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Elterngeld: Für wen, wie lange und wie viel?

Elterngeld: Für wen,  wie lange und wie viel?

Elternzeit und Elterngeld - Antworten auf die wichtigsten Fragen!

Wenn Eltern ihr Kind nach der Geburt betreuen möchten, bekommen sie vom Staat Elterngeld. Hier erfährst du, wie lange Elterngeld bezahlt wird und was du über das ElterngeldPlus wissen solltest - Antworten zu den zehn wichtigsten Fragen!

 

  1. Wer bekommt Elterngeld?
  2. Wie hoch ist das Elterngeld?
  3. Wie lange wird Elterngeld gezahlt?
  4. Was ist das ElterngeldPlus?
  5. Darf man arbeiten, während man Elterngeld bekommt?
  6. Wo wird Elterngeld beantragt?
  7. Wann muss Elterngeld beantragt werden?
  8. Fallen auf Elterngeld Steuern an?
  9. Darf man während der Elternzeit verreisen?
  10. Muss man in die Krankenversicherung einzahlen, wenn man Elterngeld bezieht?

​      >> Zum Elterngeldrechner

 

Elterngeld – Die Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen

 

Das Elterngeld soll nach dem Willen des Gesetzgebers jungen Familien einen "Schonraum für einen guten Start in das gemeinsame Leben" bieten. Es soll laut Bundesfinanzministerium Müttern und Vätern ermöglichen, vorübergehend auf ihre Erwerbstätigkeit zu verzichten, um mehr Zeit für die Betreuung des Nachwuchses zu haben. Das Elterngeld soll den dabei entstehenden Einkommensverlust auffangen.

 

Wer bekommt Elterngeld?


Als Leistung des Staates besteht ein Anspruch auf Elterngeld für alle Eltern, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben, mit ihrem Kind in einem Haushalt leben,
das Kind selbst betreuen und erziehen und nicht oder nicht voll erwerbstätig sind. Bei angenommenen Kindern gilt nicht der Geburtstag als Ausgangspunkt für die Zahlung von Elterngeld, sondern der Tag der Annahme. Wenn Eltern wegen einer schweren Krankheit, Schwerbehinderung oder Tod ihr Kind nicht betreuen, haben Verwandte bis zum dritten Grad und ihre Ehegatten, Ehegattinnen, Lebenspartner oder Lebenspartnerinnen Anspruch auf Elterngeld, wenn sie ein Kind betreuen.

 

 

Wie hoch ist das Elterngeld?

 

Den Mindestbetrag von 300 Euro im Monat bekommen zum Beispiel Studierende, Hausfrauen, Hausmänner und Eltern, die wegen der Betreuung älterer Kinder nicht gearbeitet haben. Wer hingegen seine Berufstätigkeit für die Kinderbetreuung unterbricht, der erhält 65 Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens, das im Zeitraum von zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes erzielt wurde. Allerdings nicht mehr als 1.800 Euro.

Einen Zuschlag bekommen Eltern, die mehrere Kinder betreuen. Bei zwei Kindern unter drei Jahren oder drei und mehr Kindern unter sechs Jahren wird ein Geschwisterbonus von zehn Prozent, mindestens jedoch 75 Euro gezahlt. Einen Zuschlag gibt es auch bei Mehrlingsgeburten, und zwar von 300 Euro für das zweite und jedes weitere Kind. Wer Hartz IV bekommt hat Pech, da Elterngeld als Einkommen auf den Bezug von Hartz IV angerechnet wird.

 

 

Wie lange wird Elterngeld gezahlt?

 

Elterngeld gibt es für mindestens zwei und maximal 14 Monate vom Tag der Geburt des Kindes an. Wer alleinerziehend ist, dem steht für diesen Zeitraum die staatliche Unterstützung auch allein zu. Paare hingegen haben gemeinsam Anspruch auf 14 Monate, wenn sich beide der Kindererziehung widmen. Sie können die Monate frei unter sich aufteilen, wobei ein Elternteil mindestens zwei und höchstens 12 Monate Elterngeld beanspruchen kann. Der Vater kann seine Elterngeldmonate auch beanspruchen, während die Mutter noch in Mutterschutz ist. Die Mutterschutzleistungen werden nur auf das Elterngeld der Mutter angerechnet, nicht auf das Elterngeld des Vaters.

Für angenommene Kinder beginnt der Zeitraum in dem Moment, in dem die Kinder in die Familie kommen, höchstens jedoch bis zum Ende des achten Lebensjahres. Das Geld wird für jeden Lebensmonat des Kindes ausbezahlt.

 

 

Was ist das ElterngeldPlus?

 

Eltern können sich das Elterngeld heute in zwei Varianten auszahlen lassen – als Basiselterngeld und als ElterngeldPlus. Das ElterngeldPlus wird doppelt so lange bezahlt wie das Elterngeld, beträgt aber maximal nur die Hälfte. So will der Staat eine Lösung für alle bieten, die schon während des Elterngeldbezugs wieder in Teilzeit arbeiten möchten. Wie viel das ElterngeldPlus tatsächlich ist, hängt von der Höhe des Teilzeiteinkommens ab. Es wird aber keine Teilzeittätigkeit vorausgesetzt.

