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Game Designer

Game Designer ist ein anspruchsvoller Beruf mit Leitungsfunktion. Der Game Designer entwickelt Konzepte und koordinert die Arbeiten von Programmierern und Grafikern. Mittlerweile gibt es spezielle Ausbildungsangebote.



Eigentlich wollte Victor Linke Film-Regisseur werden. Doch inzwischen hat der 24Jährige das Medium gewechselt: Nun möchte er Video- und Computer-Spiele gestalten, also Game Designer werden.
"Der Vorteil eines Game Designers gegenüber einem Regisseur von Film- und Fernsehproduktionen ist, dass er viel mehr Freiheiten hat. Er ist nicht an die Bedingungen der Echtzeit gebunden und kann so seine Kreativität besser ausleben", sagt Victor Linke, Absolvent der Mediadesign-Hochschule für Design und Informatik in München. Besonders viel Freude macht ihm, dass ein Game Designer in alle kreative Prozesse rund um die Spielentwicklung involviert ist, egal ob es um das Spielkonzept, die Musik oder die Grafik geht.

In alle kreativen Prozesse integriert

Als Bachelorarbeit hat Linke gemeinsam mit vier Kommilitonen ein mittelalterliches Ritterspiel entwickelt. Auf der Games Convention dieses Jahr haben sie ihr Spiel rund um den Schwertkampf vorgestellt. Das Game kam so gut an, dass sein ganzes Team ein Angebot für eine freie Mitarbeit bekam.

Trotz dieses Erfolges weiß Linke, dass die Anforderungen an einem Game Designer hoch sind: "Als Game Designer ist es wichtig, sehr gut zu sein, um bei der Konkurrenz bestehen zu können." Um den Fuß in die Tür zu bekommen, sei Networking in der Spiele-Szene besonders notwendig.

Trend zur Professionalisierung

Ursprünglich waren Game Designer Quereinsteiger. In den letzten Jahren hat sich aber der Beruf professionalisiert, so dass es inzwischen spezielle Ausbildungs- und Studienangebote gibt, erklärt Professor Linda Breitlauch, Fachbereichsleiterin Gamedesign an der Mediadesign Hochschule Düsseldorf. An dieser privaten Hochschule für Design und Informatik können Studierende unter anderem "Game Design“"studieren und nach sechs Semestern einen staatlich anerkannten "Bachelor of Arts" erwerben.

Dabei werden fundierte Konzept-, 2- und 3D-Grafik- sowie Programmierkenntnisse vermittelt. Begleitet wird dieser Lernprozess durch mehrere Projektphasen. "Im ersten Semester wird ein Spielkonzept erarbeitet, in späteren Semestern stehen eine Videoproduktion, die Entwicklung eines 2D-Spiels und zum Schluss die Entwicklung eines komplexen Echtzeit-3D-Spieles auf dem Programm." Die monatliche Studiengebühr liegt bei 799 Euro. Dazu kommen noch eine Anmeldegebühr und die Bachelor-Prüfungsgebühr von 800 Euro.

Hohe Studiengebühren

Auch an der Games Academy in Berlin, einer Spezialschule für den Bereich der Computer- und Videospielproduktion, können Interessierte das Handwerk des Game Designers lernen. Der angebotene Kurs dauert zwei Semester und vermittelt unter anderem Kenntnisse in den Bereichen Spieltheorie, Game Business, Marketing, Projektplanung und Gestaltung. Felix Wittkopf, Ausbildungsberater bei der Games Academy: "Im Game Designer-Kurs geht es darum, elektronische Spiele auf allen Plattformen und in allen Genres zielgruppengerecht zu erstellen. Dabei können in Projekten eigene Ideen umgesetzt werden." Die Gebühren liegen bei 980 Euro pro Monat. Am Ende der Ausbildung, so Wittkopf, gibt es ein Abschlusszertifikat und eine realistische Chance auf einen Job in der Games Branche.

"Wer Game Designer werden will, sollte natürlich einen Hang zu Spielen haben. Aber das allein reicht nicht. Interessenten brauchen auch eigene Spielideen", betont Breitlauch. Andere wichtige Voraussetzungen sind zum Beispiel gute Englischkenntnisse, Teamfähigkeit, aber auch eine künstlerische Begabung, die übrigens im Bewerbungsverfahren durch Arbeitsproben nachgewiesen werden muss.

