Kündigung des Arbeitsverhältnisses: Wichtige Tipps und Vorlagen für Kündigungsschreiben

Kündigung des Arbeitsverhältnisses: Wichtige Tipps und Vorlagen für Kündigungsschreiben

Die Entscheidung den Job zu kündigen, gehört für viele Arbeitnehmer zu den schwierigsten Herausforderungen in ihrem Berufsleben. Manchmal reift sie über Jahre hinweg heran. Ebenso können aber ein unwiderstehliches Jobangebot oder eine unliebsame Änderung im Unternehmen langjährige Mitarbeiter kurzfristig zum Wechsel motivieren.

Zudem können auch Auseinandersetzungen mit Kollegen oder Vorgesetzten Zweifel am aktuellen Job aufkommen lassen und dich aus dem Konzept bringen. Doch lohnt es sich wirklich, aus diesem Grund auf eine ansonsten gute Stelle zu verzichten? Ein ehrliches Gespräch mit deinen Vorgesetzten könnte Abhilfe schaffen. Das gilt auch, wenn du das Gefühl hast, dich in deiner Position nicht weiterentwickeln zu können oder keine Aufstiegsmöglichkeiten zu haben. Bevor du also das Unternehmen verlässt, prüfe genau, ob die Gründe für deine Kündigung sich nicht mit relativ geringem Aufwand beseitigen lassen.

Wenn deine Arbeit allerdings nicht mehr das Richtige für dich ist, du dich mit der Unternehmenskultur auf Dauer nicht identifizieren kannst oder dir schlicht und einfach ein Stellenangebot winkt, das dein Herz höher schlagen lässt, dann wird es Zeit für eine Veränderung.

Richtig kündigen will allerdings gelernt sein. Denn diese scheinbar einfache Handlung, von der sich viele Menschen Erleichterung und eine bessere berufliche Zukunft versprechen, beinhaltet zahlreiche Faktoren, die du bedenken solltest: Wann ist der beste Zeitpunkt, um zu kündigen? Wie verfasst du eine Kündigung als Arbeitnehmer? An wen solltest du sie richten und in welcher Form? Welche Konsequenzen können sich daraus für dich ergeben?

Auch aus der entgegengesetzten Perspektive wollen wir das Thema Kündigung betrachten. Was passiert, wenn dir gekündigt wird? Welche Kündigungsfristen gelten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer? Und vor allem, welche Rechte hast du, wenn du die Kündigung als ungerechtfertigt empfindest? Antworten auf diese und viele weitere Fragen findest du in diesem Artikel.

 

 

Richtig kündigen: So vermeidest du Fehler

 

Es gibt viele Gründe, den Job kündigen zu wollen. Überlege dir, welche auf dich persönlich zutreffen.

  • Mangelnde Wertschätzung: Dir fehlt die Anerkennung seitens deiner Vorgesetzten und Kollegen.
  • Perspektivlosigkeit: Du kannst dich nicht mehr weiterentwickeln, da dein Arbeitgeber dir keine Fortbildungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten bietet.
  • Stress: Der Leistungsdruck ist zu hoch und du möchtest wieder eine bessere Work-Life-Balance herstellen.
  • Unterforderung: Dein Aufgabenbereich liegt unterhalb deiner Qualifikationen und du langweilst dich.
  • Atmosphäre im Team: Die Chemie zwischen dir und deinen Mitarbeitern oder Vorgesetzten stimmt einfach nicht.
  • Zu niedriger Lohn: Mit deiner Ausbildung und Erfahrung solltest du eigentlich deutlich mehr verdienen, als du bekommst.
  • Neue Möglichkeiten: Du hast ein Jobangebot bekommen, das dir interessanter scheint als deine aktuelle Arbeit.

Analysiere deine Beweggründe genau, bevor du eine Entscheidung triffst. Vielleicht lassen sie sich durch ein offenes Gespräch mit dem Vorgesetzten oder einem internen Stellenwechsel aus der Welt schaffen? Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Wenn du dennoch fest entschlossen bist, den Job zu wechseln, solltest du dabei eine grundlegende Regel beachten. Egal, was vorgefallen ist und aus welchem Grund du deine Arbeit kündigst, hinterlasse immer einen möglichst positiven und professionellen Eindruck. Wer weiß, wie dir ein gutes Verhältnis zum ehemaligen Arbeitgeber künftig weiterhelfen könnte.