Paare, die sich nach der regulären Elternzeit beide um die Kinderbetreuung kümmern, bekommen einen Partnerschaftsbonus. Wenn beide Elternteile gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten, dann erhalten sie vier zusätzliche ElternPlus-Monate. Davon profitieren auch getrennt erziehende Eltern, wenn beide in Teilzeit arbeiten. Alleinerziehende können den gesamten Partnerschaftsbonus für sich in Anspruch nehmen.

 


Darf man arbeiten, während man Elterngeld bekommt?

 

Ja, aber nicht mehr als 30 Wochenstunden im Durchschnitt des Monats. Auch wer in der Berufsausbildung ist oder als Tagesmutter nicht mehr als fünf Kinder betreut, kommt in den Genuss des Elterngeldes, wenn die anderen Voraussetzungen erfüllt sind. Allerdings wird Einkommen auf das Elterngeld angerechnet, ebenso wie mögliche Einkünfte aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb oder Land- und Forstwirtschaft. Auch so genannte Entgeltersatzleistungen, die Sie eventuell erhalten, werden berücksichtigt (zum Beispiel Arbeitslosengeld, Krankengeld).


 

Wo wird Elterngeld beantragt?

 

Elterngeld fließt nicht von allein, sondern muss von den Eltern beantragt werden. Die Elterngeldstelle der Stadt oder Gemeinde, in der die Eltern wohnen, gibt Formblätter heraus, die ausgefüllt werden müssen. Die Elterngeldstellen sind häufig beim Jugendamt oder beim Sozialamt angesiedelt. Das ist von Bundesland zu Bundesland etwas unterschiedlich. Ein Anruf bei der Verwaltung oder eine Suche auf der entsprechenden Homepage gibt Ausschluss darüber, an wen man sich wenden muss.

 

 

Wann muss Elterngeld beantragt werden?

 

Elterngeld kann erst dann beantragt werden, wenn der Nachwuchs auf der Welt ist. Dann haben Eltern bis zu drei Monate Zeit, da nur für diesen Zeitraum rückwirkend Geld bezahlt wird. Wenn sich die Eltern zu Beginn noch nicht ganz schlüssig sind, wie die genaue Aufteilung zwischen Vater und Mutter über den Zeitraum von 14 Monaten aussehen soll, ist das nicht weiter tragisch, da Änderungen möglich sind. Allerdings auch hier rückwirkend wieder nur für die letzten drei Monate ab Antragstellung.

 

 

Fallen auf Elterngeld Steuern an?

 

Nicht direkt. Das Elterngeld ist wie Arbeitslosen- oder Krankengeld steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Somit erhöht sich der Einkommensteuersatz, da bei der Berechnung des anzuwendenden Steuersatzes auch die steuerfreien Lohnersatzleistungen mit einbezogen werden. In der Folge unterliegt das steuerpflichtige Einkommen einem höheren Steuersatz.

 

 

Darf man während der Elternzeit verreisen?

 

Reisen sind erlaubt, auch wenn ausgedehnte Reisen mithilfe der staatlichen Unterstützung zu den Hauptkritikpunkten des Elterngeldes zählen. Dabei wird moniert, dass Elterngeld vor allem gutverdienenden Eltern zugutekommt, die mit diesen staatlich finanzierten Mitteln – also Steuergeldern – dann auch noch ausgedehnte Reisen unternehmen. Die wirklich Bedürftigen – Hartz-IVB-Empfänger – hingegen, gehen beim Elterngeld praktisch leer aus.

 

 

Muss man in die Krankenversicherung einzahlen, wenn man Elterngeld bezieht?

 

Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist, der muss während der Elternzeit keine Beiträge abführen. Anders ist die Situation bei Elternteilen, die versicherungsfrei waren und sich freiwillig gesetzlich versichert haben. In der Regel müssen diese für die Dauer der Elternzeit Mindest-Beiträge zahlen. Ist der Partner allerdings Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung, dann besteht Anspruch auf eine Familienversicherung. Damit fallen die Beiträge weg. Privat Versicherte müssen ihre Beiträge nach wie vor bezahlen, auch den Anteil, den zuvor der Arbeitgeber geleistet hat. Dafür haben sie Anspruch auf mehr Elterngeld, da hier der Pauschalbetrag für die gesetzliche Krankenversicherung herausgerechnet wird.

 

 

Elterngeldrechner
 

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) stellt einen Elterngeldrechner bereit, mit dem man sich einen ersten Überblick über zu erwartenden Mittel machen und Bescheide nachprüfen kann.

Achtung: Werdende Eltern wechseln häufig im Verlaufe der Schwangerschaft die Steuerklasse, um positive Auswirkungen auf das Elterngeld zu erreichen. Hier müssen künftig Fristen eingehalten werden, denn es zählt die Steuerklasse, die zwölf Monate vor dem Geburtsmonat überwiegt. Dementsprechend müsste die werdende Mutter spätestens sieben Monate vor den Geburtsmonat in die günstigere Steuerklasse III wechseln. Zu diesem Zeitpunkt wissen viele Frauen allerdings noch gar nicht, dass sie ein Kind erwarten.

 

Informieren Sie sich außerdem, welche Bestimmungen das Arbeitsrecht für die Zeit der Schwangerschaft und Mutterschaft  beinhaltet.

 

 


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