Vielfältige Tätigkeit

An der Games Academy werden im Bewerbungsverfahren ebenfalls Arbeitsproben verlangt. Wittkopf: "Als Arbeitsproben eignen sich zum Beispiel selbstentwickelte Brett- oder Kartenspiele, aber auch Kurzgeschichten, eigene kleine Konzepte und Spielideen, in denen die Bewerber ihre Kreativität zeigen können."

Bernd Beyreuther war selbst Game Designer. Inzwischen ist er Gründer und Creative Director der Radon Labs GmbH, eines Unternehmens, das sich auf die Entwicklung von Computerspielen spezialisiert hat. "Die Arbeit eines Game Designers sieht unterschiedlich aus. Je nachdem, welchem Genre das zu entwickelnde Spiel angehört: Bei einem Echtzeitspiel wird er sich viel mit Excel-Tabellen auseinandersetzen, bei einem Rollenspiel dagegen besonders mit der Story."

Einstieg als Leveldesigner

Allerdings spielten Zahlen immer eine große Rolle. Egal ob es sich um Zeitplanung oder die technischen Grundlagen für das Spiel handle. Deshalb sollten, so Beyreuther, künftige Game Designer eine Affinität zu Zahlen haben. Darüber hinaus müssen sie aber auch gut schreiben können. Denn die Konzeptionserstellung und das Verfassen von Dokumenten sei ebenfalls eine zentrale Aufgabe. "Im Moment sitzen wir an einer Fortsetzung unseres Spiels 'Drakensang'. Das bedeutet für die Game Designer, in vielen Meetings an der Konzeption zu arbeiten." Grundsätzlich gilt in der Branche: Je größer das Team, desto weniger Zeit verbringt ein Game Designer am Computer, denn dann werden Meetings immer häufiger und wichtiger.

Wer neu in der Branche anfängt, wird nicht gleich als Game Designer arbeiten, erklärt Beyreuther. Denn das ist die zentrale Leitungsposition in der Spieleentwicklung, die die Arbeit von Programmierern und Grafikern koordiniert. Er wird vielmehr weiter unten in der Hierarchie anfangen, zum Beispiel in der Qualitätssicherung oder als Leveldesigner. Letztere sind für die Gestaltung von Spielleveln zuständig.

Gute Zukunftsaussichten

Linda Breitlauch sieht die Zukunftsaussichten für Berufsanfänger positiv, da es sich bei dem Spielsektor um eine Wachstumsbranche handle: "Nach Angaben des 'Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware' ist der Umsatz mit Computer- und Videospielen im ersten Halbjahr 2008 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16 Prozent gestiegen, der Umsatz mit Konsolenspielen sogar um 53 Prozent." Potenzielle Arbeitgeber, so die Professorin, interessierten sich bereits für ihre Studierenden. Und wie sieht es mit dem Gehalt aus? "Neueinsteiger verdienen etwa 1500 Euro brutto im Monat. Sie verdienen also etwa genau so viel wie Volontäre in den Medien."

(Anja Schreiber, 2008 / Bild: Oliver Flörke, Fotolia.com)



Weitere Informationen:

Games Academy GmbH
(Kurs: Game Design, Abschluss: Zertifikat)
www.games-academy.de/index.php?id=40

Mediadesign-Hochschule für Design und Informatik
(Studiengang: Gamedesign, Abschluss: Bachelor)
www.mediadesign.de/index.php?id=51

Zürcher Hochschule der Künste
(Studienprogramm: Game Design, Abschluss: Bachelor)
http://iad.zhdk.ch/de/bachelor/

Fachhochschule Trier
(Studiengang: Digitale Medien und Spiele, Abschluss: Bachelor, ab Wintersemester 2008/2009)
www.fh-trier.de/index.php?id=6128

QANTM Institute
(Kurs und Abschluss: Diploma of Interactive Entertainment)
http://www.qantm.de/qantm_neu/kursinfo.php?id=37&pageid=3

Macromedia Fachhochschule der Medien
(Studiengang: Digitale Medienproduktion, Studienrichtung: Gamedesign, Abschluss: Bachelor)
www.macromedia-fachhochschule.de/studium/studiengaenge/digitale-medienproduktion.html


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