Der öffentliche Dienst: Vorteile, Karriereperspektiven, Gehalt

Der öffentliche Dienst: Vorteile, Karriereperspektiven, Gehalt

Arbeiten im öffentlichen Dienst - es lohnt sich!

Du bist auf der Suche nach einem Job und stößt in Stellenanzeigen immer wieder auf diesen einen Begriff: öffentlicher Dienst. Damit hast du direkt den größten Arbeitgeber an der Angel, den Deutschland zu bieten hat. Die entsprechenden Stellenangebote reichen von Berufen im Gesundheitswesen, bei der Polizei, Feuerwehr bis hin zum Unterricht an Universitäten oder in der Schule. Aber was heißt öffentlicher Dienst genau? Und welche Vorteile bringt es, hier zu arbeiten? Fragen über Fragen! Wir beantworten sie dir sehr gerne!

 

 

Was bedeutet öffentlicher Dienst?

 

Wenn du eine Stelle im öffentlichen Dienst antrittst, entscheidest du dich für den Staat zu dienen. Oje, das klingt jetzt vielleicht erstmal ein bisschen pathetisch. Aber wenn du dich einmal genauer mit dem „öD“ beschäftigst, wie der öffentliche Dienst abgekürzt wird, wirst du schnell feststellen, dass es eine ganze Reihe spannender Beschäftigungsmöglichkeiten und Vorteile gibt.

 

Definition "öffentlicher Dienst"

 

Der öffentliche Dienst ist das Tätigkeitsfeld für Personen, die Aufgaben nachgehen, die für den Staat relevant sind. Wenn du im öffentlichen Dienst arbeitest, bist du entweder für Bund, Länder oder Gemeinden im Einsatz. Zum Beispiel, als Polizist oder als Soldat, um für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen. Oder als Arzt, um uns alle gesund zu halten. Oder als Lehrer, um Kindern und Jugendlichen das Know-how zu vermitteln, das sie später brauchen, um beruflich voll durchstarten zu können.

Es gibt aber noch viele weitere Beispiele für Berufe im öffentlichen Dienst. In der Justiz, der Verwaltung und auch teilweise in der Politik. Egal, für welchen Bereich du dich entscheidest, eines ist sicher: Mit deinem Job trägst du entweder zur Sicherheit, Bildung und Gesundheit der Bevölkerung bei, oder du stärkst die Gerechtigkeit und die Demokratie in unserem Staat. Klingt schon mal nicht schlecht, oder?

 

Welche Berufsfelder gibt es im öffentlichen Dienst?

 

Der öffentliche Dienst ist extrem breit gefächert. Um nachvollziehen können, wie breit, listen wir dir hier einmal exemplarisch ein paar Betätigungsfelder auf, die der öffentliche Dienst abdeckt:

 

Jobs bei der Bundeswehr

 

Verbeamtet oder angestellt im öffentlichen Dienst?

 

Innerhalb der Berufsfelder des öffentlichen Dienstes arbeitest du entweder im Anstellungsverhältnis oder als Beamter. Beamtenlaufbahnen gibt es vornehmlich innerhalb der Polizei, Feuerwehr, im Justizvollzug, in der Finanzverwaltung und im Bildungswesen. In allen anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes werden meistens Angestelltenverhältnisse ausgeschrieben.

Der wohl größte Vorteil, der mit einer Verbeamtung einhergeht, ist der Status der Unkündbarkeit. Denn eine Verbeamtung wird immer auf Lebenszeit ausgesprochen. Somit kann eine einmal zum Beamten ernannte Person nicht ohne Weiteres wieder aus dem Dienst entlassen werden. Es sei denn, sie lässt sich aus strafrechtlicher Sicht etwas wirklich Schwerwiegendes zu Schulden kommen. Hinzu kommt ein höheres Gehaltsgefüge bei Beamten. Denn die Bezüge der Beamten werden weniger stark belastet, als die Entgelte der Angestellten im öffentlichen Dienst. Somit bleibt Beamten mehr Netto vom Brutto.

Für eine Verbeamtung auf Lebenszeit müssen laut des Bundesbeamtengesetzes (BBG) die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Anwärter muss die deutsche Staatsbürgerschaft innehaben.
  • Der zukünftige Beamte muss für die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik im Sinne des Grundgesetzes eintreten.
  • Er muss die für die Beamtenlaufbahn erforderliche Ausbildung durchlaufen haben.

 

Welche Vorteile bringt es im öffentlichen Dienst zu arbeiten?

