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Moderator: Tipps zu Jobs, Ausbildung, Karriere

Moderator: Tipps zu Jobs, Ausbildung, Karriere

Moderator: Tipps zu Job, Ausbildung, Karriere


Moderator: alles zu Jobs, Ausbildung, Karriere

Spontan sein und schnell reagieren können, Fachwissen und Spaß am Umgang mit Menschen haben - all dies sind wichtige Voraussetzungen, um als Moderator erfolgreich zu werden. 


Von Midia Nuri und Andrea Pawlik

Eine klassische Ausbildung zum Moderator gibt es nicht. Der typische Weg in diesen Beruf führt vor allem über praktische Erfahrungen. Wer früh beginnt, sich um Praktika und freie Mitarbeit bei Radio oder Fernsehen zu kümmern, hat die besten Chancen, seinen geplanten Weg auch erfolgreich verfolgen zu können. Das kann im Bürger-, Uni- oder Krankenhausradio sein, bei einem kleinen kommerziellen Hörfunk- oder TV-Sender oder auch als Moderator von Veranstaltungen des örtlichen Sportvereins. Hilfreich ist alles. "Man muss sich bemühen, sich selbst gut auszubilden", sagt die ehemalige Moderatorin Uschi Wienken, Referentin bei der Deutschen Hörfunkakademie, an der Seminare für Moderatoren und andere Radio-Macher angeboten werden.

Wie wichtig redaktionelle Fähigkeiten sind, bestätigt auch Diana Spörl, die bei Pro 7 Television in der Abteilung Moderatorenbetreuung tätig ist: "Voraussetzung für den Beruf des Moderators ist, Texte selbst schreiben zu können." Der moderierende Sprecher, der von anderen Redakteuren geschriebene Texte vorträgt, ist fast ausgestorben.

Gehört auch dazu: Vorbereiten und organisieren

Moderatoren verbringen einen Großteil ihrer Arbeitszeit mit der Vorbereitung ihrer Sendung. Redaktionelle und organisatorische Arbeiten stehen zunächst im Vordergrund. Meist beginnt der Tag mit einer Redaktionskonferenz, in der die aktuelle Sendung besprochen wird. Der Sendeablauf muss geplant werden, Interviews vorbereitet und Hintergrundinformationen recherchiert werden. Kommt etwa eine Band ins Studio, wird geklärt, wer für die Betreuung der Musiker zuständig ist und wo sie proben können. Läuft die Sendung erst einmal, ist für den Moderator die meiste Arbeit getan.

Was Moderatoren mitbringen sollten:

  • Journalistische Kompetenz
  • gute Allgemeinbildung
  • ansprechende Stimme
  • Hochdeutsch sprechen
  • Teamfähigkeit
  • Stressresistenz
  • auch schon um fünf Uhr morgens fit auf Sendung gehen können
  • passable Englischkenntnisse
  • Schlagfertigkeit, gutes Sprachgefühl
  • Spaß am Umgang mit Menschen
  • Interesse an so viel Themen wie möglich
  • Leidenschaft für den Beruf

Auch kommunikative Elemente werden zunehmend wichtiger, ebenso wie Sprache und Kreativität. "Moderatoren müssen auch den hundertsten Bericht über einen Weihnachtsmarkt mit einem neuen, interessanten Dreh anmoderieren können", weiß Wienken.

Studium: ja oder nein?

Ein Studium ist nicht zwingend Voraussetzung für Moderatoren. "Je älter man wird, desto schwieriger wird der Einstieg", argumentiert Wienken. Moderatorenbetreuerin Spörl von Pro 7 pflichtet ihr bei: "Aus unserer Sicht ist ein Studium keine Voraussetzung, um ein guter Moderator zu sein." Je nach Format sucht die Pro Sieben Sat1-Gruppe einen bestimmten Typ. "Wenn der dann noch eine außergewöhnliche Stimme hat und im Auswahlverfahren Ehrgeiz und Disziplin erkennen lässt, hat er gute Chancen." Das Auswahlverfahren zählt. Was zur Perfektionierung noch fehlt, können sich die ausgewählten Moderatoren im anschließenden Coaching aneignen.

Über die Kenntnisse und Fähigkeiten hinaus, die man sich durch Praxis und Erfahrung aneignen kann, gibt es noch eine weitere wichtige berufliche Anforderung: Moderatoren müssen sich "auf Sendung" pudelwohl fühlen. Und möglichst wenig schauspielern. "Ein Moderator muss ein Typ sein", führt Diana Spörl an. Er muss Lebendigkeit, Kompetenz und Glaubwürdigkeit mit einem sympathischen Auftreten vereinen, zu jemandem, den man gern in sein Wohnzimmer einlädt.

"Für TV-Moderatoren ist außerdem Bildschirmpräsenz wichtig", sagt die Pro 7-Moderatorenbetreuerin. Wer sie hat, wirkt durch den Bildschirm und schafft es, die Menschen vor der Mattscheibe zu bewegen. Das Aussehen des Moderators ist dabei zweitrangig. Es komme sogar vor, dass jemand im "wirklichen Leben" eher unscheinbar sei, sagt Diana Spörl, dabei aber vor der Kamera eine starke Präsenz entwickeln könne.

