Loyalität und Zuverlässigkeit - Soft Skills

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Soft Skills, die weichen Faktoren, wiegen genauso schwer wie Fachwissen. Dumm nur, dass sie auf keinem Examenszeugnis vermerkt sind. Bewerber müssen Taten statt Noten sprechen lassen.

 

 

 

 

 

Zuverlässigkeit und Loyalität

 

 

 

 

 

Drum prüfe, wer sich ewig bindet – das war einmal. Arbeitgeber und Arbeitnehmer verstehen sich heute als Berufslebensabschnittsgefährten. Nach dem aktuellen Arbeitsklima-Barometer des Marktforschungsinstituts IFAK, Taunusstein, nimmt die Wechselbereitschaft der Mitarbeiter rasant zu. 69 Prozent von Ihnen suchen innerhalb des nächsten Jahres den Absprung. 

Dazu passt, dass nur noch zwölf Prozent sich ihrem Unternehmen gegenüber loyal fühlen. 24 Prozent sagen, sie hätten keine Bindung. Seit sich der demografische Wandel abzeichnet, versetzen solche Umfragen die Unternehmen in Alarmbereitschaft. Unter dem Stichwort Talent Management entwickeln sie Strategien, qualifizierte Mitarbeiter langfristig zu binden. 

Zuverlässigkeit/Loyalität wird wieder als Bewerbertugend geschätzt. Doch Vorsicht: Die Grenzen zu weniger erwünschten Eigenschaften wie Immobilität und Langweilertum sind fließend.

Schwach argumentiert

"Seit meinem Berufseinstieg vor 15 Jahren bin ich meinem bisherigen Arbeitgeber treu geblieben." Anders ausgedrückt: Der Bewerber hat einen beschränkten Horizont, scheut Risiken und ist wahrscheinlich örtlich gebunden. Dass er jetzt eine andere Stelle sucht, geht möglicherweise auf einen Anstoß von außen zurück – Ärger mit dem Chef oder drohende Kündigung. So befördert man sich selbst ins Aus.

Stark argumentiert

Wichtig ist klar zu stellen, dass man eine langfristige Perspektive sucht: "Ich freue mich darauf, Ihre Vertriebsorganisation in Osteuropa aufzubauen und von Jahr zu Jahr erfolgreicher zu machen." Im Vorstellungsgespräch patzen Bewerber oft, indem sie über ihren Noch-Arbeitgeber herziehen. Das hört kein Personaler gern, auch wenn es um einen Wettbewerber geht. Wer im Unfrieden scheidet, soll seinen Ärger lieber erst mal für sich behalten. Fragen nach vertraulichen Informationen höflich, aber bestimmt zurückweisen: "Es tut mit leid, aber Sie verstehen sicher, dass ich keine Interna weitergeben möchte." Mehrjährige gesellschaftliche Aktivitäten sind ebenfalls ein Zeichen für Beständigkeit und "langen Atem".

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(Christoph Stehr, 2009)