 

Generell bringt es jedoch für alle Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst ein paar entscheidende Vorteile, im Auftrag des Staates zu arbeiten. Hier mal die Top-Benefits, über die sich Arbeitnehmer im öD freuen können:

 

Öffentlicher Dienst Vorteil 1: Ein sicherer Job

Während Beamte unkündbar sind, können auch Angestellte im öffentlichen Dienst auf einen extrem sicheren Job bauen. Zum einen, weil der öD ein sehr stabiles Umfeld bietet, das nicht so stark von wirtschaftlichen Schwankungen abhängig ist, wie das bei Jobs in der freien Wirtschaft oft der Fall ist. Denn Berufe im öffentlichen Dienst sind in aller Regel systemrelevant und können nicht beliebig abgebaut werden. Zum anderen hast du auch als Angestellter spätestens nach 15-jähriger Betriebszugehörigkeit den gleichen Unkündbarkeitsanspruch wie deine verbeamteten Kollegen. Wenn du also einmal im öD Fuß gefasst hast, kannst du existentielle Sorgen getrost abhaken. Das ist viel Wert in unserer schnelllebigen Zeit.

 

Öffentlicher Dienst Vorteil 2: Faire und sichere Bezahlung

Die Vergütung im öffentlichen Dienst ist tarifgebunden. Die Höhe des Gehalts richtet sich nach Qualifikation, Dienstgrad und Berufserfahrung. Bei deiner Einstellung wirst du entsprechend eingestuft. Der entscheidende Vorteil: Der oftmals unangenehme Part der Gehaltsverhandlung im Bewerbungsgespräch entfällt somit. Und die Bezahlung ist fairer: Alle, egal ob Männer, Frauen, Angehörige verschiedener Ethnien oder Gehandicapte werden gleich bezahlt.

 

Öffentlicher Dienst Vorteil 3: Große Flexibilität

Im Tarifgefüge des öffentlichen Dienstes ist nicht nur die Besoldung geregelt, sondern auch die Arbeitsbedingungen sind festgeschrieben. Zum Beispiel freuen sich Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst in großen Teilen über flexible Arbeitszeiten. Soweit möglich, werden im Arbeitsalltag flexible Arbeitszeitmodelle umgesetzt. Gleitzeit oder Langzeitarbeitskonten zum Beispiel. Auch Sabbaticals sind unter bestimmten Möglichkeiten drin und immer häufiger auch Home-Office. So fördert der öffentliche Dienst die Vereinbarkeit von Privatem und Beruf und geht in vielen Bereichen beispielhaft vor. On top gibt’s mindestens 30 Tage bezahlten Urlaub im Jahr.

 

Öffentlicher Dienst Vorteil 4: Sinnstiftende Tätigkeiten sind Programm

Die Arbeit im öffentlichen Dienst geht meist mit einer gehörigen Portion an Sinnstiftung einher. Egal, ob du nun als Erzieherin, Lehrer, Polizist, Feuerwehrmann oder als Professor an einer Uni arbeitest – du trägst mit deiner Arbeit zum Wohlergehen der Gesellschaft bei. Und was gibt es Schöneres, als das Gefühl zu haben, Tag für Tag etwas zu tun, das einem höheren Zweck dient? Für viele Bewerber ist das Thema Sinnstiftung sogar wichtiger als eine angemessene Bezahlung. „Purpose ist the new money“ belegen Studien immer wieder. Dieses Motto können sich aber natürlich nur diejenigen leisten, deren Lohn zum Leben reicht. Aber darum brauchst du dir im öffentlichen Dienst ja auch keine Sorgen zu machen.

 

Öffentlicher Dienst Vorteil 5: Super Karriereoptionen

Als Berufsanwärter ist es dir die Vorstellung sicher ein Greuel, 40 Jahre lang den gleichen Job zu machen und nicht vorwärts zu kommen. Auch darum brauchst du dir im öffentlichen Dienst keine Sorgen zu machen. Zu den Arbeitgeberbenefits gehören nämlich super Karriereoptionen. Wer nicht will, muss im öffentlichen Dienst nicht auf der Stelle treten. Es gibt in allen Bereichen vielfältige Weiterbildungsangebote, die mit Beförderungsmöglichkeiten verbunden sind.

