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Körpersprache international: Gefährliche Gesten

Körpersprache international: Gefährliche Gesten

Körpersprache international: Gefährliche Gesten

Mit guten Fremdsprachenkenntnissen ist es im Ausland oft nicht getan: Auch Gestik und Mimik sind eine Steilvorlage für peinliche Missverständnisse. Überall auf der Welt begleiten wir Menschen das gesprochene Wort mit Mimik und Handbewegungen, die unsere Aussagen verstärken. Allerdings tun wir es meist unbewusst - und genau dies macht Mimik und Gestik besonders glaubhaft!

Im Zweifelsfalle wirken sie stärker als Worte, sodass sich sogar eindeutige verbale Aussagen mit der passenden Bewegung ins Gegenteil verkehren lassen: Tippt man sich bei dem Satz "eine intelligente Idee" in Deutschland an die Stirn, ist das Ergebnis wenig schmeichelhaft. Auch das Versprechen "das würde ich niemals tun" wird durch ein verschmitztes Augenzwinkern ins Gegenteil verkehrt.

Wer also seine Worte mit Gesten untermauert, die im Ausland eine andere Bedeutung haben als in Deutschland, widerspricht sich quasi selbst und wirkt daher unaufrichtig. Die folgenden Gesten laden ganz besonders zu delikaten Missverständnissen ein.

 

12 Gesten, bei denen du vorsichtig sein solltest

 

Geste #1: Daumen hoch

 

Diese Geste wird in Deutschland, den USA und in Korea als "sehr gut" verstanden. Zudem gilt der in die Höhe gestreckte Daumen in vielen Ländern als Anhalter-Geste.

In Australien, Nigeria und im Iran ist der Daumen eine wenig schmeichelnde Einladung gefälligst das Weite zu suchen, während er in vielen Mittelmeerländern, Russland und im Mittleren Osten eine Aufforderung zum Sex darstellt. In Japan hingegen kann sie sowohl die Zahl fünf bedeuten, als auch für den Ausdruck "fester Freund" stehen.

 

Geste #2: Daumen zwischen Mittel- und Zeigefinger ("Feige")

 

In Deutschland wünscht man sich so "viel Glück". In der Türkei, Griechenland und in Japan ist diese Geste jedoch ein Symbol für weibliche Geschlechtsorgane und dürfte in der Geschäftswelt für viel Verwirrung sorgen.

 

Geste #3: Ring aus Zeigefinder und Daumen

 

Schon in unseren Gefilden, Frankreich, den USA und in Skandinavien ist diese Geste sehr zweideutig: Sie bedeutet zum einen "sehr gut", aber unter Autofahrern ist sie als "Arschloch!" eine echte Beleidigung. So sieht man das auch in Brasilien, in Mittelamerika wiederum steht sie für "perfekt". In Belgien, Tunesien signalisiert man damit eine Null oder "nutzlos", in Japan versteht man darunter Geld, aber auch Kondome.

 

Geste #4: Mit geballter Faust in die Hand schlagen

 

"Gleich setzt's was!" lautet die ungestüme Übersetzung in Deutschland, im arabischen Raum wird sie als ordinäre Einladung zum Schäferstündchen verstanden. In Westafrika und Japan wiederum signalisiert sie: "Einverstanden! So machen wir es". Während komplizierter Verhandlungen solltest du diese Geste daher auf keinen Fall einsetzen.

 

Geste #5: Mit der Hand-Innenfläche nach unten winken

 

Hüh oder hott fragt man sich bei dieser Geste: In Deutschland und in der Zeichensprache der Taucher bedeutet sie "mach mal langsam", in Ost- und Südostasien, Lateinamerika und Westafrika signalisiert man so: "Komm her!", in den Niederlanden jedoch genau das Gegenteil: "Geh weg!".

 

Geste #6: An die Stirn tippen

 

Bei dieser Geste ist die Empörung meist auf deutscher Seite: Während man sich so in Deutschland den Vogel zeigt, drückt sie in den USA und Rumänien ganz ohne Ironie Bewunderung für eine gute Idee oder einen intelligenten Schachzug aus.

 

Geste #7: Das V-Zeichen

 

Egal, ob mit der Handinnenfläche außen zum Betrachter oder nach innen gewandt, ob als "Victory"-Zeichen oder als "Peace"-Symbol, in Deutschland ist das V-Zeichen vielleicht ein wenig als pubertär, jedoch nicht als anrüchig angesehen. In Großbritannien, Australien und Neuseeland liegt der Teufel im Detail: Je nachdem, in welche Richtung die Handinnenfläche zeigt, kann diese Geste für viel Ärger sorgen: Ist sie zum Zuschauer gerichtet, bedeutet sie ebenfalls "Victory" oder "Peace", zeigt sie vom Zuschauer weg, handelt es sich um eine sehr ordinäre Geste, die dem gestreckten Mittelfinder entspricht. In Japan, China und Korea ist das V-Zeichen eine Bedeutungs-freie Koketterie, mit der sich vor allem Jugendliche und Kinder gerne ablichten lassen.

 

Geste #8: Mit der Hand wedeln

 

Egal wie heiß es ist, während einer Verhandlung mit Japanern solltest du dir lieber nicht mit der Hand Luft zufächeln. Im Land der aufgehenden Sonne bedeutet diese Geste nämliche "nein!".

 

Geste #9: Die Telefon-Geste

 

Diese Geste kann zu lustigen Missverständnissen führen, die tröstlicherweise jedoch nicht beleidigend sind: Den abgespreizten Daumen und kleinen Finger legt man in Deutschland, den USA und in Westafrika als Aufforderung zum Telefonat aus. In Italien jedoch bedeutet das Handzeichen "Komm lass uns einen Trinken gehen!" und in Hawaii grüßen sich so die Surfer.

 

Geste #10: Blüten-Geste

 

Die nach oben gerichtete Blütengeste gilt als typische italienische Handbewegung, die einen gewissen Unwillen ausdrückt. Auch in Deutschland wird sie zunehmend in italienischer Bedeutung verwendet. In der Türkei und in Rumänien jedoch zollt man so guter Qualität Anerkennung. In Ägypten wiederum zeigt man so einfach nur " einen Moment, bitte".

 

Geste #11: Der Du-Zeigefinger

 

Die Geste auf jemanden den Zeigerfinger zu richten, um auf eine Person aufmerksam zu machen wird in Deutschland unterschiedlich aufgefasst, zählt aber definitiv nicht zu den höflichsten Handzeichen. In Thailand wird sie als respektlos wahrgenommen, in Südafrika sogar als offensiver Angriff interpretiert. Also: Wenn du sichergehen willst, am besten komplett sein lassen!

 

Geste #12: Der Ich-Zeigefinger

 

Wenn man in Deutschland mit dem Zeigefinger auf den eigenen Bauch oder die Brust zeigt symbolisiert man unmissverständlich das Wörtchen „ich“. Wenn du jedoch vor hast einmal nach Japan zu reisen so sei darauf vorbereitet, dass dort mit ausgestrecktem Zeige- und Mittelfinger auf die Nase gedeutet wird, um von sich selbst zu sprechen.

 

 


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