Entscheidungsfindung: 5 Methoden, die dir helfen

Entscheidungsfindung: 5 Methoden, die dir helfen

Wie soll ich mich entscheiden? Diese Methoden helfen!

Eine Entscheidung treffen kann für ganz schön Kopfzerbrechen sorgen. Wer kennt es nicht, das Hin und Her, das Pro und Contra, das „Was wäre wenn...?“. Besonders mit großen und wichtigen Entscheidungen tun sich die meisten Menschen schwer. Da wird tage-, manchmal wochenlang abgewogen, alle Möglichkeiten werden im Geiste durchgespielt, das Gedankenkarussell dreht sich. Und selbst wenn dann endlich eine Wahl getroffen ist, bleibt die Sorge, dass es vielleicht doch die falsche Entscheidung war. Klingt anstrengend? Ist es auch.

Damit dir die Entscheidungsfindung geordnet und leicht gelingt und du raus aus der Optionsparalyse kommst, haben wir hier fünf Methoden für dich im Überblick zusammengestellt, die dir helfen herauszufinden, was das Richtige für dich ist. So triffst du immer eine wohlüberlegte Entscheidung – ohne schlaflose Nächte!

 

Mit der richtigen Methode eine Entscheidung treffen

 

Probleme bei Entscheidungsfindungen sind weitverbreitet. Wer sich auf die Suche nach Rat und Hilfestellungen macht, wird schnell fündig: Bücher, Online-Coaching, Artikel, Seminare – das Angebot an Formaten ist ebenso groß wie die Zahl an guten Ratschlägen, wie man zu guten Entscheidungen kommt. Und nicht jede Art von Support passt zu jedem. Wie so oft gilt auch hier „Versuch macht klug“. Nur durch Ausprobieren wirst du herausfinden, mit welcher Methode es dir leichter fällt, Entscheidungen zu treffen. Damit du dir einen ersten Eindruck verschaffen kannst, haben wir fünf Methoden für dich, die sich ganz einfach Zuhause umsetzen und testen lassen.

Grundsätzlich gilt aber, dass du, egal welche Methode du anwendest, möglichst günstige Rahmenbedingungen schaffen solltest. Dazu solltest du:

  • Ausgeschlafen sein! Müdigkeit vernebelt die Sinne.
  • Konzentriert sein! Nimm dir bewusst Zeit für deine Fragestellung und sorge für so wenig Ablenkung wie möglich, damit du dich auch wirklich mit deiner Fragestellung und nicht mit der Wäsche, dem Telefon oder der Baustelle gegenüber beschäftigst.
  • Ausgeglichen sein! Streit? Hunger? Stress? Versuche, so entspannt und ausgeglichen zu sein, wie möglich. Vielleicht gehst du erst zum Sport oder nimmst ein Bad, bevor du dich an eine Entscheidung machst.

 

5 Methoden zur Entscheidungsfindung

 

 

1) Der Klassiker – die Pro-Contra Liste

 

Die altbewährte Pro-Contra Liste ist der Klassiker unter den Entscheidungshelferlein. Die Idee ist so simpel wie einfach umgesetzt: Nimm dir ein Blatt Papier, in der Mitte ziehst du von oben nach unten eine Linie. Auf der einen Seite listest du Punkt für Punkt auf, was für die Entscheidung spricht. Auf der anderen Seite notierst du alle Argumente, die dagegensprechen.

Eine solche Liste eignet sich besonders gut, um sich – wie der Name schon sagt –  alle Für und Wider bewusst zu machen, sich im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen zu führen und gegenüberzustellen, welche Aspekte für oder gegen eine bestimmte Entscheidung sprechen. Dabei kann schon die bloße Anzahl der Punkte auf der Pro- oder Contra-Seite ein gutes Indiz dafür sein, wie du dich entscheiden solltest.

Meistens macht es aber Sinn, die einzelnen Aspekte noch zu gewichten: Vielleicht gibt es ein Contra-Argument, das mehrere Pluspunkte aushebelt, weil es besonders viel Gewicht hat? Die Pro-Contra Liste empfiehlt sich eher für Ja/Nein-Entscheidungen und weniger für eine „Was will ich eigentlich?“-Frage, denn je mehr Alternativen zur Debatte stehen, desto komplexer wird die Auswahl.

 

2) Für visuelle Typen – Entscheidungs-Canvas

 

Lebenslauf Infografik #PerfectCVWenn du ein eher visueller Typ bist, ist ein “Entscheidungs-Canvas” vielleicht das Richtige für dich. Diese Methode ist besonders bei der Gestaltung von Businessplänen und im Projektmanagement verbreitet, eignet sich aber in vielen Lebenslagen. In Form eines Canvas lassen sich auch komplexe Ideen und Überlegungen übersichtlich aufbereiten. Das klappt vor allem deshalb gut, weil das Auge bei dieser Methode „mitisst“: Ein Canvas hat in der Regel A4-Format und ist klar unterteilt. Das sorgt für eine aufgeräumte Planung. Warum also nicht einen Canvas als Basis für die Entscheidungsfindung nutzen?