 

Öffentlicher Dienst Vorteil 6:  Mitbestimmung wird groß geschrieben

Ein weiterer Vorteil, der mit der Arbeit im öffentlichen Dienst einher geht: Arbeitnehmer verfügen über ein hohes Maß an Mitbestimmungsmöglichkeiten. Das liegt daran, dass es in praktisch allen Bereichen Betriebs- und Personalräte gibt, die ein erhebliches Mitspracherecht bei Entscheidungen ihres Arbeitgebers haben. Sie reden zum Beispiel bei Neueinstellungen mit, sind bei der Ausarbeitung von Arbeitsplatzkonzepten beteiligt oder vermitteln im Fall von Konflikten zwischen Arbeitnehmern und dem Arbeitgeber. Damit sorgt der öffentliche Dienst als Arbeitgeber dafür, dass jede Stimme gehört wird.

 

Wie startet man im öffentlichen Dienst seine Karriere?

 

Soviel vorab: Wenn du deine Karriere im öffentlichen Dienst starten willst, dann hast du aktuell beste Chancen. Denn Deutschlands größter Arbeitgeber sucht händeringend nach Talenten. Laut Berechnungen der Beratung pwc wird der öffentliche Dienst im Jahr 2030 über 800.000 Stellen nicht besetzen können, weil qualifizierte Bewerber fehlen.

 

Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst

 

Das liegt zum Beispiel daran, dass die Babyboomer, die bis 2030 in den Ruhestand gehen, in vielen Bereichen riesige Lücken hinterlassen werden. Und dann ist dann noch der demographische Wandel: Künftig wird es mehr alte als junge Menschen geben. Auch das führt dazu, dass dem öffentlichen Dienst der Nachwuchs ausgeht. 

Natürlich sind alle Branchen von dieser Entwicklung betroffen, allerdings trifft es den öffentlichen Dienst besonders hart und zwar in allen Bereichen – angefangen mit Bildungseinrichtungen aller Art, der öffentlichen Verwaltung, dem Gesundheitswesen bis hin zur inneren Sicherheit. Der Grund: Die Jobs im öffentlichen Dienst sind stark personenbezogen und können nicht einfach an die Technik oder Computer ausgelagert werden. In der Industrie ist das schon wieder etwas ganz anderes. Hier kann der Fachkräftemangel durch eine stärkere Technisierung und Digitalisierung zumindest etwas abgefedert werden.  

Die Entwicklung ist längst bekannt und zeigt auch erste Ausläufer. In Kitas, Altenpflegeheimen, Krankenhäusern, Schulen wird gut qualifiziertes Personal schon seit Jahren händeringend gesucht.

 

Quereinsteiger sind im öffentlichen Dienst willkommen

 

Aus diesem Grund öffnet sich der öffentliche Dienst zunehmend Quereinsteigern. Einer der bekanntesten Quereinsteigerpositionen bietet zum Beispiel der Lehrerberuf. Einige Bundesländern eröffnen Wege, damit Personen, die zwar nicht auf Lehramt studiert, aber zum Beispiel ein fachwissenschaftliches Studium absolviert haben, Karriere in Schulen machen können.

In Berlin müssen Quereinsteiger ins Lehramt diese Bedingungen erfüllen. Sie brauchen…

  • … einen lehramtsbezogenen Master of Education
  • … oder die Erste Staatsprüfung für das Lehramt
  • … oder einen Diplom-, Master- oder Magisterabschluss, der an einer Universität oder Fachhochschule erworben wurde

Auch in anderen Bereichen ist ein Quereinstieg möglich. Initiativbewerbungen bei Behörden waren früher noch die Ausnahme. Heute können sie aber durchaus erfolgreich sein. Wichtig ist, dass das fachliche Profil grundsätzlich des Bewerbers zur inhaltlichen Ausrichtung der Stelle passt. Was noch fehlt, kann über Weiterbildungen passend gemacht werden.

 

Regulärer Einstieg in den öffentlichen Dienst

 

Jetzt haben wir so viel über den Quereinstieg in den öffentlichen Dienst geredet. Du fragst dich aber sicher auch: Wie sieht denn der reguläre Einstieg in den öffentlichen Dienst aus? Darauf gibt es keine einheitliche Antwort, weil der Karrierestart in den einzelnen Bereichen des öffentlichen Dienstes extrem unterschiedlich geregelt ist.

 

  • Studium
    Es gibt Berufe, die ein Studium voraussetzen. Als Lehrer, Mediziner, Wissenschaftler musst du zum Beispiel von vornherein an einer Uni deiner Wahl studieren. Einige Studiengänge, die auf eine Arbeit im öffentlichen Dienst vorbereiten, schließen mit einer speziellen Prüfung ab: Dem Staatsexamen. Dieses legen etwa angehende Ärzte oder Lehrer ab.
     
