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Formen des Mentorings - was passt zu mir?

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Formen des Mentorings - was passt zu mir?

Lust auf Mentoring? Wir verraten dir, welche Form zu dir passt.

In unseren letzten Beiträgen haben wir bereits erklärt, was Mentoring eigentlich ist – und was es definitiv nicht ist. Wenn dein Interesse jetzt geweckt ist, du aber nicht weißt, welche Art von Mentoring eigentlich zu dir und deiner individuellen Arbeitssituation passen könnte, bist du hier genau richtig!

Vermutlich hatte jeder von uns in seinem Leben schon mal einen Mentor, ob bewusst oder unbewusst. Der Onkel oder die Nachbarin, die einem mit ihrer Lebenserfahrung zur Seite stehen oder der nette Kollege am Arbeitsplatz, dem man besonders gerne Fragen stellt. Um diese Hilfestellungen reproduzierbar und für alle Mitarbeiter einer Firma gleichermaßen zugänglich zu machen, gibt es institutionalisierte Mentoring-Programme. Unabhängig davon, ob das Mentoring deinem Einstieg, Aufstieg oder der generellen Weiterentwicklung dienen soll – im Folgenden erfährst du, welche Formen des Mentoring es gibt und welche die Richtige für dich ist.

 

Formen des Mentorings

 

1. Internes Mentoring

Bei dieser Art des Mentorings kommen sowohl Mentor als auch Mentee aus demselben Unternehmen beziehungsweise derselben Organisation, stehen aber in keiner unmittelbaren hierarchischen Beziehung zueinander. Das ist von zentraler Bedeutung, damit es zwischen den beiden nicht zu Interessenskonflikten oder einem Abhängigkeitsverhältnis kommt. Stattdessen stammen Mentor und Mentee aus anderen Abteilungen oder es liegen mehrere Hierarchiestufen zwischen ihnen. Dies birgt nicht nur Vorteile für den Mentee, sondern auch für den Mentor. Denn so können beide Partner des Mentoring-Tandems verschiedene und neue Arbeitsbereiche ihres Unternehmens kennenlernen. Auf diese Art und Weise verbessert sich abteilungsübergreifend der Wissensfluss innerhalb des Unternehmens und es entstehen neue Synergien.

Darüber hinaus ist einer der größten Vorteile dieser Art des Mentorings, dass unternehmensspezifische Abläufe und Regeln direkt vermittelt werden können. Aufgrund der physischen Nähe lässt es sich in der Regel sehr einfach organisieren und man kann Erfahrungen sofort am eigenen Arbeitsplatz umsetzen.

Deine Wahl: Internes Mentoring ist dann gut geeignet für dich, wenn du dein Netzwerk im Unternehmen stärken möchtest und es für deine Anliegen von Bedeutung ist, wenn dein Tandem-Partner mit den Strukturen und Prozessen im Unternehmen vertraut ist, z.B. wenn es um interne Weiterentwicklungsmöglichkeiten geht. Auch zum Einstieg in den neuen Job kann ein interner Mentor sehr hilfreich sein, da er dich dabei unterstützen kann, dich schnell im Unternehmen zu Recht zu finden.

 

2. Externes Mentoring

Wie der Name schon erahnen lässt, stammen Mentor und Mentee bei einem externen Mentoring-Programm nicht aus demselben Unternehmen, sondern aus verschiedenen. Dabei werden die Organisation und das Rahmenprogramm meist von einer externen Einrichtung durchgeführt. Ein entscheidender Vorteil dieser Mentoring-Art liegt darin, dass sie Offenheit und Vertrautheit im persönlichen Gespräch erleichtert. Das macht sich insbesondere bei Fragen zur persönlichen Entwicklung des Mentees oder in potentiell sensiblen Abteilungen wie beispielsweise der Personalabteilung bemerkbar. Wer will schon negativ über die eigenen Kollegen berichten und darüber diskutieren, wie mit diesen umzugehen ist? Insbesondere als Berufseinsteiger.

Zudem hat das externe Mentoring für den Mentee den unschlagbaren Vorteil, dass er neue Kontakte knüpfen und somit sein Netzwerk erweitern kann. Wer weiß, vielleicht ergeben sich dadurch auch Impulse für den eigenen Karriereweg.Aber unabhängig davon sollte man nicht unterschätzen, wie viel ein bisschen frischer Wind manchmal bewirken kann. So lassen sich sowohl der Erfahrungs- als auch der Wissenshorizont über die eigenen Firmenwände hinaus erweitern.