 

Passendes Timing und gute Umgangsformen

 

Spielst du momentan lediglich mit dem Gedanken zu kündigen? Dann achte darauf, deine Absicht aus dem Unternehmen auszuscheiden, nicht vorzeitig durchsickern zu lassen. Offen über Kündigungspläne zu sprechen, bei der Arbeit Stellenanzeigen zu lesen oder sogar CVs zu verschicken und mit Headhuntern zu telefonieren ist ein absolutes No-Go. Aber auch indirekte Anzeichen einer Wechselabsicht, z. B. wenn du in besonders feinen Outfits für Vorstellungsgespräche zur Arbeit kommst oder aus heiterem Himmel heraus ein Zwischenzeugnis anforderst, fallen auf und haben möglicherweise keine positive Auswirkung auf dein späteres Arbeitszeugnis.

Sobald du dann dein Kündigungsschreiben eingereicht hast, solltest du deine Vorgesetzten und Kollegen unverzüglich davon in Kenntnis setzen. Das gibt dem Unternehmen genug Zeit, deinen Nachfolger zu finden und ihn im besten Fall noch von dir selbst einarbeiten zu lassen. Denn deine Arbeit für das jeweilige Unternehmen endet im Normalfall nicht sofort, nachdem du die Kündigung eingereicht hast. Die Ausnahme sind fristlose Kündigungen, die wir im Weiteren noch detailliert besprechen werden. Falls die Kündigungsfrist abläuft, bevor ein passender Ersatz gefunden wird, solltest du deine Unterlagen möglichst vollständig und übersichtlich gestalten, um eine reibungslose Übernahme zu gewährleisten. Und zwar auch dann, wenn du mit deinem Arbeitgeber nicht zufrieden warst. Das stellt nicht nur deine Professionalität unter Beweis, sondern ist auch nur fair deinem Nachfolger gegenüber. Schließlich würdest (oder wirst) du dich genauso freuen, im neuen Job alles sauber und ordentlich dokumentiert vorzufinden.

Deine Restzeit im Unternehmen solltest du am besten nutzen, um deine Aufgaben vernünftig abzuschließen und Sachen zu richten, die zuvor vielleicht nicht so gelaufen sind, wie du es dir gewünscht hättest. Räume alte Konflikte und Missverständnisse aus dem Weg. Widme dich deinen verbleibenden Aufgaben mit Engagement oder übergebe sie, falls du die Möglichkeit hast, an deinen Nachfolger und unterstütze ihn in allen Angelegenheiten. Verabschiede dich von den Kollegen, mit denen du regelmäßig zu tun hattest, und bedanke dich bei ihnen für die Zusammenarbeit. So bleibst du als ein wahrer Profi in Erinnerung. Wenn du noch Urlaub übrig hast, solltest du diesen nutzen, um innerlich mit dem alten Job abzuschließen und dich auf die neuen Herausforderungen einzustellen.

 

Feedback einholen – und geben

 

Nachdem du gekündigt hast, hast du rechtlich gesehen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Diesen solltest du auch geltend machen, selbst wenn du für deine neue Stelle bereits einen Vertrag unterschrieben hast. Abhängig davon, wie lange du im alten Job gearbeitet hast und wie dein Verhältnis zum Arbeitgeber war, kann es entweder eine standardisierte Arbeitsbescheinigung sein oder ein sogenanntes qualifiziertes Zeugnis mit detaillierter Aufgabenbeschreibung und Leistungsbewertung.

Wenn du die Möglichkeit hast, den Inhalt zu beeinflussen oder sogar selbst zu verfassen – was in der heutigen Arbeitswelt nicht unüblich ist – solltest du diese nutzen, um dich auf eine möglichst positive Art und Weise darzustellen. Lasse dich dabei am besten von jemanden beraten, der Erfahrung im HR-Bereich hat, um sicherzustellen, dass du die richtigen Formulierungen verwendest.