  • Ausbildung
    Es gibt aber auch klassische Ausbildungsberufe im öffentlichen Dienst. Erzieher, Polizisten, Altenpfleger, Justizbeamte oder Verwaltungsangestellte durchlaufen zum Beispiel eine duale oder schulisch organisierte Ausbildung.
     
  • Duales Studium
    In den verschiedenen Bereichen des öffentlichen Dienstes besteht auch die Möglichkeit, ein duales Studium zu absolvieren. Du verbringst dann einen Teil deiner Zeit an der Uni und den anderen Teil bei deinem Arbeitgeber. Der Vorteil: Du hast von Anfang an einen enormen Praxisbezug. Duale Studiengänge gibt es bei der Polizei, in der Rechtspflege, beim Zoll, in der Verwaltung in vielen anderen Bereichen.

 

 

Wieviel verdient man im öffentlichen Dienst?

 

Du wirst es dir sicher schon gedacht haben, aber auch auf die Frage, wie viel du als Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst konkret verdienen kannst, gibt es nicht DIE EINE Antwort. Dafür ist der öffentliche Dienst einfach zu groß. Aber es gibt Besoldungstabellen, die du dir für Beamtenberufe direkt beim Beamtenbund abrufen kannst. Für Angestellte in Kommunen, Gemeinden oder Kreisen gilt hingegen der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD), während für Landesbeschäftigte der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) gilt. Auch hier gibt es natürlich entsprechende Besoldungstabellen.

 

Du interessierst dich für die Bezahlung im Beamtenverhältnis?

 

Dein Herz schlägt für ein Angestelltenverhältnis im öffentlichen Dienst?

 

Hier mal eine Beispielrechnung, was du in monetärer Hinsicht in etwa zu erwarten hast, wenn du im öffentlichen Dienst arbeitest: Angestellte mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium arbeiten meist in der Entgeltgruppe 13. Damit verdienen sie je nach Länge ihres Arbeitsverhältnisses zwischen 4.700 Euro und 5.800 Euro brutto. Als verbeamteter Gymnasiallehrer steigst du auf der Gehaltsstufe A13 ein. Damit fließen dir zum Beispiel in Hessen zu Beginn deiner Karriere rund 3.800 Euro aufs Konto. Steigst du zum Schulleiter auf, erhältst du am Ende deiner Karriere maximal um die 7.000 Euro.

 

Warum der ÖD ein attraktiver Arbeitgeber für dich ist?

 

Die Bedingungen im öffentlichen Dienst sind nicht schlecht. Dennoch hat der Arbeitgeber ein Imageproblem. Gerade jüngere Arbeitnehmer kann der öffentliche Dienst oftmals nicht von sich als Arbeitgeber überzeugen. Nicht nur im Gesundheitswesen ist das ein Problem, sondern in allen Bereichen: Egal, ob in Verwaltung, Behörden, Polizei, Erziehungs- oder Schulwesen.

Wie wir gesehen haben, liegt das aber nicht unbedingt an fehlenden Attraktivitätsfaktoren. Denn öffentliche Arbeitgeber vereinen viele Vorteile auf sich:

 

  • Sichere und pünktliche Zahlung des Gehalts
  • Sicherer Arbeitsplatz
  • Geregelte Arbeitszeiten
  • Ergänzende Altersversorgung für Arbeitnehmer
  • Teilweise ist Arbeiten im Homeoffice möglich
  • Gute Mitbestimmung durch den Personalrat bzw. Betriebsrat
  • Meist gute Vereinbarkeit von Beruf und Kindeserziehung möglich
  • Verschiedene Möglichkeiten für Teilzeitarbeit
  • Meist sinnstiftende Tätigkeiten
  • Gute Karrierechancen für Frauen

 

Das Problem ist eher an anderer Stelle verortet. Der öffentliche Dienst hat sich in der Vergangenheit als Arbeitgeber eher schlecht verkauft. Ihm haftet hartnäckig das Image verstaubter und langweiliger Prozesse an. Das ist ein Klischee, das dem öD allerdings zu Unrecht anhaftet. Im Grunde bietet er in vielen Bereichen alles, was sich Talente wünschen.

Laut unserer Studie Recruiting Trends aus dem Jahr 2018 sind das die folgenden Faktoren:

 

Recruiting Trends 2018 - Wünsche der Kandidaten

 

Hier kann der öffentliche Dienst als Arbeitgeber in praktisch überall punkten. Bloß schafft er oft es nicht, in seinem Stellenausschreibungen angemessen darüber zu reden. Nicht weiter schlimm - das haben wir ja jetzt getan.

 

Dein Interesse ist geweckt?

 

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