Deine Wahl: Wenn du Lust hast, über den Tellerrand des eigenen Unternehmens hinauszuschauen, Spaß daran hast, alternative Perspektiven aus anderen Unternehmen kennenzulernen und es dir wichtig ist, ganz und gar offen über deine Anliegen zu sprechen, dann ist das externe Mentoring eine sehr gute Option. Wichtig ist nur, dass du nicht mit der Erwartung an die Sache heran gehst, so automatisch einen neuen Job zu bekommen, Vielmehr sollte die Suche nach frischen Ideen und Anregungen im Vordergrund stehen.

 

3. Cross-Mentoring

Eine spezielle Form des externen Mentoring, die sich in den vergangenen Jahren wachsender Begeisterung erfreut, ist das so genannte Cross-Mentoring. Auch hier kommen Mentor und Mentee nicht aus demselben, sondern aus unterschiedlichen Unternehmen. Der entscheidende Unterschied zum externen Mentoring liegt hier jedoch darin, dass sich in der Regel gleich eine Reihe von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zu einem Netzwerk zusammenschließen und gemeinsam ein Mentoring-Programm erstellen.

An dieser Art  des Mentoring können Unternehmen aller Größen teilnehmen.Kleine Unternehmen und  Mittelständler nutzen diese Programm gern weil sie selber keine eigenen internen Mentoring Programme auflegen wollen. Es kommt dann zu einem wechselseitigen Austausch von Mentoren und Mentees, wobei in der Regel Personalverantwortliche und Vorgesetzte in deren Auswahl miteinbezogen werden. Für Mentees ergeben sich hier ähnliche Chancen und Vorteile wie beim externen Mentoring: Vor allem persönliche aber auch fachliche Fragen lassen sich mit Menschen, die nicht aus der eigenen Firma stammen, manchmal einfach leichter besprechen.

Mehr Informationen zum Thema Cross-Mentoring findest du in unserem Mentoren-Portrait mit Andrea Michel von PepsiCo.

Deine Wahl: Dein Unternehmen bietet kein eigenes Mentoren-Programm an? Dann kann ein Cross-Mentoring-Programm eine tolle Gelegenheit sein, dies zu ändern: Es bietet dir die Möglichkeit, deine Entwicklung in den Vordergrund zu stellen. Das Gespräch mit Vorgesetzen und HR-Abteilung musst du dafür zwar trotzdem führen, da sie ihr OK geben müssen, aber einen engagierten Mitarbeiter, der motiviert ist, sich weiterzuentwickeln, sollte man schließlich nicht bremsen. Und noch ein Tipp: Lass dich mit der Gegenantwort „wir müssen sparen, das kostet so viel“ nicht abwimmeln. Es wird Zeit, dass Arbeitgeber merken, wie wichtig es ist, in die Mitarbeiter zu investieren und sich zum Beispiel mit den Vorstellungen der Millennials in Sachen Weiterentwicklungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen (bist du ein Millenial? Dann kannst du auch gerne direkt auf unser Video zu dem Thema „Die Millennials – wie tickt diese Generation eigentlich“ verweisen!).

 

4. Branchenspezifisches Mentoring

Neben den beschriebenen branchenübergreifenden Ansätzen des externen Mentorings und des Cross-Mentorings ist auch das branchenspezifische Mentoring sehr verbreitet. Das Wort Branche bezieht sich hier nicht nur auf wirtschaftliche Zweige, sondern umfasst auch z.B. die öffentliche Verwaltung, sowie Non-Profit Organisationen. Selbst Parteien und Kirchen nutzen branchenspezifisches Mentoring. Die Mentees stärken  durch ihre Teilnahme die Verbands -oder Branchen Angehörigen und sichern wertvollen Wissenstransfer und Informationsfluss zwischen den Unternehmen und Organisationen.

Deine Wahl: Wenn du dich innerhalb deiner Branche, einerlei ob Verwaltung oder Wirtschaft beispielsweise als Spezialist bzw. deine Fachkarriere weiter entwickeln willst, ist ein Branchenspezifisches Mentoring genau das richtige und sehr hilfreich, um sich mit Branchenexperten zu verbinden.

