Controller: alles über Jobs, Gehalt, Ausbildung


Controller: alles über Jobs, Gehalt, Ausbildung

Alles, was Sie über den Beruf des Controllers wissen sollten: Ausbildung, Arbeitsalltag, Gehalt, Karrierewege, Zukunftsaussichten und wo es Jobs für Controller gibt.

 

 


Von Martin Kinkel

 

 

Der Begriff "Controlling" kommt vom englischen "to control" = steuern. Der Beruf des Controllers ist aus dem betrieblichen Rechnungswesen entstanden. Während sich das betriebliche Rechnungswesen (landläufig "Buchführung") mit abgeschlossenen Geschäftsvorfällen beschäftigt, ist das Controlling ein Instrument zur Planung und Steuerung von Unternehmen, Aufgaben oder einzelnen Projekten, also vor allem auf die Zukunft gerichtet.

Was macht ein Controller?

Controller unterstützen das Management bei der Zielsetzung für das Unternehmen, planen und steuern bestimmte Abläufe und überwachen dabei auch, ob die verfolgten Ziele eingehalten werden. Bei Abweichungen steuern sie gegen und berichten dem Management auch über die Zielerreichung und etwaige Gründe für deren Verfehlung. In einem fortlaufenden Prozess kann das Management daraus wieder neue Ziele definieren usw. In gewisser Weise ist der Controller damit auch eine Schnittstelle zwischen Management und den Bereichen, in denen die Managementvorgaben operativ umgesetzt werden.

Kurzbeschreibung

Konsequentes und umfassendes Controlling ist eine der Säulen, auf denen eine zielgerichtete Unternehmensplanung basiert. Es dient dazu, das Unternehmensgeschehen für das Management transparent zu machen und somit zukünftige strategische und operative Führungsentscheidungen zu erleichtern. Transparente Unternehmenszahlen sind besonders in großen, multinationalen Unternehmen wichtig, erleichtern sie es doch, die Leistungen der einzelnen Bereiche oder Niederlassungen miteinander zu vergleichen, mögliche Schwachstellen innerhalb des Konzerns aufzudecken und entsprechende Korrekturmaßnahmen zu ergreifen.

Das Controlling bedient sich hierfür eines vielfältigen Kontroll-Instrumentariums, wie z.B. Soll-Ist-Vergleiche, betriebswirtschaftliche Analysen, Management-Informations-Systeme, Kostenrechnung sowie Ergebnis- und Bilanzplanung, um nur einige zu nennen. Es wird also schnell deutlich, daß der Controller analytische und pragmatische Fähigkeiten mitbringen muß, will er sich diesem weitgefächerten Aufgabenfeld stellen.

Aufgaben

  • Weiterentwicklung eines umfassenden Berichtswesens
  • Erstellung von Budgets
  • Detailaufgaben des strategischen und operativen Controlling und des allgemeinen Rechnungswesens
  • "Cash-Flow-Management"

Anforderungen

  • Abgeschlossenes wirtschaftswissenschaftliches Studium und/oder MBA mit den Schwerpunkten Controlling, Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern oder Revision, oder entsprechende kaufmännische Ausbildung
  • Mehrjährige Erfahrung in den Bereichen Controlling, Finanz- und Rechnungswesen, wenn erforderlich U.S. GAAP
  • Praxis mit verschiedenen EDV-Anwendungen und Softwareprogrammen
  • Fließendes Englisch in Wort und Schrift
  • Auslandserfahrung von Vorteil, vorzugsweise USA
  • Analytische Fähigkeiten, konzeptionelle und planerische Stärken
  • Durchsetzungsvermögen
  • Geistige Flexibilität

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Je nach Organisation und Größe des Unternehmens gibt es auch fachspezifische Controllingaufgaben, z. B. Projektcontrolling, Personalcontrolling, Investitionscontrolling, Beschaffungscontrolling usw.

Welche Kenntnisse benötigt ein Controller?

