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Online-Bewerbung: Tipps und Tricks


Online und E-Mail: Ratgeber elektronische Bewerbung

An Bewerbungen per Onlineformular und E-Mail kommen Jobsucher kaum noch vorbei. Doch auch auf der elektronischen Bühne kann man glänzen.



Von Christoph Stehr

 

 

Name, Wohnort, Telefonnummer, Nationalität, Beruf, Schule, Stärken – das Profil ließ keine Frage offen. Singt der Bewerber? Spielt er ein Instrument? Tanzt er? Wenigstens ging es bei den Datensätzen, die ein Computerfuchs in der IT des Senders RTL gehackt hatte, nicht um echte Jobs. Ziel des Angriffs war das Online-Formular, mit dem sich große und kleine Künstler für das Casting von "Deutschland sucht den Superstar" melden konnten. Zuweilen fischen Hacker auch in "richtigen" Bewerberdatenbanken, vor einiger Zeit beispielsweise bei PricewaterhouseCoopers.

Sicherheit, Sorgfalt und Transparenz

Nach einer aktuellen Studie von Ernst & Young gerät der Personalbereich großer Unternehmen ins Visier von Cyber-Gangstern. Sie versuchen E-Mail-Adressen und Passwörter auszuspähen, weil sie wissen, dass viele Internet-Nutzer stets denselben Zugangs-Code verwenden – ob sie sich nun in ein Online-Bewerbungsverfahren oder in ihr Bankkonto einloggen. So kann Datenklau erheblichen Schaden verursachen.

Ratsam bei der Jobsuche im Internet ist es deshalb, Passwörter zu wechseln und möglichst eine Extra-Mail-Adresse anzugeben. Ansonsten gilt: "Business as usual", das heißt, Sorgfalt und Transparenz sind erste Bewerberpflicht.

 

 


Checkliste: Online bewerben
Aufbau, Sprache, Gestaltung, Testversand - das Wichtigste zusammengefasst


"Die elektronische Bewerbung ist weiter auf dem Vormarsch und hat die Bewerbung per Postweg überholt", sagt Jörn Tschirne von der CoachAcademy Stuttgart. Vor allem Konzerne wie EADS lotsen Stellensucher über ihr Job-Portal in ein Kandidatenmanagementsystem. Der Flugzeugbauer verweist auf die Vorteile der Online-Bewerbung. "Sie spart Ihnen Zeit und Geld", sagt Tschirne.

Arbeitszeugnisse könnten nachgereicht oder Stationen im Lebenslauf ergänzt werden; wer sich nach längerer Zeit abermals bewerbe, brauche nur ein neues Anschreiben vorzulegen. Für die Unternehmen sind auch andere Gründe ausschlaggebend. Sie vereinfachen ihre Prozesse im Recruiting.

Onlinebewerbung ist strukturiert

Das Verfahren funktioniert bei fast allen Unternehmen gleich: zuerst im System registrieren und eine Mail mit den Login-Daten abrufen, dann anmelden, Schritt für Schritt das Online-Formular ausfüllen, Anhänge hochladen, letzter Check, abschicken. In der Regel ist die Zahl der Anhänge begrenzt, ebenso die Datenmenge. PDF-Dateien werden bevorzugt, weil sie selten Viren enthalten und sich leicht verarbeiten lassen.

Dem Bewerber wird es einerseits leicht gemacht, weil das System ihm immer sagt, wann er was einzutragen hat. Andererseits bieten auch Onlineformulare genug Spielraum - zum Beispiel durch Freitextfelder -, um sich individuell zu präsentieren. Unterm Strich gilt also für die Onlinbewerbung auf einem Jobportal das gleiche wie für die klassische Bewerbung auf Papier: gute Vorbereitung, Sorgfalt und Korrekturlesen sind zwingend.

Bewerbung per E-Mail ist verführerisch

Eine Sonderform stellt die Bewerbung per E-Mail dar. Sie findet vor allem bei kleinen Unternehmen Anklang, die kein Kandidatenmanagementsystem benötigen. Im Grunde handelt es sich um die "klassische" Mappe in digitaler Form. Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse werden gescannt und als Dateianhänge gemailt.

Der Nachteil gegenüber einem Online-Formular ist, dass Bewerber keine Grenzen sehen, was und wie viel sie schicken sollen. Die Folge sind Mega-Mails, die das Postfach sprengen oder in der Fire Wall hängen bleiben. Bei der Aktion Lebenslauf-Check von Monster wurden von Bewerbern nicht wenige zehn bis dreißig Seiten lange Lebensläufe eingesandt. Das möchte niemand lesen, solche Bewerbungen werden garantiert sofort gelöscht.

Kostenlose E-Mail-Konten eignen sich oft nicht für den Versand – ein paar Cent sollte dem Bewerber die Jobsuche schon wert sein. "Dadurch wird das Hinzufügen von unerwünschter Werbung in den E-Mail Text seitens des Providers vermieden", sagt Karriereberater Tschirne.

Auch Online sind Gestaltung, Lesbarkeit und Rechtschreibung wichtig

"Die äußere Form ist bei der elektronischen Bewerbung sehr wichtig", sagt Ute Bölke, die eine Coaching-Praxis in Wiesbaden betreibt. Korrekte Rechtschreibung, sauberes Schriftbild und inhaltliche Prägnanz trennen die Spreu vom Weizen – und bieten genügend Raum für Selbstmarketing. "In der elektronischen Bewerbung ist dies auch möglich", sagt Bölke. "Es erfordert äußerste Sorgfalt, den Blick für die Datenmenge und natürlich Zielgruppenorientierung."

Je nach Branche dürfen die Anhänge optisch "auffälliger" sein. In der Werbung etwa wird eine originelle Verpackung besser ankommen als im Versicherungsgewerbe. Grundsätzlich rät Bölke zu einem "klaren Design", schließlich werden Informationen transportiert. "Es darf keine Spielwiese entstehen, die dem Auge und guten Geschmack des Betrachters weh tun und den Verdacht aufkommen lässt, da hat jemand zu viel Zeit", sagt Bölke.

Unbedingt beachten!

Und eines sollten Bewerber auf jeden Fall beachten: Wenn Unternehmen in Stellenausschreibungen ausdrücklich um Bewerbungen in elektronischer Form bitten, meinen sie das auch so. Eine Bewerbung per Post landet dann fast immer im Aus. Das musste eine Absolventin erkennen, die ihr Anschreiben an einen Internet-Provider mit dem Satz begann: "Da ich die von Ihnen vorgeschlagene Form der Online-Bewerbung als unpersönlich empfinde, schicke ich Ihnen meine Unterlagen per Post."

(Bild: ra2 studio)


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