Keine Angst vorm Vorstellungsgespräch

Keine Angst vorm Vorstellungsgespräch

Keine Angst vorm ersten Vorstellungsgespräch

Angst vor einem Vorstellungsgespräch ist keine Seltenheit, besonders wenn es das erste ist. Wie du dich vorbereiten kannst und womit du rechnen solltest, damit du sicher und selbstbewusst in die Bewerbung gehst, zeigen wir dir im folgenden Artikel. 

Feuchte Hände und ein Kloß im Hals – so beschreiben viele Bewerber das Gefühl, wenn sie in ihr erstes Vorstellungsgespräch gehen. Was wird wohl auf mich zukommen? Welche Fragen muss ich beantworten? Reichen meine Kenntnisse und Fähigkeiten aus, um die zu besetzende Stelle auch wirklich bewältigen zu können? Viele Gedanken schwirren durch den Kopf und die Nervosität ist zu spüren.

Vorbereitung ist die halbe Miete und verhindert zu viel Angst vor dem Vorstellungsgespräch

Gerade beim ersten Vorstellungsgespräch ist es besonders wichtig, sich gründlich vorzubereiten. Ziel dieser Vorbereitung ist es, möglichst viele Unsicherheitsfaktoren auszuräumen und damit das Gefühl zu schaffen, alles getan zu haben, damit das Gespräch zum Erfolg wird. Was gehört nun aber zu einer guten Vorbereitung?

Punkt 1: Informationen über das Unternehmen

Zunächst solltest du dich intensiv mit dem Unternehmen beschäftigen. Die Homepage ist eine gute erste Adresse, um zu erfahren, welche Produkte hergestellt werden, an welchen Standorten das Unternehmen tätig ist oder wie viele Mitarbeiter beschäftigt werden. Bei der Recherche sollte man sich aber nicht nur auf Quellen stützen, die seitens des Unternehmens zur Verfügung gestellt werden. Hochglanzbroschüren oder auch der Internetauftritt sind Werbeträger und diese präsentieren natürlich nur die Schokoladenseite. Gib den Namen des Unternehmens ruhig auch mal in eine Suchmaschine ein und lass dich überraschen, was alles an Informationen erscheint. Handelt es sich um ein Unternehmen, das Produkte für Endverbraucher erstellt, kann es auch hilfreich sein, sich diese einmal in einem Geschäft anzusehen und mit dem Verkäufer zu sprechen. Empfiehlt er das Produkt oder doch lieber den Wettbewerbsartikel?

Punkt 2: Anreiseplanung

Plane deine Anreise im Vorfeld. Sofern sich das Unternehmen in der Nähe deines Wohnortes befindet, kann es ratsam sein, vorab bereits einmal hinzufahren. So weißt du, wie lange du benötigst, wo du Parkplätze findest und was dich erwarten wird. Handelt es sich um einen großen Gebäudekomplex oder nur um ein kleines Büro? Du wirst definitiv mit mehr Sicherheit und Gelassenheit zu deinem Vorstellungstermin gehen, wenn du bereits eine konkrete Vorstellung von den räumlichen Gegebenheiten hast. Diese Sicherheit drückt sich unweigerlich auch in deiner Körpersprache aus, du wirst selbstbewusster wirken und die anfängliche Angst vor dem Vorstellungsgespräch kaum noch spüren.

Punkt 3: Outfit ist mehr als nur die Kleidung

Ein wichtiges Thema ist auch das Outfit. Was soll ich anziehen? Schmuck, ja oder nein? Muss ich als Mann unbedingt im Anzug antreten? Letztlich hängt das Outfit von zwei Faktoren ab: Was passt zu dir? und: Was passt in den jeweiligen Rahmen und zu dem Job? Wer sich für eine Tätigkeit als Lagerarbeiter im dunklen Anzug vorstellt ist ebenso falsch am Platz wie der Bewerber auf einen Job in einer Bank, der in Jeans erscheint. Für das weibliche Geschlecht ist ein Hosenanzug oder schicker Blazer heute fast überall akzeptiert, es muss nicht immer ein Kostüm oder ein Kleid sein. Informiere dich vorab, was in der Branche üblich ist. Wenn wir von Outfit sprechen, ist nicht nur die Kleidung wichtig. Insgesamt sollte das gesamte Erscheinungsbild stimmig und gepflegt sein. Was nützt ein guter Anzug, wenn dazu alte ausgelatschte Freizeitschuhe getragen werden?