Ein Controller braucht zunächst natürlich Fachkenntnisse über Methoden und Instrumente des Controlling selbst, die im betriebswirtschaftlichen Vertiefungsfach "Controlling" vermittelt werden. Dazu benötigt er Wissen in den Themenbereichen, die eng mit dem Controlling verknüpft sind: Rechnungswesen und Bilanzierung, Kostenrechnung, Investition und Finanzierung, Unternehmensplanung und -führung usw. Selbstverständlich sind auch Kenntnisse in einschlägiger Software und, zumindest in größeren Unternehmen, sehr gutes Englisch. Je nach Einsatzbereich sind auch zusätzliche Fachkenntnisse aus anderen Disziplinen hilfreich, z. B. aus dem Maschinenbau oder den Naturwissenschaften.

Controller müssen vor allem sehr gut mit Zahlen umgehen und analytisch denken können. Zugleich müssen sie ihre Ergebnisse klar und verständlich präsentieren und ihre Empfehlungen überzeugend vertreten – hier sind also auch kommunikative Fähigkeiten gefragt, ebenso im Umgang mit der Geschäftsleitung, Kollegen aus der eigenen und anderen Abteilungen und, bei Führungskräften, den eigenen Mitarbeitern.

Der Beruf des Controllers ist auch bekannt als ...

Controlling wird oft noch als "internes Rechnungswesen" bezeichnet. Enge fachliche und meist auch organisatorische Beziehungen bestehen zum externen Rechnungswesen, zur Kosten- und Leistungsrechnung und zur Unternehmensfinanzierung.

Welches sind die Ausbildungswege zum Controller

Üblich sind ein Studium mit wirtschaftlichen Hintergrund, vor allem Betriebswirtschaftslehre oder Wirtschaftsingenieurwesen, mit Vertiefungsfach "Controlling". Auch naturwissenschaftlich-technische Absolventen wie Chemiker, Maschinenbauer usw. mit betriebswirtschaftlicher Vertiefung im Bereich "Controlling" oder verwandten Fächern haben ein sehr gesuchtes Profil.

Einschlägige Praktika, Studienarbeiten oder gar eine Promotion belegen zusätzlich die persönliche Qualifikation.

Können Quereinsteiger Controller werden?

Wegen der erforderlichen spezifischen Kenntnisse in der Rechnungslegung etc. ist auf jeden Fall eine interne oder externe Zusatzqualifikation im Bereich "Controlling" erforderlich, oft zusätzlich zu einem anderen Studienabschluss oder -schwerpunkt. So können z. B. Bauingenieure oder Chemiker zum Projektcontroller in entsprechenden Unternehmen weiterqualifiziert werden.

Wo gibt es Jobs für Controller?

Controller werden in der Regel in Unternehmen ab ca. 200 Mitarbeitern beschäftigt. In kleineren Unternehmen wird das Controlling häufig direkt von einem Mitglied der Geschäftsleitung wahrgenommen. Je größer die Unternehmen sind, umso vielfältiger und differenzierter sind die Beschäftigungsmöglichkeiten, auch mit internationalem Bezug.

Karrierewege für Controller

Vom Junior Controller über den Senior Controller hin zum Leiter Controlling und Rechnungswesen – das sind die üblichen Möglichkeiten. Doch darüber kann es für Controller auch weit hinausgehen: bis zum Finanzvorstand oder gar Unternehmenschef, vor allem in Firmen oder Zeiten, in denen der Fokus auf Kostenkontrolle oder -senkung liegt oder ein Unternehmen in einer schweren Krise einen Turn-around schaffen muss.

Was verdient man als Controller?

Berufseinsteiger können mit rund 40.000 Euro rechnen, wobei je nach persönlichen Qualifikationen, Region und Unternehmensgröße Abweichungen in beide Richtungen möglich sind. Berufserfahrene verdienen vielfach zwischen 50.000 und 70.000 Euro, bei Spezialkenntnissen auch darüber. Leiter Controlling und Rechnungswesen liegen bei Mittelständlern meist zwischen 80.000 und 100.000 Euro, in multinationalen Unternehmen deutlich über 100.000 Euro.

(Bild: yellowj)