Andererseits kommst auch du nicht umhin, deinem Arbeitgeber indirekt ein „Zeugnis“ auszustellen, denn fast jeder wird deine Beweggründe für die Kündigung erfahren wollen. Hier solltest du Vorsicht walten lassen. Auch wenn dir die Frage wie eine Aufforderung zum ehrlichen Feedback erscheint: Kritik ist an dieser Stelle unerwünscht, egal, wie objektiv und gut gemeint sie sein mag. Zähle also auf keinen Fall auf, was dich an dem ehemaligen Arbeitgeber stört, sondern fokussiere dich ausschließlich auf deine neue Stelle und die Möglichkeiten, die sie dir bietet. Wenn du noch keine in Aussicht hast, kommt die Erklärung, dass du auf der Suche nach neuen Herausforderungen bist oder dich beruflich umorientieren möchtest, immer gut an.

 

Fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer

 

Selbstverständlich hast du als Arbeitnehmer auch das Recht, fristlos zu kündigen. Allerdings greift diese nur unter besonderen Umständen, die wir für dich unter die Lupe genommen haben.

  1. Gefährdung der Gesundheit: Sobald ärztlich festgestellt wird, dass dein Job deiner Gesundheit dauerhaft schaden kann, darfst du nach der Kündigung sofort der Arbeit fernbleiben.
  2. Nötigung zu strafbaren Handlungen: Wenn dein Arbeitgeber von dir verlangt, etwas zu tun, womit du das geltende Gesetz verletzen und dich strafbar machen würdest, darfst du dich dem durch eine fristlose Kündigung entziehen.
  3. Gewalt gegenüber Arbeitnehmern: Wendet der Arbeitgeber dir gegenüber körperliche oder psychische Gewalt (z. B. in Form von Mobbing) an, hast du das Recht, fristlos zu kündigen.
  4. Ausbleiben des Lohns: Wurde dein Lohn seit mehr als 2,5 Monaten nicht mehr ausgezahlt, so ist das ein triftiger Grund für eine fristlose Kündigung. In diesem Fall musst du jedoch zuerst deinem Vorgesetzten eine Mahnung zukommen lassen, in der du eine endgültige Zahlungsfrist festsetzt. Erst wenn diese nicht eingehalten wird, darfst du sofort kündigen.

Da die fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer eher ein Ausnahmefall ist, liegt die Beweispflicht bei dir. Um Rechtsstreitigkeiten mit dem Arbeitgeber zu vermeiden, solltest du also den Kündigungsgrund so gut wie möglich dokumentiert haben. Ein schriftliches ärztliches Attest, eine Mail vom Vorgesetzten, die Drohungen oder Anstiftungen zu strafbaren Taten enthält, Kontoauszüge, auf denen das Ausbleiben der Lohnzahlungen zu sehen ist. Kannst du deine Krankheit oder das Verschulden des Arbeitgebers nicht nachweisen, ist eine fristlose Kündigung normalerweise nicht möglich.

Bedenke zudem, dass du diese Art von Kündigung innerhalb von zwei Wochen nach dem Bekanntwerden des Kündigungsgrundes einreichen musst. Die Entscheidung muss in diesem Fall besonders schnell getroffen werden. Nach dem ärztlichen Befund oder einem Mobbingvorfall gibt es also kein „mal weitersehen“ oder „das wird schon“. Vorerst im Unternehmen zu bleiben und sich ein halbes Jahr später umzuentscheiden, ist nicht möglich.

 

An wen und wie muss die Kündigung überreicht werden?

 

Auch bei der Übergabe der Kündigung gilt es, einige Regeln zu beachten. Diese betreffen hauptsächlich die Form des Kündigungsschreibens. Laut Paragraf 623 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bedarf die Beendigung von Arbeitsverhältnissen der Schriftform, um rechtskräftig zu sein. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die elektronische Form ausgeschlossen ist.

In der Praxis bedeutet das für dich, dass Kündigungsschreiben, die per E-Mail, Fax oder SMS eingereicht werden, nicht rechtlich wirksam sind. Für die Kündigung eines Arbeitsvertrags musst du ein von Hand unterschriebenes Dokument abgeben. Auch elektronische Signaturen finden hier aus juristischer Sicht keine Anwendung. Ob das fertige Schreiben anschließend persönlich oder per Post an die zuständige Abteilung zugestellt wird, ist nicht von Bedeutung. Das Einzige, was zwingend erforderlich ist, ist deine eigenhändige Unterschrift.

