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Datenbankprogrammierer

Ob Datenbanken Filmtitel, Börsendaten oder Kundenadressen enthalten - immer sind es Datenbank-Programmierer, die hinter diesen Software-Systemen stehen. Sie designen, entwickeln und pflegen sie.




Eine gute Datenbank zeichnet sich dadurch aus, dass sie einfach und übersichtlich zu befragen ist und die gewünschte Information in kürzester Zeit anzeigt. Die Performance hängt dabei entscheidend davon ab, wie geschickt indexiert wird. Was ist gemeint? Ein Index ist an ein bestimmtes Suchkriterium gebunden, wie etwa Name, Alter oder Wohnort. Sollen mehrere Suchkriterien miteinander kombiniert werden, braucht es natürlich auch mehrere Indices. Und bei deren Erstellung gilt es Fingerspitzengefühl walten zu lassen, damit Informationen optimal gesammelt, strukturiert, sortiert, aufbereitet, verwaltet und wieder abgefragt werden können. Datenbankprogrammierer fassen die Datenfluten so zusammen, dass sich möglichst viel Information in der Datenbankstruktur "verfängt" und auch wieder komfortabel abgefragt werden kann.

Bin ich geeignet?

Ohne strukturierendes und abstrahierendes Denken kommt ein Datenbankprogrammierer nicht aus, denn eine komplexe Datenlandschaft muss in einen Rechenvorgang übersetzt werden, der nach einem bestimmten, sich wiederholenden Schema abläuft. Hilfreich ist es, wenn der Programmierer schon viel Erfahrung mit unterschiedlichen Datenbanken gesammelt hat. Er muss vor allem aus dem Blickwinkel der User denken können, um ihre Bedürfnisse optimal abzubilden und umzusetzen.

Zugang haben insbesondere folgende Berufsgruppen:

  • Anwendungsentwickler
  • Datenbankadministratoren
  • Datenbankfachleute
  • Datenverarbeitungskaufleute
  • Organisationsprogrammierer
  • Software-Spezialisten
  • Diplom-Informatiker
  • Diplom-Wirtschaftsinformatiker
  • Diplom-Mathematiker
  • Informationswissenschaftler

Was müssen Datenbankprogrammierer können?

Für ihre Arbeit brauchen die Experten standardisierte Methoden, Sprachen und Softwaretools. Das erfordert formales Arbeiten und exaktes, analysierendes Denken. Die geforderten Programmiersprachen sind sehr unterschiedlich, denn Datenbanken lassen sich zum Beispiel mit Perl, Java, Visual Basic oder XML programmieren. Das kommt ganz auf den Arbeitgeber an, der Kenntnisse im Umgang mit einem ganz bestimmten Datenbanksystem voraussetzt, wie etwa DB2 von IBM. Am häufigsten werden relationale Datenbanken verwendet, etwa Oracle, Access, Sybase oder Informix. Abfragesprachen wie Structured Query Language (SQL), die den Zugriff auf verschiedene Datenbanken ermöglichen, sind von entscheidender Bedeutung. Beispiele sind Microsoft SQL und die Opensource-Variante MySQL.

Um eine optimale Struktur zu bauen, sollte der Anwender nach seinem Bedarf gefragt werden. Soll die Datenbank zum Beispiel im Internet zur Verfügung stehen, muss eine Schnittstelle zwischen Datenbanksystem und Webseite programmiert werden. Schließlich müssen Benutzerprofile erstellt und Konzepte zur Sicherung der Daten erarbeitet werden. Das Programm sollte zuverlässig, wartungs- und benutzerfreundlich, test- und prüfbar, sicher und trotzdem flexibel sein. Dies alles zu beachten, erfordert eine konzentrierte, sorgfältige und ausdauernde Arbeitsweise. Denn eine fehlerhafte oder unvollständige Planung kann nach der Umsetzung katastrophale Folgen haben.

Viel Geduld und gute Nerven

Datenbankprogrammierer brauchen viel Geduld und gute Nerven - nur so lassen sich mehrere auf sie hereinprasselnde Fragen neben- oder kurz hintereinander beantworten, bestehende Probleme lösen und Fehler ausmerzen. Häufig muss der IT-Experte auf veränderte Produktanforderungen reagieren.

Was inzwischen zu fast jedem IT-Jobprofil gehört, muss auch der Datenbankprogrammierer mitbringen: Neben guten bis sehr guten Englischkenntnissen und der Kenntnis unterschiedlicher Betriebssysteme gehören Teamgeist, Führungsstärke, Konfliktfähigkeit und Erfahrungen im Projektmanagement zu den gefragten Persönlichkeitsmerkmalen.

Studium, Aus- und Weiterbildung

Die meisten Arbeitgeber fordern einen abgeschlossenen Studiengang der Informatik oder Wirtschaftinformatik. Außerhalb der akademischen Qualifizierung bestehen für Berufserfahrene aus dem IT-Bereich durchaus gute Einstiegsmöglichkeiten. Nicht selten werden als Voraussetzung für eine Anstellung auch die herstellerspezifischen Zertifizierungen von Oracle oder Microsoft gefordert.

Potenzielle Arbeitgeber sind die Hersteller selbst, die neue Releases und Updates erstellen, neue Funktionen hinzufügen oder die jeweilige Software den Bedürfnissen ihrer Kunden anpassen. Auch Software- und Systemhäuser sind eine gute Anlaufstelle, vor allem, wenn sie sich auf die Implementierung und Konfiguration von Datenbanken spezialisiert haben. Und natürlich gibt es das weite Feld der Anwenderunternehmen, die Spezialisten für die Organisation ihrer Datenbestände suchen.

Stellen finden sich auch unter den Suchbegriffen:

  • Anwendungsentwickler für Datenbanken
  • Anwendungsprogrammierer für Datenbanken
  • Data Base Designer
  • Datenbankdesigner
  • Datenbanksystem-Programmierer
  • DB-Designer
  • DB-Programmierer

 
(red / Kirsten Seegmüller / 22.02.2006 / Bild: Sebastian Kaulitzi, Fotolia.com)


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