Die Stimme schulen

Worin sich die Experten allerdings einig sind: Stimmtraining ist wichtig. Das bieten auch schon kleine Sender ihren Mitarbeitern an. Wer noch keinen Einstieg in die Branche gefunden hat, kann sich privat um Unterricht kümmern. So veranstalten zum Beispiel Volkshochschulen Workshops zu Stimmausbildung und Atemtechnik.

"Das sollte man sich gönnen", sagt Uschi Wienken von der Hörfunkakademie. "Von einem Trainer lernt man zum Beispiel, wie man sein wichtigstes Arbeitsinstrument - die Stimme - professionell einsetzt." Neben einer guten Modulation geht es darum, die richtige Stimmlage zu treffen und die Stimme zu variieren. "Der Sprechtrainer sollte in jedem Fall auf Medien spezialisiert und zum Sprechtrainer ausgebildet sein", sagt Wienken.

Wo kann man starten?

Und wie kommen angehende Moderatoren nun an ihren ersten "richtigen" Job? "Die wenigsten Programmleiter stellen jemanden gleich für die Moderation ein", sagt Uschi Wienken. Meist führt der Weg ans Mikro über die Station Redakteur. Wer etwa als Korrespondent auch gute Arbeit beim Sprechen seiner Meldungen abliefert, bekommt mit etwas Glück die Chance, sich als Moderator einer Sendung zu beweisen. "Da Moderation nicht zwingend zum journalistischen Ausbildungskatalog gehört, sollte jemand, der wirklich moderieren möchte, zusätzlich Seminare oder Workshops belegen."

Auch wer letztendlich zum Fernsehen will, schafft den Einstieg über das Radio leichter. Schließlich muss sich ein Hörfunkmoderator auf weniger gleichzeitig konzentrieren - ein gutes Training für Schnelligkeit und Spontaneität also. Wohl kein Zufall, dass so bekannte Fernsehmoderatoren wie Günter Jauch, Frank Elstner und Anke Engelke oder etwa Anne Will, Sandra Maischberger und Marietta Slomka im Radio angefangen haben. Viel Technikverständnis müssen Moderatoren heute auch beim Hörfunk nicht mehr mitbringen - da alles digital läuft, müssen Moderatoren heute nur wenige Tasten und Regler bedienen.

Weitere Einsatzgebiete für Moderatoren:

  • Off-Sprecher für TV-Beiträge
  • Filmsynchronisation
  • Werbung
  • Industriefilme besprechen
  • Veranstaltungen: Partys, Messen, Galas


Initiativ bewerben

Eigeninitiative ist für einen Moderator enorm wichtig, denn freie Stellen werden von den Sendern kaum ausgeschrieben. Pro 7 etwa arbeitet meist mit seinem umfangreichen Casting-Archiv, wenn Positionen zu besetzen sind. Darin sind sowohl bekannte Moderatoren als auch interessante Kandidaten, die sich initiativ beworben haben, vertreten. Zu einer Initiativbewerbung gehören neben dem Anschreiben ein Lebenslauf mit Bild und eine Videokassette mit einer Arbeitsprobe. Am besten ist natürlich echtes Material, das schon einmal auf Sendung gegangen ist.

"Bewerber können sich aber auch etwas ausdenken und die Arbeitsprobe selber anfertigen", sagt Diana Spörl und rät, statt viel Geld auszugeben, lieber seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. "Dafür muss man keine professionellen Studios mieten, das kann man auch zu Hause machen", meint Spörl. Wer infrage kommt, wird zu einem Casting eingeladen, bei dem getestet wird, wie der Bewerber durch die professionelle Kamera wirkt.

Kleine Helfer: Glück und Kontakte

Ansonsten sind Glück und Kontakte wichtige Starthilfen. Wer sich in der Branche noch nicht so auskennt, als dass er selbst Kontakte zu Entscheidungsträgern in Sendern oder Produktionsfirmen hätte, kann versuchen, von einer Künstler- oder Moderatorenagentur oder einem Management aufgenommen zu werden. "Für Anfänger ist es allerdings schwer, das zu schaffen", weiß Wienken. "Auch Workshops oder Seminare sind eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen", erinnert Wienken. Sie werden oft von Programmdirektoren oder anderen einflussreichen Praktikern geleitet.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind Aftershow-Partys oder Besuche in Kneipen, in denen sich die Branche trifft. Die gibt es in jeder Medienstadt. Dort einen Fürsprecher zu finden, ist viel wert. Damit ist klar, dass auch die Wahl des Wohnorts wichtig ist: Einen oder mehrere größere Sender sollte es in der Stadt schon geben.

(Bild: Manuela Klopsch)


Wo gibt's Infos?

Akademie für Publizistik
http://www.akademie-fuer-publizistik.de

Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten
http://www.alm.de

Bayerische Akademie für Fernsehen
http://www.fernsehakademie.de 

Berliner Journalisten-Schule
http://www.berliner-journalisten-schule.de

Deutsche Hörfunkakademie
http://www.hoerfunkakademie.de

Deutscher Journalisten-Verband
http://www.djv.de

Hochschule der Medien in Stuttgart
www.hdm-stuttgart.de

RadioCampus
http://www.radio-campus.de


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