Viele Arbeitnehmer würden bei der Abgabe der Kündigung lieber den persönlichen Kontakt vermeiden und somit der unausweichlichen Frage nach dem „Warum“ aus dem Weg gehen. Möglicherweise geht es dir auch so. Trotzdem empfehlen wir, das Schreiben eigenhändig bei dem zuständigen Mitarbeiter abzugeben. Bei dieser Gelegenheit solltest du dir den Eingang der Kündigung bestätigen lassen. Das Datum könnte nämlich für die gesetzliche Kündigungsfrist und somit für den Antritt deiner neuen Stelle ausschlaggebend sein. Beachte auch, dass gesetzlich die Kündigung per Post eingereicht werden muss. Andere Formen (E-Mail, E-Post) sind nicht zulässig.

 

Kündigung und Arbeitslosengeld

 

Wenn du nicht unmittelbar nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen eine neue Stelle antrittst, steht dir für die Dauer der Erwerbslosigkeit das sogenannte Arbeitslosengeld I oder II zu. Bei Eigenkündigung gelten jedoch besondere Regelungen. Für die sogenannte Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe, die in der Regel 12 Wochen beträgt, hast du in diesem Fall keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, und auch danach könnten die Leistungen unter Umständen gekürzt werden.

Bei besonders triftigen Kündigungsgründen, wie z. B. einem der oben genannten Gründe für die fristlose Kündigung, muss diese Regel jedoch nicht greifen. Um deine individuelle Situation im Fall einer Eigenkündigung einzuschätzen, empfehlen wir, dich von einem Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit oder von dem Anwalt deines Vertrauens beraten zu lassen.

 

Kündigungsschreiben: Vorlagen und Muster

 

Eine Kündigung zu schreiben kann sich schnell als große Herausforderung entpuppen, denn der Inhalt kann je nach Stelle, Unternehmen und Dienstalter stark variieren. Deshalb haben wir bei Monster unterschiedliche Vorlagen für deine Kündigung erstellt, um jede mögliche berufliche Situation widerzuspiegeln.

  • Förmliche Kündigungsvorlage: In deinem Job läuft es nicht so, wie du es dir vorgestellt hast, du fühlst dich unwohl und möchtest einfach nur möglichst schnell weg? Nutze am besten unsere förmliche Kündigungsvorlage, die sich nur auf die nötigsten Inhalte beschränkt. Sie eignet sich im übrigen auch für die Kündigung von Minijobs.
  • Standard-Kündigungsvorlage: Du arbeitest in einem eher kleinen Unternehmen, in dem deine Kündigung direkt an den Vorgesetzten geht? Oder gibt es andere Gründe, aus denen du deinem Arbeitgeber deine Beweggründe nicht zu detailliert schildern möchtest? Dann bist du mit der Standard-Kündigungsvorlage gut beraten. Sie ist nicht sehr ausführlich, aber auch nicht zu knapp und hinterlässt einen positiven letzten Eindruck.
  • Detailierte Kündigungsvorlage: Du bist schon lange im Unternehmen? Du hast dich da bisher wohlgefühlt und die Entscheidung, zu gehen, ist dir nicht leicht gefallen? Für dich haben wir eine detaillierte Kündigungsvorlage erstellt, die dir die Möglichkeit gibt, dich für die guten Zeiten zu bedanken und deinem Arbeitgeber schriftlich Feedback zu geben.
  • Vorlage für verkürzte Kündigungsfristen: Dein neuer Arbeitgeber möchte, dass du so schnell wie möglich anfängst? Nutze in diesem Fall unsere Vorlage für verkürzte Kündigungsfristen. Denke jedoch daran, dass die Verkürzung nur dann möglich ist, wenn es dein aktueller Arbeitsvertrag ausdrücklich erlaubt.
  • Vorlage für verlängerte Kündigungsfristen: Du möchtest gehen, hast aber noch keine neue Stelle in Aussicht? Oder ist es dir wichtig, deinen Nachfolger möglichst gut einzuarbeiten? Dann bediene dich der Vorlage für verlängerte Kündigungsfristen. Hier hängt es von der Kulanz deines Arbeitgebers ab, ob er der Verlängerung zustimmt. Doch in den meisten Fällen, vor allem wenn noch kein Ersatz für dich gefunden wurde, wird man sich freuen, dich über die gesetzliche Kündigungsfrist hinaus im Unternehmen behalten zu dürfen.
  • Kündigungsvorlage für den Ruhestand: Du hast in deinem Leben nun schon genug gearbeitet und möchtest deine wohlverdiente Rente genießen? Auch für dich haben wir eine Lösung parat: die Kündigungsvorlage für den Ruhestand.

