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Mutterschutz und Elternzeit – das sind deine Rechte

Mutterschutz und Elternzeit – das sind deine Rechte

Eine Familie zu gründen ist eine wichtige Entscheidung im Leben eines jungen Erwachsenen. Es gibt viele Aspekte, die man beachten muss und dein Beruf und deine Karriere spielen hier eine wichtige Rolle. Die Elternzeit und der Mutterschutz öffnen dir hier viele Türen und sollten bei der Planung auf jeden Fall berücksichtigt werden.

In unserem Beitrag zu diesem Thema stellen wir die wichtigsten Fakten und Daten übersichtlich dar. Diese sind nach dem jeweiligen Gesetz gegliedert und natürlich auf dem neuesten Stand. Das erspart dir die Suche und das Verständnis der korrekten Gesetzestexte und kann dir die Planung deiner kleinen (oder auch großen Familie) unheimlich erleichtern!

 

Mutterschutz: Infos, Fakten und Wissenswertes

 

Was bedeutet eine Schwangerschaft für deine Karriere? 

Und welche Folgen hat eine Karriere für dein Kind? Mit diesem Konflikt bist du nicht allein. Egal ob du als werdende Mutter mitten im Berufsleben stehst, gerade erst eine Ausbildung begonnen hast oder noch auf Arbeitssuche bist – du stellst dir Fragen wie "Kann ich es mir überhaupt leisten, für mein Kind zu sorgen?", "Verliere ich meinen Job?" oder "Wie schaffe ich es wieder zurück in den Beruf?"

Das deutsche Recht lässt dich nicht im Stich. Mit den gesetzlichen Vorschriften zum Mutterschutz sowie der anschließenden Elternzeit verschafft es dir in allen Belangen deiner Schwangerschaft viel Zeit und Sicherheit und gilt für alle Arbeitnehmerinnen in

  • Vollzeit
  • Teilzeit
  • Nebenbeschäftigung während des Studiums
  • geringfügiger Beschäftigung
  • Ausbildung
  • Heimarbeit

 

Schwanger? Warum du deinem Chef schnell Bescheid sagen solltest. 

Manche Frauen zögern das Gespräch mit ihrem Arbeitgeber hinaus. Die einen wollen sich erst ganz sicher sein und die 12. Schwangerschaftswoche abwarten. Andere wiederum haben Angst davor, wie ihr Chef reagiert.

Grundsätzlich bist du nicht verpflichtet, deinen Arbeitgeber zu informieren. Dennoch solltest du so schnell wie möglich mit ihm reden. Erst dann profitierst du nämlich von den Vorteilen des Mutterschutzgesetzes, darunter Schutzvorkehrungen am Arbeitsplatz und natürlich der Kündigungsschutz.

Hat dir dein Arbeitgeber gerade gekündigt, ohne zu wissen, dass du schwanger bist? Bis zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung hast du noch Zeit, deinen Chef über deine Schwangerschaft zu informieren, am besten mit einem Einwurfeinschreiben. Er muss die Kündigung dann zurückziehen – allerdings nur, wenn du schon vor der Kündigung schwanger warst.

Befristete Arbeitsverträge dürfen zwar nicht gekündigt werden, laufen aber dennoch fristgerecht ab.

 

Was steht in deinem Arbeitsvertrag? 

Wird in deinem Arbeitsvertrag eine Treuepflicht aufgeführt? Dann könnte dein Arbeitgeber sogar berechtigt sein, Schadenersatz von dir zu verlangen, falls du ihm die Schwangerschaft verschweigst. Gerade als Führungskraft oder hoch spezialisierte Mitarbeiterin solltest du deinen Chef schnell informieren, damit er oder sie sich rechtzeitig um deine Vertretung kümmern kann.

Unser Tipp: Eine zugesagte Gehaltserhöhung lässt du dir am besten vorher noch schriftlich bestätigen, auch wenn du davon erst nach deiner Rückkehr finanziell profitierst. Auf die Höhe des Mutterschaftsgeldes wird sie sich hingegen kaum auswirken,denn für dessen Berechnung sind lediglich die letzten drei Monate vor Beginn der Mutterschutzfrist relevant.

 

Die wichtigsten Fakten aus dem Mutterschutzgesetz:

  • Sobald du deinen Arbeitgeber über deine Schwangerschaft informierst, benachrichtigt er die Landesbehörde für Arbeitsschutz und ergreift die erforderlichen Schutzmaßnahmen an deinem Arbeitsplatz.
  • Du wirst für Arztbesuche bei voller Bezahlung freigestellt. Die Zeit musst du nicht nacharbeiten.
  • Sowohl die Aufsichtsbehörde als auch dein Arzt können ein Beschäftigungsverbot aussprechen. Für bestimmte Berufe und Tätigkeiten gelten automatisch Einschränkungen, darunter das Verbot von Akkord- und Nachtarbeit.
  • Sechs Wochen vor dem Geburtstermin beginnt die Mutterschutzfrist – du darfst jetzt nur noch dann arbeiten, wenn du es selbst ausdrücklich wünschst. Deinen Entschluss kannst du jederzeit ändern.
  • Bis acht Wochen nach der Entbindung darfst du nicht arbeiten.
  • Resturlaub kannst du ins Folgejahr übertragen.
  • Der Kündigungsschutz gilt ab Beginn der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung.
  • Nur die oberste Landesbehörde für Arbeitsschutz kann Ausnahmen vom Kündigungsschutz genehmigen, wogegen du Widerspruch einlegen kannst.

