantworten würde, dann müsste ich raten.“ Soviel Offenheit kommt bestimmt besser an als Drumherumgerede oder langwierige Entschuldigungen und Ausflüchte.

Richtig peinlich kann es werden, wenn man sie beispielsweise fragt: „Die Firma XYZ kennen Sie doch bestimmt?“ Und Sie sagen: „Ja, natürlich kenne ich die“, obwohl sie in Wirklichkeit keinen blassen Schimmer haben. Jetzt bewegen Sie sich auf sehr dünnem Eis. Spätestens wenn der Interviewer das Thema vertieft, fliegt die Sache nämlich auf. Ein ehrliches Nein ist in solchen Fällen immer besser als bei einer glatten Lüge ertappt zu werden.

Bloß nicht übertreiben

Noch einmal: Gute Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch ist immens wichtig. Weitere nützliche Tipps finden Sie in unserer Rubrik Vorstellungsgespräch im Monster Karriere-Journal.

Aber übertreiben Sie es nicht. Sie werden nicht zu hundert Prozent perfekt sein, und das ist auch gut so. Niemand möchte einen roboterhaften Bewerber einstellen. Und am Tag vor dem Bewerbungsgespräch sollte Schluss sein mit der Vorbereitung. Beschäftigen Sie sich mit etwas völlig anderem. Wer bis zur letzten Minute lernt und trainiert, der verkrampft. Und das hat noch niemandem weitergeholfen.

(Frank Neumann, 2010 / Bild: Pressmaster, Fotolia.com)