Wie löse ich Konflikte mit Kollegen?

Wie löse ich Konflikte mit Kollegen?

Wie löse ich Konflikte mit Kollegen?

Im Arbeitsalltag kann es jederzeit zu Konflikten unter Kollegen kommen. Manchmal sind Reibungen fast unausweichlich: Der Druck ist hoch, verschiedene Temperamente und Meinungen prallen im Team aufeinander ­– und schon kracht’s. Problematisch wird es jedoch, wenn ein Streit eskaliert und es zu verbalen Entgleisungen kommt. Oder wenn sich eine Meinungsverschiedenheit zu einem dauerhaft schwierigen Arbeitsverhältnis entwickelt. Damit es gar nicht erst so weit kommt, haben wir hier ein paar Tipps für dich, wie du Konflikte im Team lösen kannst.

 

6 Tipps, wie du selbstbewusst mit Konflikten umgehen kannst

 

Die Entstehungsgründe für einen Konflikt sind in der Regel komplex. Sie sind situationsabhängig, lassen sich schwer kategorisieren und es gibt meist nicht nur den einen richtigen Lösungsweg. Aber ein paar allgemeine Herangehensweisen helfen, selbstbewusst mit Konflikten und Meinungsverschiedenheiten umzugehen und sie konstruktiv aus der Welt zu schaffen.

 

1. Gehe Konflikten nicht aus dem Weg

Konflikte sind wie Karies, warte besser nicht, bis sie von alleine wieder weggehen. Das tun sie nämlich nicht. Es hilft nicht, sich zurückzuziehen, wenn du in einen Konflikt mit einem Kollegen verstrickt bist. Auch wenn du der Meinung bist, dass du keine Schuld an den Streitigkeiten trägst. Mit Schweigen und Herunterschlucken verschwendest du nur wertvolle Zeit und emotionale Energie. Versuche lieber, der Ursache des Konflikts so früh wie möglich auf den Grund zu gehen und ein klärendes Gespräch zu führen.

Genauso wenig wirst du das Problem lösen, wenn du dich ohne Rücksicht auf Verluste – möglicherweise sogar noch lautstark ­– mit deiner Meinung durchsetzen willst. Wenn keine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden wird, tritt der Konflikt auf die eine oder andere Weise immer wieder auf.

 

2. Nutze Konflikte zur Veränderung

Manchmal ist das Streiten hilfreich und notwendig, weil es am Ende zu positiven Veränderungen führt. Wenn du von dieser Annahme ausgehst, besteht der erste Schritt darin, konstruktiv mit dem Konflikt umzugehen. Das bedeutet, dass du über eine Veränderung oder einen Kompromiss nachdenken musst.

Gib dir einen Ruck und schlage deinem Kollegen in einem ruhigen Moment vor, wie ihr den Streit beilegen könnt. Manchmal kommt es dir vielleicht so vor, als würden alle Schritte von dir ausgehen und immer nur du deinen Kopf hinhältst. Doch das bedeutet nicht, dass du der schwächere Part bist – im Gegenteil! Zeige deine Stärke und gehe die Lösung des Problems aktiv an. Denn wenn keine der beiden Parteien einlenkt, musst du dich im Endeffekt mit Konflikten herumschlagen, die sich über Jahre hinziehen und sich womöglich irgendwann gar nicht mehr lösen lassen.

 

3. Achte darauf, was du sagst und nicht sagst

Man kann nicht nicht kommunizieren! Dieser berühmte Satz von Paul Watzlawick trifft im Büro ganz besonders zu. Häufig werden Konflikte durch Worte oder Taten ausgelöst. Ganz oft aber auch durch Dinge, die nicht gesagt oder getan werden. Meist sogar, ohne dass sich der Verursacher dessen bewusst ist. Beispiele dafür sind gebrochene Versprechen oder das Nicht-Einbeziehen eines Kollegen in eine Entscheidung. Es gibt viele Konfliktarten, doch die meisten lassen sich letztlich auf Kommunikationsprobleme zurückführen. Wie etwas kommuniziert oder eben nicht kommuniziert wird, wirkt sich auf alle Arbeitsprozesse aus! Es lohnt sich, bewusst an einer besseren Kommunikation zu arbeiten, um nachhaltiges Konfliktmanagement zu betreiben.

 

4. Nimm es nicht zu persönlich, aber sei ehrlich zu dir selbst

Versuche, Konflikte nicht persönlich zu nehmen. Manchmal treffen komplett verschiedene Persönlichkeiten aufeinander oder man ist einander unsympathisch – beide Faktoren sind nicht deine Schuld und du kannst sie nur bedingt beeinflussen. Oft liegt es ohnehin an missglückter Kommunikation, wenn Streit entsteht. Und auch Meinungsverschiedenheiten bleiben in der Zusammenarbeit mit Teamkollegen einfach nicht aus. Aber sobald du merkst, dass die Ursache für den Konflikt bei dir selbst liegt, dann solltest du in der Lage sein, dir und deinen Kollegen das ehrlich einzugestehen. So wird sich der Konflikt von selbst auflösen, denn dein Gegenüber kann dadurch wieder auf dich zugehen.