Damit du nicht lange suchen musst, haben wir einen Entscheidungs-Canvas für dich entwickelt. Wenn du gerade deinen Berufseinstieg planst, herausfinden willst, wohin dein Karriereweg gehen soll oder du dich nach ein paar Jahren im Job neu orientieren willst, ist unser Canvas eine gute Methode, um deine Gedanken zu sortieren. Wichtig ist, dass du möglichst konkret auf die einzelnen Aspekte/Fragestellungen des Canvas eingehst, also keine Romane schreibst, sondern auf den Punkt die wichtigsten Faktoren zusammenträgst.

 

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Und so funktioniert unser Monster-Entscheidungs-Canvas:

  1. Ausdrucken: Drucke dir den Canvas in A4-Format aus und bearbeite ihn nicht digital. Das handschriftliche Ausfüllen hilft dir, dir genauere Gedanken zu machen und aktiviert auch unbewusste und emotionale Impulse.
  2. Ausfüllen: Jedes einzelne Kästchen des Canvas gibt dir vor, mit welchen Aspekten du dich an dieser Stelle genauer auseinandersetzen sollst. Auf der linken “Ich”-Seite drehen sich die Fragestellungen um dich als Person, sprich deine Stärken, Schwächen, Ziele und Inspirationsquellen, deine Motivatoren und Stressoren. Rechts geht es um den Job und das Arbeitsumfeld, dass du dir wünschst. Welche Erfahrungen, die du bereits gesammelt hast, haben dir gut gefallen, welche weniger gut, welche Themen begeistern dich und worauf legst du besonderen Wert. Versuche dabei, dich immer auf die wichtigsten Aspekte zu konzentrieren.

 Hier ein paar Beispiele:

  • Was kann ich nicht so gut? Was schiebe ich immer vor mir her?
    Wenn dein erster Impuls ist, hier mit Hausputz oder Zahnarzttermin zu antworten, denk mal etwas mehr in Richtung Job. Vielleicht sind Routineaufgaben nicht dein Ding? Oder besonders umfangreiche Aufgaben? Mögliche Antworten könnten sein: Abrechnung, Telefonate, Konfliktgespräche, Präsentationen, Übersetzungsarbeiten, etc.
  • Welcher Mensch hat mich in meinem Leben am meisten beeinflusst und inspiriert? Warum?
    Hier geht es darum eine Idee zu bekommen, was für Ziele du hast und dabei gibt es keine richtige und keine falsche Antwort. Oft haben die Menschen, die uns inspirieren, bereits etwas erreicht, was uns begeistert und zeigen uns auf, wo wir vielleicht auch gerne mal hinmöchten. Überlege dir also, wer inspiriert mich, welchen Weg haben diese Menschen eingeschlagen und was macht sie aus. Hier gibt es kein Richtig und kein Falsch: Ob Oma, LehrerIn oder ChefIn: Wer hat bei dir so bleibenden Einfluss hinterlassen, dass du bis heute davon profitierst?
  • Was gefiel mir bei meinem letzten Job/Praktikum gar nicht?
    Bei dieser Frage kann deine Antwort fachlich sein, sich mit dem physischen Arbeitsplatz und den Arbeitsbedingungen befassen oder auf KollegInnen und Vorgesetzte bezogen sein. Ein ungemütliches Büro? Veraltete IT? Langweilige Aufgaben? In diesem Feld solltest du dich mit solchen und anderen Aspekten auseinandersetzen.
  1. Gegenüberstellen: Wenn du alle Kästchen ausgefüllt hast, geht es ans Eingemachte. Lies dir auf der Seite „Ich“ und „Job“ nochmal jeweils alle deine Antworten durch. Danach schreibst du den für dich wichtigsten Aspekt aus dem jeweiligen Bereich in die Mitte. Versuch dabei nicht mehr als jeweils drei Punkte in die zwei mittleren Kästchen einzutragen. 
  2. Dein "Perfect Fit": Die Antworten, die du im Canvas zusammengetragen hast, helfen dir dabei einzuordnen, welche Branche bzw. welcher Job in welcher Art Unternehmen besonders gut zu dir passen könnte – dein „Perfect Fit“ sozusagen. Stellenanzeigen, Unternehmens- und Branchenprofile kannst du jetzt mit den Stichwörtern aus deinem Canvas abgleichen. Wenn du z.B. angegeben hast, dass du gerne strukturiert arbeitest, du keinen Wert auf Kreativität legst und dir Sicherheit sehr wichtig ist, spricht das eher weniger für ein Startup. Wenn du ein sehr unkonventioneller Mensch bist, dich schnell langweilst und noch dazu ein Sprachtalent bist, könnte die Werbebranche das Richtige für dich sein. Besonderes Augenmerk solltest du bei der Auswertung auf die Aspekte in den beiden mittleren Kästchen legen. 

 

Arbeite in Ruhe mit dem Canvas, wenn du dich beruflich (um)orientierst. Achte aber darauf, dich nicht in den Fragen zu verlieren und deine Antworten zu zerdenken. Dieses Tool soll dir vor allem dabei helfen mehr Struktur in eine komplexere Fragestellung zu bringen und gleichzeitig den Prozess der Selbstreflektion in Gang setzen, um so fundiertere Entscheidungen in Sachen Job und Karriere für dich zu treffen.

