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Producer (Film und Fernsehen)

Producer darf man nicht mit Produzenten verwechseln. Sie das Bindeglied zwischen Redaktion, Produzent, Sender, Autoren, Regisseuren und Kameraleuten.

Filmteams sind oft Gruppen auf Zeit, die von ganz unterschiedlichen Standpunkten aus an die Arbeit herangehen. Während Autoren möglichst eins zu eins ihre literarischen Ideen umsetzen wollen, Regisseure und Kameraleute die künstlerische Inszenierung in den Vordergrund stellen, müssen Redakteure und Produzenten vor allem auf Termine, Kalkulationen und mögliche Einschaltquoten achten.

Producer sind die Verbindung zwischen Kunst und Kommerz

"Producer verbinden Kunst und Kommerz", erklärt Wolfgang Hantke, Professor an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) Potsdam-Babelsberg, "Produzenten auch, aber sie tragen zudem Verantwortung für Budget." Producer sind meist Angestellte oder freie Mitarbeiter, die von Fall zu Fall von unterschiedlichen Firmen oder Sendern engagiert werden und Projekte betreuen. "Sie sind aber nicht der Inhaber", betont Hantke. Produzenten können bei großen Konzernen angestellt sein, arbeiten aber meist als Selbstständige.

Völlig eindeutig sind die Kompetenzen in künstlerischen Teams nicht zu trennen. Dennoch ist es gut, dass in diesem komplizierten Geflecht Fachleute tätig sind, die das Produkt von der organisatorischen Seite aus betreuen. Deshalb werden schon vor Beginn der Dreharbeiten Producer in den Prozess einbezogen, sind an den Recherchen beteiligt und nehmen Anteil an der inhaltlichen Konzeption des Films.

Studium und Qualifikationen

Absolventen folgender Studienrichtungen und Ausbildungsgänge eignen sich für einen Zugang zum Beruf des Producers:

  • Producer
  • Film- und Fernsehproduktion
  • Medienwirtschaft
  • Ingenieur Medientechnik
  • Film- und Fernsehwissenschaften
  • Medienwissenschaften
  • Medienmanagement
  • Film- und Fernsehwirtschaft
  • Film- und Medienmanagement

Producer sind Fachleute für die organisatorische Betreuung von Filmproduktionen aller Art wie Science Fiction, Entertainment und Dokumentation sowie von Tonaufnahmen im Rundfunk und in der Musikindustrie. Die Aufgaben beginnen bereits bei der Konzeption einer Fernsehsendung oder Filmproduktion. Sie können an der Entstehung der Idee und der Autorensuche beteiligt sein, beurteilen das Drehbuch sowohl unter inhaltlichen als auch organisatorischen Gesichtspunkten, beraten Regisseure beim Inszenierungskonzept und beim Drehplan und können zum Teil sogar Einfluss darauf nehmen.

Bei Dokumentationen kann es vorkommen, dass Producer zu ihrem eigentlichen Job auch Drehgenehmigungen besorgen, Material, Requisiten und Dekorationen beschaffen, das erforderliche Personal suchen und einsetzen und sogar die Arbeitssicherheit und Qualitätsstandards während der Drehs sichern. "In Fiction-Produktionen haben die Producer mit diesen Tätigkeiten allerdings nichts zu tun", sagt Hantke.

Umfassendes Praxiswissen ist das A und O

Producer benötigen ein umfassendes, am besten praktisch erworbenes Wissen aus der Film- und Fernsehbranche. Sie beschäftigen sich mit Fragen wie: Was wird in den nächsten Tagen konkret benötigt? Wie viele Tage brauchen wir für die geplanten Szenen? Wie sind die Gegebenheiten vor Ort, etwa im Ausland? Dokumentationen - vor allem Tierfilme - sind nicht immer bis ins Detail planbar, die Producer müssen dann spontan und kompetent entscheiden können.

"Im großen, fiktionalen Kino und Fernsehen kümmern sich die Producer um inhaltliche und dramaturgische Belange", sagt Hantke. "Einen wesentlichen Arbeitsanteil davon bildet die Besetzung der Darsteller und des Stabs wie etwa Regie, Kamera und Ausstattung." Der Producer - oder besser die Producerin, denn es handelt sich vorwiegend um Frauen - steht an der Schnittstelle zwischen Produzenten, Sendern, der dramaturgischen Abteilung und der Redaktion. Hantke: "Das sind die Entscheider und damit die wichtigsten Gesprächspartner."

Typisch ...

Producer kümmern sich um die Durchführung, Fertigstellung und partiell um die Finanzierung von Film- und Fernsehproduktionen. Sie sind bereits an der Konzeption der Filmproduktion beteiligt, suchen Autoren, erstellen zusammen mit dem Regisseur und dem Produktionsleiter den Drehplan und überwachen die Entwicklung des Projekts.

Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht

Einen feststehenden, geregelten Zugang gibt es nicht, jedoch zahlreiche Beispiele für verwandte Studiengänge, die optimal darauf vorbereiten. Ein Beispiel ist der Studiengang Angewandte Medienwirtschaft, den die Dekra-Medienakademie Berlin in Kooperation mit der Hochschule Mittweida anbietet. Die Ausbildung dauert sechs Semester und endet mit dem Bachelor of Arts.
An der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam kann der achtsemestrige Studiengang Film- und Fernsehproduktion belegt werden, wenn ein Praktikum und eine künstlerische Eignung nachgewiesen werden. Die Studiengänge Produktion, Dramaturgie und Regie lassen sich gesondert belegen. "Diese Ausbildungen eignen sich ganz besonders", empfiehlt Hantke.

Quereinstieg über die Medienwirtschaft

Interessant könnte auch ein Studium der Medienwirtschaft sein, etwa der Bachelor Media Management an der FH Wiesbaden. Hier wird auch umfassendes betriebswirtschaftliches, technisches und Management-Wissen für die Konzeption und Durchführung von TV-Produktionen vermittelt.

Managementfähigkeiten stehen auch im Zentrum des Bachelorstudiengangs Medienwirtschaft an der Stuttgarter Hochschule der Medien (HDM). Anders als an den meisten anderen Hochschulen, die auf die angelsächsischen Abschlüsse umsteigen, ist an der Kunsthochschule für Medien in Köln nach acht Semestern noch der Diplomabschluss Audiovisuelle Medien möglich.

Eine Ausbildung, die umfassend auf den Einstieg in die Filmbranche vorbereitet, bietet die Werbe- und Medienakademie Dortmund mit dem Ausbildungsgang Film- und Fernsehwirt, der in vier Jahren auf den Master vorbereitet. Bei Interesse können die Studierenden sogar ein Jahr an der Luton University in England absolvieren.

Weiterbildung und Arbeitsmarkt

Wer zwischen 21 und 35 Jahren alt ist, zwei Jahre Berufserfahrung hat und eine Aufnahmeprüfung besteht, kann sich an der Deutschen Film- und Fernsehakademie (DFFB) in Berlin einschreiben. Sie besteht seit 1966 und war die erste Filmakademie in Deutschland, und seit 1999 kann man dort die Ausbildung zum TV-Producer absolvieren.

Producer arbeiten meist als Angestellte bei Fernsehanstalten sowie privaten Film- und Fernsehproduktionsfirmen. Dort können sie für die Produktion von Spielfilmen, Fernsehspielen, Serien, Sitcoms, Daily Soaps, Game-, Dating- und Quizshows, Talkshows und Galas zuständig sein. Seltener sind sie in den Bereichen Feature, Dokumentation und Reportage tätig. Daneben betreuen sie auch die Herstellung von Videoproduktionen, Werbefilmen sowie Hörfunk- und Musikproduktionen. "Das Berufsbild hat sich inzwischen etabliert", sagt Hantke. Der Arbeitsmarkt bietet sehr gute Chancen: "Der wird zwar auch enger, aber lange nicht so eng wie in anderen Berufszweigen." Viele Akademien werben damit, dass die Branche immer noch boomt.

(red / Kirsten Seegmüller / 2006 / Bild: Araraadt, Fotolia.com)


Weitere Informationen

Akademie für multimediale Ausbildungen und Kommunikation (AMAK)
Hochschule Mittweida
http://www.amak-online.de

Filmakademie Baden-Württemberg, Ludwigsburg
http://www.filmakademie.de

Dekra-Medienakademie
http://www.dekra-medienakademie.de

Hochschule für Film und Fernsehen, München
www.hff-muenchen.de

FH Wiesbaden: Medienwirtschaft (Bachelor)
http://www.medien.fh-wiesbaden.de

Hochschule der Medien (HDM), FH Stuttgart
http://www.hdm-stuttgart.de/

Kunsthochschule für Medien, Köln
http://www.khm.de/

Kölner Filmhaus
http://www.koelner-filmhaus.de/

Werbe- und Medienakademie, Dortmund
http://www.wam.de/akademieprofil/studiengaenge/film.php

Bayerische Akademie für Fernsehen, München
http://www.fernsehakademie.de/index/BAF/baf_produktion.html

Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, Potsdam-Babelsberg
http://www.hff-potsdam.de

Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten e.V., München
Telefon: 089/286 28-385
Fax: 089/286 28-247
post@tv-produzenten.de
http://www.tv-produzenten.de

Bundesverband Deutscher Film- und AV-Produzenten
Kreuzberger Ring 56
65205 Wiesbaden
Telefon: 0611/778 91-37
Fax: 0611/778 91-39

Bundesverband Deutscher Kurzfilm - AG Kurzfilm e.V.
Kamenzer Straße 60
01099 Dresden
Telefon: 0351-404 55 75
Telefax: 0351-404 55 76
Email: info@ag-kurzfilm.de
Internet: www.ag-kurzfilm.de

Bundesverband Produktion e.V. - BvP
Arno-Holz-Weg 8
81929 München
Telefon: 089 - 3072 6266
Telefax: 089 - 3072 6267
Email: info@bv-produktion.de
Internet: www.bv-produktion.de

Verband Deutscher Spielfilmproduzenten
Beichstrasse 8
80802 München
Telefon: 089/39 11 23
Fax: 089/33 74 32


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