Generell gilt, dass man sich mit Make-up und Parfum etwas zurückhalten sollte. Insbesondere die Herren tun gut daran, ein eher dezentes Aftershave zu verwenden. Wähle einige Tage vor dem Vorstellungsgespräch dein Outfit bereits aus und stelle dich genau so, wie du am Tag X erscheinen möchtest vor den Spiegel. So hast du noch eine Chance, rechtzeitig festzustellen, ob noch der Fleck auf dem Blazer ist, der Knopf an der Bluse fehlt oder die Hose zu eng geworden ist. Es trägt nicht gerade zu einer entspannten Grundhaltung bei, wenn du am Tag des Vorstellungsgespräches kurz vor Verlassen des Hauses noch einen Knopf annähen oder die gesamte Kleiderauswahl umstellen musst.

Punkt 4: Terminbestätigung mit Zusatznutzen

Nutze deine Zusage für die Einladung zum Vorstellungsgespräch dazu, um noch wichtige Informationen in Erfahrung zu bringen. Wer werden deine Gesprächspartner sein? Welche Funktion haben diese im Unternehmen? Wie wird sich der Vorstellungstermin gestalten? Werden der Fachbereich und der Personalbereich gemeinsam ein Gespräch führen oder wird es mehrere einzelne Gespräche geben? Das alles sind Informationen, die für deine Gesprächsvorbereitung sehr hilfreich sein können. Daher empfiehlt es sich, die Terminbestätigung telefonisch zu machen und dabei die entsprechenden Informationen höflich zu erfragen.

Punkt 5: Fragen, mit denen du rechnen musst

Es gibt nicht DAS eine Vorstellungsgespräch, da jeder Interviewer seinen eigenen Gesprächsstil besitzt. Allerdings gibt es doch einige Standardfragen, auf die du auf jeden Fall vorbereitet sein solltest. Ein paar davon sind: 

- Was reizt Sie besonders bei dieser Stelle?

- Warum sollten wir gerade Sie einstellen?

- Wo liegen Ihre Stärken?

- Wo sehen Sie Ihre Schwächen?

- Was wissen Sie über unser Unternehmen?  

- Wie stellen Sie sich einen typischen Arbeitstag in der angestrebten Stelle vor?

Sehr beliebt sind auch Fragen, bei denen du zu wichtigen Anforderungskriterien wie Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen oder Zuverlässigkeit Beispiele aus der Vergangenheit geben sollst, bei denen du diese Eigenschaften bewiesen hast. Da du als Berufsstarter in der Regel noch nicht über ausreichend Beispiele aus der Arbeitswelt verfügst, kannst du ruhig Beispiele aus ehrenamtlichem Engagement, dem Sport oder dem privaten Umfeld nennen. Wichtig ist bei diesen Beispielen nur, dass du dein Verhalten und die Art und Weise, wie du mit einer Situation umgegangen bist, sehr konkret und anschaulich schilderst.

Punkt 6: Eigene Fragen überlegen

In der Praxis ist immer wieder festzustellen, dass die Qualität der eigenen Fragen viel über den Bewerber selbst aussagt. Wer gar keine eigenen Fragen hat oder sich nur für die Arbeitszeit oder die Urlaubstage interessiert, wird nicht unbedingt punkten. Überlege dir also Fragen, die direkt das Aufgabengebiet oder die weitere Entwicklung des Unternehmens betreffen. Je besser du dich im Vorfeld über das Unternehmen informiert hast, umso mehr Fragen werden dir auch einfallen.

Punkt 7: Den eigenen Marktwert kennen und auf Augenhöhe verhandeln

Mache dir im Vorfeld Gedanken, wo deine gehaltlichen Vorstellungen liegen, und wie du diese argumentativ am besten begründen kannst. Mache dir immer wieder bewusst, dass du kein Bittsteller bist, sondern ein gleichberechtigter Partner in einer Vertragsverhandlung. Die Art und Weise, wie du deine Interessen im Vorstellungsgespräch vertrittst, vermittelt dem Arbeitgeber auch einen Eindruck, wie du als Mitarbeiter die Interessen des Unternehmens vertreten wirst. Also sei durchaus selbstbewusst, was nicht mit Arroganz zu verwechseln ist.

Und zum Schluss: Gehe in das Gespräch mit einer positiven Einstellung. Sieh es nicht als lästiges Übel oder eine Bedrohung, sondern als Chance, eine interessante Stelle zu finden. Sei freundlich, halte Blickkontakt und zeige trotz der Nervosität auch mal ein Lächeln. Schließlich kann ein Lächeln auch im Vorstellungsgespräch Berge versetzen.

 

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