 

Das Mutterschaftsgeld sichert deine Existenz.

  • Während der Mutterschutzfrist zahlt die gesetzliche Krankenkasse eine Tagespauschale, das sogenannte Mutterschaftsgeld. Vom Arbeitgeber gibt es einen Zuschuss.
  • Wie hoch dein Mutterschaftsgeld ist hängt von deinem durchschnittlichen Nettoverdienst in den drei Monaten vor Beginn der Mutterschutzfrist ab. Einmalige Zuschüsse wie Weihnachtsgeld werden nicht berücksichtigt.
  • Den Antrag stellst du bei der Mutterschaftsgeldstelle des Bundesversicherungsamtes.

 

Elternzeit: Infos, Fakten und Wissenswertes

 

Elternzeit. Warum der richtige Zeitpunkt so wichtig ist. 

Anders als beim Mutterschutz ist die Elternzeit eine freiwillige Jobpause, die von beiden Elternteilen beansprucht werden kann. Der Arbeitgeber muss dich bzw. deinen Partner von der Arbeit unbezahlt freistellen und den Arbeitsplatz freihalten. Voraussetzung ist, dass ihr euch selbst um die Betreuung des Kindes kümmert. Natürlich darf die Oma ein bisschen helfen – es wäre aber unzulässig, euer Kind ganztags betreuen zu lassen, während ihr eure eigene Firma gründet.

Um Elternzeit zu beantragen, informiert ihr einfach eure Arbeitgeber und legt euch auf die gewünschten Zeiträume fest – schriftlich. Die Anmeldefrist beträgt mindestens sieben Wochen, wenn das Kind noch jünger als drei Jahre ist. Zwischen dem dritten und achten Lebensjahr gilt eine Frist von 13 Wochen. Der Kündigungsschutz greift jeweils eine Woche vorher (bei Geburten vor dem 01.07.2015 sind es acht Wochen vorher).

Unser Tipp: Mütter, die vom Mutterschutz gleich in die Elternzeit gehen möchten, können ihren Chef auch eher informieren. Väter hingegen halten sich besser an die genannte Frist: Der Kündigungsschutz greift nämlich erst 8 bzw. 14 Wochen vor dem gewünschten Beginn der Elternzeit. Weiß der Chef vorher Bescheid, kann er kündigen.

 

Die wichtigsten Fakten zur Elternzeit

  • Die Elternzeit beträgt maximal drei Jahre und endet mit der Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes.
  • Die ersten zwei Jahre der Elternzeit könnt ihr in den ersten beiden Lebensjahren des Kindes nehmen. Das dritte Jahr kann mit Zustimmung des Arbeitgebers bis zur Vollendung des achten Lebensjahres aufgespart werden.
  • Beide Elternteile können die Elternzeit voll und gemeinsam beanspruchen oder sich abwechseln.
  • Wenn Mütter die Elternzeit an das Ende des Mutterschutzes anhängen, wird diese Zeit angerechnet – wenn du als Mutter also die gesamte Elternzeit nimmst, endet diese ebenso mit Vollendung des dritten Lebensjahres deines Kindes.

 

Wissenswertes zum Elterngeld

  • Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem durchschnittlichen Nettomonatsgehalt, das du im Jahr vor der Geburt deines Kindes verdient hast. Du kannst mit 65 bis 100 Prozent dieses Durchschnittsbetrages rechnen, jedoch mindestens 300 und höchstens 1.800 Euro monatlich.
  • Das Elterngeld wird für maximal 14 Monate gezahlt.
  • Falls du vor der Geburt arbeitssuchend warst, kannst du ebenfalls Elterngeld beantragen. Wende dich hierzu an deine Arbeitsagentur oder die Elterngeldstelle.
  • Eltern haben Anspruch auf Elterngeld, wenn sie maximal 30 Wochenstunden arbeiten.
  • Elterngeld beantragst du bei der Elterngeldstelle deines Bundeslandes.

Unser Tipp: Die Gesetze zu Mutterschutz und Elternzeit sind so individuell wie deine persönliche und berufliche Situation. Hole dir gegebenenfalls Rat von deinem Anwalt und lasse dich auch in schwierigen Situationen nicht entmutigen.

Freue dich auf die aufregende Zeit mit deiner Familie und sehe deinem Wiedereinstieg ins Berufsleben gelassen entgegen!

 


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