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Kündigung durch den Arbeitgeber

 

Im Arbeitsrecht werden fünf Gründe genannt, die eine Kündigung durch den Arbeitgeber rechtfertigen:

  • mangelnde Leistungsfähigkeit
  • grobes Fehlverhalten oder Gesetzesverstöße des Arbeitnehmers
  • Personalabbau beim Arbeitgeber
  • „sonstige Gründe“ (z. B. wenn der Arbeitnehmer es ablehnt, ein bestimmtes Gerät zu bedienen oder mit einem bestimmten Kollegen zusammenzuarbeiten).

Im Normalfall spricht man von einer ordentlichen Kündigung, deren Regeln im jeweiligen Arbeitsvertrag sowie im Arbeitsrecht verankert sind.

Dazu gehört, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, den Arbeitnehmer zuerst zu verwarnen und ihm eine Chance zu geben, das unerwünschte Verhalten zu ändern. Erst wenn alle unternommenen Lösungsversuche gescheitert sind, darf er den Arbeitnehmer entlassen, muss diesem jedoch die gesetzliche Kündigungsfrist gewähren. In dieser Zeit bezieht der Gekündigte sein übliches Gehalt und hat gleichzeitig die Gelegenheit sich nach einer neuen Anstellung umzusehen. Eine fristlose Kündigung ist nur bei schwerem Fehlverhalten des Arbeitnehmers möglich, beispielsweise bei Diebstahl am Arbeitsplatz oder anderen Gesetzesverstößen.

 

Ungerechtfertigte Kündigung: Was tun?

 

Eine Kündigung ist nicht immer fair und auch nicht immer rechtmäßig. Sobald du deine Probezeit bestanden hast, fällst du unter Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG). Wenn du überzeugt bist, dass kein triftiger Grund für deine Entlassung vorlag, oder das Unternehmen bei deiner Entlassung die gesetzlichen Regelungen nicht eingehalten hat, kannst du eine Kündigungsschutzklage einreichen.

Die Beweispflicht liegt in diesem Fall bei dem Arbeitgeber. Er muss nachweisen können, dass er einen triftigen Grund für deine Entlassung hatte, dir die gesetzliche Kündigungsfrist gewährt und sämtliche Vorschriften des KSchG eingehalten hat. Allerdings ist es natürlich von Vorteil, wenn du deinerseits Belege für das Fehlverhalten deines Arbeitgebers im Kündigungsverfahren hast. Zudem ist es sinnvoll, dich von einem auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwalt beraten zu lassen, bevor du die Klage einreichst.

 

Wann steht dir eine Abfindung zu?

 

In einer Zeit, in der wir immer häufiger über millionenschwere Abfindungen bei großen internationalen Konzernen lesen, hegen viele die Überzeugung, dass sie im Fall einer Kündigung durch den Arbeitgeber ebenfalls gebührend entschädigt werden. Allerdings ist eine Abfindung grundsätzlich nur bei betriebsbedingter Kündigung durch den Arbeitgeber, z. B. im Fall von Personalabbau, möglich. Denkbar sind Abfindungsansprüche z. B. in sogenannten „Sozialplänen“. Das sind Vereinbarungen von Betriebsrat und Unternehmensleitung über die wirtschaftlichen Folgen einer Personalmaßnahme. Wenn beispielsweise viele Mitarbeiter gehen müssen, weil es dem Betrieb schlecht geht, können die Betriebspartner solche Abfindungen vereinbaren, müssen sie aber nicht. Außerdem gibt es viele Betriebe, in denen es keinen Betriebsrat gibt.

In seltenen Fällen wird eine Abfindung vereinbart, um den entlassenen Arbeitnehmer davon abzuhalten, gegen die Kündigung zu klagen. Dies wird häufig als „1a-Kündigung“ bezeichnet, da die entsprechende rechtliche Grundlage im Paragraf 1a KSchG enthalten ist. Solche „Deals“ gehen Unternehmen aber nur dann ein, wenn der ehemalige Mitarbeiter ausreichende Gründe für eine Kündigungsschutzklage hat.

