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Mentorenportrait: Andrea Michel von PepsiCo

#MonsterMentors

Mentorenportrait: Andrea Michel von PepsiCo

Begeisterte Cross-Mentoring - Andrea Michel von PepsiCo

Es gibt viele verschiedene Formen des Mentorings. Eine besondere Art ist das sogenannte „Cross-Mentoring“, bei der die Mentorinnen oder Mentoren in einem anderen Unternehmen beschäftigt sind als die Mentees! Ein spannender Ansatz, der viele Vorteile mit sich bringt.

Welche das sind und was es bedeutet als „Cross-Mentor“ im Einsatz zu sein, erzählt uns Andrea Michel von PepsiCo.

 

Mal nachgefragt

 

Stichwort Mentoring: Auf welche Art und Weise haben Sie mit dem Thema zu tun?

Seit etwa acht Jahren bin ich als Mentorin im Cross Mentoring Programm Deutschland tätig und habe seither drei Mentees für einen Zeitraum von etwa einem Jahr begleitet.
Überdies ist Mentoring Bestandteil meiner Arbeit wie auch meines Privatlebens. Ich erachte es als wichtig, Menschen bei Themen zu unterstützen, die ihnen wichtig sind, die sie verändern müssen oder wollen und freue mich, wenn ich meine Lebenserfahrung mit einbringen darf. Für mich ist dies auch eine Art „payback“. Viele Jahre hatte ich Mentoren, die mich auf meinem Weg begleitet, unterstützt und angeschoben haben. Ohne diese Mutmacher an meiner Seite wäre ich vermutlich nicht da, wo ich heute – privat wie beruflich – bin.

 

Was treibt Sie an, dass Sie in Ihrer sicherlich knappen Zeit als Mentor tätig sind?

Mich treibt an, dass ich nach Gesprächen Veränderungen bei meinen Mentees wahrnehme. Ich sehe darin auch die Möglichkeit, mich bei meinen ehemaligen Mentoren  für das zu bedanken, was sie für mich getan und mir beigebracht haben – zwar nicht direkt bei ihnen selbst, aber ich trage ihre Philosophie weiter. Es ist auch einfach schön zu sehen, wenn Menschen sich entwickeln, aufblühen, sich verändern, adjustieren und nach vorne gehen.

 

Welche Formen des Mentoring bietet Ihr Unternehmen an?

Bei PepsiCo greifen wir auf freiwilliges internes Mentoring zurück – dies ist nicht offiziell organisiert. Darüber hinaus werden einzelne Mitarbeiter über ein mehrtägiges Schulungsprogramm zum Coach ausgebildet.

 

Haben Sie den Eindruck, dass Mentoring-Programme die Unternehmenskultur (positiv) beeinflussen?

Mentoring hilft auf jeden Fall, die Unternehmenskultur positiv zu verändern. Mentees wie auch Mentoren blicken in einer anderen Form über den Tellerrand hinaus. Sie sind nicht nur intern sondern auch extern unterwegs, setzen die Brille anderer Branchen und Unternehmen auf und haben somit einen breiteren Ansatz. Hinzu kommt, dass hier der menschliche Ansatz meiner Meinung nach nicht zu unterschätzen ist. Es geht nicht nur darum, strukturiert zu coachen, sondern die Gefühle und Erlebnisse zu teilen, die man persönlich hatte, wen man Themen zum ersten Mal bearbeitet und durchlebt hat. Dies bedingt auch, dass man sich auf sein Gegenüber einlässt. Da jeder von uns „anders tickt“ ist es erforderlich, den anderen sehr genau zu verstehen und zu erarbeiten, ob die eigenen Erlebnisse und das Handeln überhaupt zu der Situation und der Person passt.

 

Können Sie uns einen Einblick gewähren, ob das Thema Mentoring zur Employer Branding Strategie von PepsiCo gehört?

Das Thema gehört offiziell nicht dazu, wird jedoch intern in einigen Bereich gelebt. Vielmehr die Coaching Ausbildung ist hier aktuell eher als offiziell zu sehen.

 

Worin besteht der besondere Nutzen für Mentees, wenn Sie außerhalb des eigenen Unternehmens an Cross Mentoring Programmen teilnehmen?