 

5. So gehst du mit längerfristigen Konflikten um

Konflikte, die sich bereits über einen längeren Zeitraum erstrecken, sind meist diejenigen, die noch nicht angesprochen wurden. In solchen Situationen meiden sich die Kontrahenten einfach, die Situation ist festgefahren und keiner möchte mehr den ersten Schritt wagen. Daher erfordert die Lösung eines derartigen Konflikts oft mehr Zeit und Mühe.

Versuche nicht die Person, zu der du ein schwieriges Verhältnis hast, mit einem kurzen Konflikt-Gespräch zu überrumpeln. Das wird nicht funktionieren. Du solltest die Sache langsam und ruhig angehen und am besten in einem Moment auf den anderen zugehen, in dem keine der Konfliktparteien bei der Arbeit gerade unter starkem Druck steht. Du kannst der Person auch im Voraus Bescheid geben, dass du dich gerne mit ihr unterhalten möchtest. Vereinbare einen Termin und bereite dich sorgfältig auf die Aussprache vor. Wenn du die Kommunikationsregeln beachtest (siehe Checkliste), wirst du eure Arbeitsbeziehung sicher auf neue Füße stellen können.

 

6. Wenn nichts hilft: Beziehe Außenstehende mit ein

Falls es sich um einen Konflikt handelt, der dir unsinnig erscheint, und du bereits alles versucht hast, dann überlege, eine nicht involvierte Person ins Vertrauen zu ziehen. Bei Konflikten zwischen Unternehmen und Gewerkschaften werden beispielsweise spezielle Vermittler konsultiert. Dies kann auch im kleineren Rahmen bei Ungereimtheiten zwischen Kollegen und Konflikten im Team sinnvoll sein.

Binde einen verständnisvollen Vorgesetzten oder jemanden aus der Personalabteilung ein, da diese zufriedenstellende Lösungen für beide Parteien vorschlagen können, weil sie nicht emotional in die Angelegenheit involviert sind. Das allein kann die Situation schon verbessern und dein Arbeitsleben erleichtern, auch wenn du weiter mit jemandem zusammenarbeiten musst, mit dem du nicht ganz auf einer Wellenlänge bist.

 

Monster-Tipp: Checkliste für eine bessere Streitkultur

 

Jedes Konfliktgespräch sollte in höflichem Ton und auf rationaler Ebene stattfinden, sich auf die Situation und die Fakten an sich konzentrieren und keine persönlichen Angriffe beinhalten. Bleibe bestimmt, aber vermeide es von oben herab zu sprechen oder aggressiv zu werden. Immerhin möchtest du den Konflikt verstehen und lösen und nicht „gewinnen“.

 

Diese Grundregeln solltest du dabei beachten:

  • Höre deinem Gegenüber erst einmal aufmerksam zu, welche Position er vertritt. Gib ihm dabei ausreichend Zeit, so dass er alles vorbringen kann. Wenn er fertig ist, bist du dran und kannst darauf reagieren.
  • Fange nicht bei jedem Punkt sofort mit deiner Gegenrede an. Stelle lieber Fragen, um die Sichtweise des anderen genau kennenzulernen und zu verstehen.
  • Der Kommunikations-Klassiker: Formuliere Ich-Botschaften! Statt „Sie haben mich einfach übergangen“, sag lieber, „ich fühlte mich schlecht, weil ich den Eindruck hatte, dass Sie mich übergehen“! So appellierst du an das Einfühlungsvermögen deines Gegenübers und machst ihm deine Haltung deutlich, ohne ihn frontal anzugreifen.
  • Bleibe in Konfliktsituationen immer ruhig und gefasst – selbst wenn dich dein Kollege mit Sticheleien reizt oder du dich emotional angegriffen fühlst. Du zeigst deine Souveränität, wenn du solche Dinge einfach überhörst. Und auch wenn dir so manches auf der Zunge liegt: Ironie und Sarkasmus sind schlechte Begleiter in einem konstruktiven Gespräch.
  • Vermeide Verallgemeinerungen. Wörter wie „nie“ und „immer“, „völlig“ und „total“ sind heikel. Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß, und gerade die Zwischentöne führen dich zu einem Kompromiss.

 

Wenn du diese Tipps beherzigst, sollte dir ein klärendes Gespräch leicht fallen. Du wirst sehen, Konflikte mit Kollegen lassen sich durch Offenheit und guten Willen lösen – und bringen alle Beteiligten einen großen Schritt weiter!