 

3) Bedeutung abwägen – die 10-10-10 Methode

 

Es gibt Entscheidungen, die sich viel weltbewegender anfühlen, als sie eigentlich sind. Das führt dazu, dass du dir viel mehr Druck machst, als eigentlich nötig ist. Du lädst so die Situation nur unnötig mit negativer Energie auf, die es zusätzlich erschwert, eine Entscheidung zu treffen. Tatsächlich ist es so, dass du im Laufe deines Lebens nur eine Handvoll Entscheidungen treffen wirst, die eine wirklich große Bedeutung und Einfluss auf den Rest deines Lebens haben.

Um herauszufinden, ob du eine wichtige Entscheidung triffst oder ob du der Situation zu viel Bedeutung beimisst, eignet sich die 10-10-10 Methode. Dazu stellst du dir folgende Frage:

Welchen Einfluss wird meine Entscheidung…

  • …in 10 Minuten?
  • …10 Monaten?
  • … 10 Jahren haben?

Versetze dich in dein zukünftiges Ich und beantworte dir diese Fragen. Du wirst schnell merken, ob deine Entscheidung eine langfristige Wirkung hat oder doch nur von vorübergehender Bedeutung ist. So kannst du Druck aus der Situation nehmen und entspannter an die Entscheidung herangehen.

 

4) Für Eilige – der Gun-Test

 

Ein großes Problem bei der Entscheidungsfindung ist der Zeitfaktor. Man überlegt, wägt ab, geht im Kopf verschiedene Szenarien durch und schwupps ist ein ganzer Tag vorbei. Einige Entscheidungen haben ein natürliches Zeitlimit. Die Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle oder für einen bestimmten Studiengang, der Zuschlag für eine bestimmte Wohnung – hier gibt es automatisch eine Deadline. Zeitdruck kann durchaus hilfreich sein, zu einem Entschluss zu kommen. Wenn die Frist allerdings noch weit in der Zukunft liegt, verleitet das zum Aufschieben.

Es kann Wunder wirken, wenn du dir künstlich ein wenig Zeitdruck machst, indem du dir selbst eine Frist setzt. Aber wie oft hält man sich dann doch nicht daran? Für diesen Fall hat Prof. Bernhard Roth eine Methode, den sogenannten Gun-Test.

Und so geht’s: Setz dich einer vertrauten Person gegenüber. Sie oder er formt die Hand zu einer Pistole und droht, die fiktive Waffe abzufeuern. Jetzt hast du 15 Sekunden, um eine Entscheidung zu treffen. Klingt verrückt? Etwas, ja. Allerdings ist der Gedanke hinter der Methode verdammt clever: Wenn du dir vorstellst, es geht um Leben und Tod, wie entscheidest du dich dann im Bruchteil einer Sekunde? Die Methode eignet sich gut für Entweder-oder-Fragen und zielt im wörtlichen Sinne auf dein Bauchgefühl ab – ein guter Ratgeber für jede Entscheidung!

 

5) Mutig gewinnt – Methode Zufall

 

Wenn du besonders mutig bist, kannst du die Entscheidung auch dem Zufall überlassen. Dazu solltest du bei der Entscheidungsfindung allerdings schon einen Schritt weiter sein: Eine Grundsatzentscheidung sollte man nie dem Zufall überlassen. Wenn du es allerdings mit einer anderen Methode schon geschafft hast, aus verschiedenen Möglichkeiten zwei Varianten zu isolieren, kann der Zufall dir eine ganze Menge Denkarbeit abnehmen.

Vielleicht kostet es dich im ersten Augenblick Überwindung, aber wenn du dich zwischen zwei Optionen entscheiden musst, die gleichermaßen Vor- und Nachteile haben oder beide top sind, solltest du vielleicht das Schicksal entscheiden lassen. Dazu kannst du eine Münze werfen, einen Zufallsgenerator im Netz benutzen, Lose oder Hölzchen ziehen – es gibt viele Möglichkeiten. Als Stütze oder Fortführung einer anderen Methode ist der Zufall ein guter Berater.

 

Entscheidungsfindung leicht gemacht

 

Welche Methode du auch wählst  denk immer daran, auf gute Rahmenbedingungen zu achten: Stress ausblenden, Ablenkung vermeiden und ausgeschlafen an die Sache gehen. Essentiell ist, dass du dich jeder wichtigen Entscheidung stellst, sie nicht zu lange aufschiebst. Nimm dein Leben in die Hand und halte es wie Dietrich Bonhoeffer: „Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“ In Sachen Job brauchst du dafür noch Unterstützung? Melde dich kostenlos bei Monster an. Als Mitglied bekommst du spannende Inhalte und wertvolle Tipps zum Thema Jobsuche und "Perfect Fit" zu geschickt – damit du ganz sicher den Job findest, der zu dir passt. Denn wenn du ihn gefunden hast, wird auch die Entscheidung dafür eine leichte sein!