 

5. Peer-Mentoring

Die ersten vier Mentoring-Arten, die wir dir gerade vorgestellt haben, fokussieren sich vor allem auf die berufliche Entwicklung der Mentees und den Austausch und die Sicherung von Wissen im Unternehmen. Natürlich spielen auch hier persönliche Fragen eine Rolle, aber sie stehen nicht im Vordergrund. Anders ist dies beim sogenannten Peer-Mentoring, bei dem sich Mentor und Mentee nahezu auf der gleichen Hierarchie-Ebene befinden oder diese überhaupt nicht existiert. Besonders beliebt ist diese Art des Mentorings an Universitäten, wo erfahrene Studenten den Erstsemestern mit Rat und Tat zu Seite stehen. Wie organisiert man sich am besten, welche Arbeits- und Lerntechniken sind die effektivsten, wie bereitet man sich auf Prüfungen vor – diese Fragen werden dabei abgedeckt.

Peer-Mentoring ist nicht nur auf Studenten beschränkt, sondern kann auch bei gesundheitlichen Themen oder Lebenskrisen Anwendung finden. Diese Art des Mentorings mag nicht so offiziell und formell erscheinen wie die im Unternehmen institutionalisierten Mentoring-Programme, kann aber genauso hilfreich sein. Hier kannst du schnell und unkompliziert Fragen zu praktischen Problemen stellen und dir ein Netzwerk an Menschen aufbauen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie du selbst.

Deine Wahl: Diese Form des Mentorings ist dann die richtige Wahl, wenn du nach mehr als nur  karrierebezogenem und beruflichem Input suchst. Du möchtest dich mit deinem Mentor auf Augenhöhe austauschen und vielleicht auch mal das ein oder andere ganzheitliche Problem besprechen? Egal ob du Berufseinsteiger bist oder schon das ein oder andere Jahr Berufserfahrung auf dem Buckel hast, ein konstruktiver Austausch ist immer wertvoll.Alternativ kannst auch ein Patenmodelle nutzen

 

6. Reverse Mentoring

Muss der vermeintlich „Erfahrenere“ eigentlich immer der Mentor sein? Klare Antwort: Nein, das muss er nicht! Es gibt auch das sogenannte Reverse Mentoring, oder „umgedrehtes Mentoring“. Hier werden die Rollen umgekehrt: der „Junior“ ist Mentor und der „Senior“ Mentee – und damit ein gegenseitiger Wissenstransfer geschaffen.

Besonders im heutigen digitalen Zeitalter, in dem Prozesse immer schneller, technischer und interaktiver werden, kann „Alt“ von „Jung“ profitieren. Die Generation X und auch Teile der Generation Y, oder den Millennials, wie sie oft auch bezeichnet wird, ist mit der digitalen Welt groß geworden und findet sich darin leichter und vor allem schneller zurecht. Sie sind an die rasante technologische Weiterentwicklung gewöhnt und nehmen Veränderungen schnell(er) auf. Die älteren Generationen, die oft bereits Führungspositionen in Unternehmen innehalten, tun sich damit in der Regel schwerer. Das Reverse Mentoring macht den generationsübergreifenden Austausch zwischen Digital Natives und den Entscheidern möglich und fördert das gemeinsame Lernen auf Augenhöhe. Der jüngere Mentor kann auf den Erfahrungsschatz des älteren Mentees zurückgreifen und dieser hat wiederum die Möglichkeit, sich als Ausgleich Tipps und Tricks zum Umgang mit neuen Technologien von seinem Mentee zu holen – eine klare „Win-Win-Situation“.

Deine Wahl: Das Reverse Mentoring passt zu dir, wenn du auch Spaß daran hast, anderen Leuten etwas beizubringen und zu erklären. Wenn du besonders fit in Social Media, Coding & Co. bist, sind das natürlich auch gute Voraussetzungen als Mentor in dieser Form durchzustarten. Dabei ist es jedoch wichtig, dass die Leistungen nicht haarklein gegeneinander aufgerechnet werden. Auch hier gilt: der Spaß am Austausch mit und am Lernen voneinander sollte im Vordergrund stehen.

 

Und welche Art von Mentoring passt zu mir?

Mentoring ist nicht gleich Mentoring. Es gibt unterschiedliche Arten und Ausprägungen, die verschiedene Vorteile bieten und jeweils andere Schwerpunkte setzen. Welche Art des Mentorings zu dir passt, entscheidest du selbst. Oder wie es ein erfahrener Mentor einmal ausgedrückt hat: „Als Mentor halte ich die Leiter, prüfe, ob sie sicher steht und am richtigen Stockwerk angelegt ist. Klettern muss der Mentee aber allein.“[1]

 

 

[1]Zitatgeber: Josef Geiger; Quelle: kontor5 Mentoring Broschüre


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