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Selbst-Check: Stärken und Schwächen

Für erfolgreiches Selbstmarketing ist vor allem eines unerlässlich: Man muss die eigenen Stärken und Schwächen kennen. Und man sollte wissen, wohin man will.




Die eigenen Fähigkeiten und Ziele zu erkennen und – ganz wichtig - auch vermitteln zu können, ist aber nicht so leicht, wie es sich zunächst anhört. Besonders, wenn es um das so genannte Ego-Marketing im Verlauf einer Bewerbung geht. Denn die übliche Stärken-/Schwächenanalyse reicht in der heutigen Zeit nicht mehr aus, in der auch gut ausgebildete und erfolgreiche Fach- und Führungskräfte ihren Job verlieren.

Stärken und Schwächen erkennen

Ein guter Weg ist natürlich, sich einer professionellen Potenzialanalyse zu unterziehen. Doch gerade Berufseinsteiger oder Menschen, die soeben entlassen wurden, verfügen oft nicht über die finanziellen Mittel dafür.

Bleibt die Frage, ob es möglich ist, selbst ein persönliches Stärken-/Schwächen-Profil zu erarbeiten. Einfache und ermutigende Antwort: Ja, es ist möglich!

Grundvoraussetzung ist Ehrlichkeit gegenüber sich selbst. Denn Stärken und Schwächen zu analysieren bedeutet, von bisher gepflegten Möchte-gern-Einschätzungen ("ich bin kreativ", weil meine Großmutter schon sagte, ich könne so schön basteln) Abschied zu nehmen. Nur Kernkompetenzen, die man anhand konkreter Beispiele aus der Praxis belegen kann, halten der kritischen Überprüfung im Bewerbungsprozess und dem Berufsalltag stand.

1. Der Blick zurück

Also heißt der erste Schritt: Rückschau halten. Denn wenn man frühere Projekte analysiert – vor allem die erfolgreichen Projekte – werden die individuellen Kernkompetenzen sichtbar. 

  • Bewährt hat sich dafür die "Dreisprung-Analyse":
  • Was war die Aufgabe, das Problem, die Herausforderung?
  • Was war mein spezifischer Beitrag, meine Aktivität, meine Leistung?
  • Was war das Ergebnis, wie sah die Lösung aus?


Danach springen einem förmlich die Kernkompetenzen, mittels derer man die Aufgabe (das Problem) bewältigt hat, ins Auge. Zudem hat man zu jeder Behauptung (…ich bin soundso…) ein oder mehrere praktische Beispiele zur Hand.

Zur Dokumentation der Kernkompetenzen eignen sich auch Aktivitäten während Ausbildung (Schulsprecher) und Studium (wissenschaftlicher ), ehrenamtliche Jobs (Krankenstation), Praktika (praktisches Engagement), Au-pair-Zeiten (Auslandserfahrung) und relevante Hobbies (Kassenwart im Tanzclub).

2. Objektive Rückmeldungen einholen

Der zweite Schritt heißt: Feedback abholen. Die Familie, Arbeitskollegen, Bekannte und Freunde kann man um eine offene, ungeschminkte Rückmeldung zu den eigenen Stärken und Schwächen bitten. Das kostet nichts, außer der Überwindung zur Frage. In aller Regel fällt eine solche Rückmeldung an den Stellen, an denen man besonders kritisch mit sich selbst umgegangen ist, milder aus, als man dachte; das wirkt ermutigend. An anderer Stelle dämpft eine ehrliche Fremdeinschätzung die mögliche Selbstüberschätzung.

3. Praktische Anwendung

Der dritte Schritt heißt Adaptation. Gemeint ist nicht die Anpassung der eigenen Persönlichkeit an die ausgeschriebene Position, das gibt nur Verbiegungen.

Vielmehr geht es um die Übertragung der gewonnen Erkenntnisse über sich selbst auf das Anforderungsprofil der ausgeschriebenen Stelle. Dabei erkennt man sehr genau die eigenen Grenzen, zu denen man stehen sollte, und wie gut der Job zu einem passt.

Bei der Gegnüberstellungdes Anforderungsprofils mit ihren Kernkompetenzen merken Sie genau, (wenn Sie ehrlich mit sich sind) dass es die Briefmarke nicht wert ist, weil Sie fühlen, dass Job und Sieaber auch garnicht zueinander passen, oder dass das Feuer für diesen Job in Ihnen zu brennen beginnt. Dann kommt Freude auf und Begeisterung. Diese Begeisterung bringen Sie dann im Bewerbungsgespräch ganz von alleine für Ihr Gegenüber spürbar rüber. Und damit sind Sie kraftvoll und überzeugend.

Denn: Nur durch den Mut, authentisch und einzigartig zu sein - in der Marketingsprache "unique" (einzigartig) zu sein -, hat man die Chance, als Individuum aufzufallen. Und darum geht es.

Was hinter uns liegt,
und was vor uns liegt,
sind Winzigkeiten im Vergleich zu dem,
was in uns liegt.
(Oliver Wendel Holmes,
Amerikanischer Schriftsteller und Arzt)


(Laurenz Andrzejewski, 20.10.2008 / Bild: Yuri Arcurs, Fotolia.com)

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Dr. Laurenz Andrzejewski,
Jahrgang 1951. Gründer und Inhaber einer spezialisierten Management- und Karriereberatung. Erfahrung in leitenden Stabs- und Linienfunktionen der Industrie sowie viele Jahre Beratung. Heute begleitet er Fach- und Führungskräfte durch Wandlungs- und Trennungsprozesse und entwickelt Konzepte für das Personalmanagement. Andrzejewski ist Gründungsmitglied und war bis 2007
Vorstandsmitglied der
Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung.
 


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