Den besonderen Nutzen sehe ich darin, dass ein Mentee durchaus auch mal eine andere Sicht auf Dinge bekommt. Häufig ist es ja so, dass man nach einigen Jahren eingefahren ist und vieles intern eher durch die negative Brille sieht. Ein Mentee lernt hierdurch auch sehr schnell am „lebenden Objekt“, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns nicht wirklich grüner ist.

 

Ist Ihre Rolle als Mentor im Vergleich zu internen Programmen bei „crossen“ Programmen eine andere und worin besteht der Unterschied?

Auf jeden Fall! Intern muss man sehr viel vorsichtiger sein und agieren, da man mit den Themen durchaus auch kritische Dinge aufgreift. Bei Cross-Mentoring Programmen muss man genauer hinterfragen, um die Thematik aufzugreifen und zu verstehen. Hierbei ist man auf mehr Distanz und aus meiner Sicht auch wesentlich objektiver. Man kennt weder Personen noch Themen und ist hierdurch weniger voreingenommen.

 

Wenn Sie HRler wären, wann würden Sie interne Programme einsetzen und wann Cross Mentoring Programme?

Interne Programme sind  bei denThemen eine gute Wahl, die intern nach vorne gebracht werden sollen – beispielsweise wenn man ein Mitarbeiter über verschiedene Bereich hinaus entwickeln möchte, sodass dieser die Gesamtzusammenhänge besser versteht.

Externe Programme, wie Cross-Mentoring, sind dann die bessere Alternative, wenn Themen bearbeiten werden sollen, die z. B. Personal oder diffizile politische Themen betreffen, die diese nicht mit internen Mentoren besprechen können oder möchten.  

 

Was gehört zu Ihren Aufgaben als Mentor?

Kurz zusammengefasst: Zuhören, hinterfragen, eigene Erfahrung teilen. Ich persönliche hinterfrage bei meinem Mentee, ob dieser mit einer der möglichen Vorgehensweisen mitgehen kann. Wichtig hierbei ist immer, dass der Mentee authentisch die herausgearbeiteten Lösungen umsetzen kann. Es sollte nie zu einem „copy paste“ kommen, das wirkt gestellt und ist meist nicht der richtige Weg.

 

Wie viele Mentees betreuen Sie momentan und wie lange im Durchschnitt?

In der Regel betreue ich einen Mentee fest für den Zeitraum für ein Jahr. Bei Bedarf und Wunsch, biete ich auch die Möglichkeit einer Mentee-Beratung an. Das bedeutet, dass Mentees nach dem vorgesehenen Zeitraum weiterhin auf mich zukommen können. Dann ist es meistens so, dass einige Monate sehr viele ehemalige Mentees mit Fragen auf mich zu kommen und dann wiederum  lange Zeit gar keine Fragen kommen.
 

Aus Ihrer Erfahrung heraus: Was sind die drei wesentlichen Punkte, die man bei der Durchführung eines Mentoring Programms beachten sollte?
 

  1. Regelmäßigkeit: Es ist enorm wichtig, dass man regelmäßige Treffen oder Telefonkonferenzen vereinbart, um kontinuierlich gemeinsam an Themen zu arbeiten.
  2. Vorbereitung:  Der Mentee sollte seine Themen vor den Treffen gut vorbereiten, sodass sich der Mentor am Tag vorher einlesen und sich selbst Gedanken zu möglichen Lösungsansätzen machen kann.
  3. Nachbereitung:  Um das meiste aus dem Mentoring Programm herauszuholen, ist auch eine gute Nachbereitung der Themen unerlässlich:  Wie ist es gelaufen? Was konnte man für sich aus dem Gespräch mitnehmen? Was kann noch optimiert werden?

 

ÜBER DAS PROGRAMM__________________________________________

Andrea Michel ist Teil des Cross Mentoring Programms, ein unabhängiges Personal- und Talententwicklungsprogramm für Führungs-, Nachwuchsführungs- und Fachkräfte aus nationalen und internationalen Unternehmen, Organisationen und öffentlichen Verwaltungen. 

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