Die Höhe der Abfindung ist sehr unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren wie Dienstalter, Position im Unternehmen und bisheriges Jahresgehalt ab. Manche Arbeitnehmer, die der Ansicht sind, ihre Abfindung würde zu niedrig ausfallen, versuchen eine Erhöhung zu erzielen, indem sie dem Arbeitgeber drohen, Missstände im Unternehmen aufzudecken. Ein solches Vorgehen fällt jedoch je nach Schweregrad unter den Vorwurf der Nötigung oder sogar der Erpressung und ist somit strafbar. Der Betroffene kann damit sein Recht auf Abfindung vollständig verwirken.

Steht dir eine Abfindung zu, die du noch nicht erhalten hast? Leider kann diese ebenfalls unter Umständen verfallen. Beispielsweise wenn das Unternehmen noch vor der Auszahlung der festgelegten Summe Insolvenz anmeldet oder du dir innerhalb deiner gesetzlichen Kündigungsfrist etwas zuschulden kommen lässt, das deinen Arbeitgeber zu einer fristlosen Kündigung veranlasst. Du hast in diesen Fällen zwar die Möglichkeit, die Abfindung einzuklagen, doch die Chancen hierfür stehen eher schlecht.

Wenn du bereits eine Abfindung erhalten hast, bedenke unbedingt, dass darauf nach dem aktuellen Gesetzesstand Lohn- und Einkommenssteuer zu zahlen sind. Es müssen jedoch keine Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Ebenso hat die Abfindung keinen Einfluss auf deinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I oder II und wird auch nicht auf die Höhe der Leistung angerechnet.

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Richtig kündigen: die wichtigsten Punkte auf einen Blick

 

Für den Fall, dass du selbst kündigen möchtest, gelten grundsätzlich folgende Regeln:

  • Überlege dir die Entscheidung gut – sobald die Kündigung eingereicht ist, gibt es kein Zurück mehr!
  • Prüfe gegebenenfalls, inwiefern sich die Kündigung auf deinen Anspruch auf Arbeitslosengeld auswirkt.
  • Verkünde deine Absichten nicht, bevor du die Kündigung tatsächlich eingereicht hast.
  • Spreche nicht zu offen über deine Kündigungsgründe, bleibe diplomatisch.
  • Nutze deine Kündigungsfrist, um alle noch offenen Angelegenheiten im Unternehmen abzuschließen. 
  • Optimal wäre es, wenn du dir zum Zeitpunkt der Kündigung bereits einen neuen Job gesichert hast. Wenn dies nicht der Fall ist, kannst du eine Verlängerung der Kündigungsfrist in Erwägung ziehen.
  • Im Krankheitsfall oder bei schwerwiegenden Verstößen des Arbeitgebers hast du das Recht, innerhalb von zwei Wochen fristlos zu kündigen. In solchen Fällen darfst du die Arbeit sofort niederlegen und hast keine weiteren Verpflichtungen gegenüber dem Unternehmen.
  • Passe das Kündigungsschreiben stets deiner individuellen beruflichen Situation an.
  • Vergiss nicht, ein Arbeitszeugnis einzufordern.

 

Bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber solltest du hingegen Folgendes beachten:

  • Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dich vorab über eine drohende Kündigung zu informieren und dir die Möglichkeit zu geben, dieser entgegenzuwirken. Erst dann darf er dir eine ordentliche Kündigung überreichen.
  • Bei einer ordentlichen Kündigung hast du Anspruch auf eine gesetzliche Kündigungsfrist, innerhalb der du dich nach einer neuen Stelle umsehen kannst.
  • Eine fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber ist nur bei schwerwiegendem Fehlverhalten deinerseits möglich.
  • Sobald du die Probezeit bestanden hast, genießt du Kündigungsschutz. Das bedeutet, dass du gegen deinen Arbeitgeber klagen kannst, falls du ungerechtfertigt entlassen wirst oder die vertraglichen und gesetzlichen Bedingungen deiner Kündigung verletzt werden.
  • Du hast im Normalfall nur bei betriebsbedingter Kündigung Anspruch auf eine Abfindung.

 

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