Skip to main content

Richtig kündigen – so vermeiden Sie Fehler und Pannen

Richtig kündigen – so vermeiden Sie Fehler und Pannen

Den Job kündigen – aber richtig

Auch bei einer Kündigung sollte man Stil beweisen. Das sollten Sie beachten, wenn Sie Ihr Arbeitsverhältnis beenden.

Wenn Sie sich für einen neuen Job entschieden haben, genießen Sie die Vorfreude auf die neuen Aufgaben, die Sie erwarten. Vergessen Sie darüber aber nicht, Ihr bisheriges Arbeitsverhältnis sauber zu beenden.

Richtig kündigen – und mit Stil

Kündigen Sie Ihren laufenden Arbeitsvertrag erst dann, wenn Sie eine verbindliche Zusage des neuen Arbeitgebers haben. Grundsätzlich sind zwar auch mündliche Vertragszusagen gültig, da sie sich aber nur schwer nachweisen lassen, warten Sie besser eine schriftliche Zusage ab.

Achten Sie darauf, Ihre Kündigung fristgerecht einzureichen. Am einfachsten ist es, wenn Sie sich den Eingang auf einer Kopie der Kündigung schriftlich und mit Datum bestätigen lassen. In der Regel ist hierfür die Personalabteilung zuständig.

Wenn Sie stilvoll aus dem Unternehmen ausscheiden wollen, sollten Sie aber zuerst Ihren direkten Vorgesetzten darüber informieren, dass Sie den Job kündigen.

Erklären Sie ihm kurz Ihre Gründe, vermeiden Sie es aber, diese Gelegenheit für eine „Abrechnung“ zu nutzen. Betonen Sie stattdessen die positiven Aspekte und Entwicklungsmöglichkeiten, die Ihnen die neue Stelle bietet.

Thema Arbeitszeugnis

Mit dem Ausscheiden aus einem Unternehmen steht Ihnen ein Arbeitszeugnis zu, das bei späteren Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen durchaus entscheidend sein kann. Beim Zeugnis kann es sich entweder um eine reine Arbeitsbescheinigung handeln, die auch „einfaches Zeugnis“ genannt wird, oder aber um ein „qualifiziertes Zeugnis“.

Letzteres ist in der Regel üblich und enthält neben einer Beschreibung Ihres Aufgabengebiets eine Bewertung Ihrer Leistung. Es ist heutzutage durchaus gängige Praxis, dass ein Mitarbeiter einen Entwurf seines Arbeitszeugnisses verfasst oder zumindest entsprechende Stichpunkte zusammenstellt.

Sprechen Sie einfach mit Ihrem Arbeitgeber darüber, ob Sie hier Vorarbeit leisten sollen oder nicht – in den meisten Fällen ist der Arbeitgeber aber dankbar, wenn der Mitarbeiter in Sachen Arbeitszeugnis etwas vorbereitet. Das bedeutet für Sie zwar zusätzliche Arbeit, dafür haben Sie aber auch die Möglichkeit, direkt Einfluss auf Ihr Zeugnis zu nehmen.

Kennen Sie die einschlägigen Formulierungen für Zeugnisse nicht, sollten Sie sich Unterstützung suchen, um sich nicht versehentlich mit einer falschen Formulierung selbst zu schaden. Haben Sie einen Personaler im Bekanntenkreis, ist er der ideale Ansprechpartner, ansonsten wenden Sie sich an einen Karriereberater, einen Fachanwalt für Arbeitsrecht oder entsprechende Mitarbeiter der Gewerkschaften.

Nach der Kündigung: Übergabe an den Nachfolger

Für Ihren Chef wird eine reibungslose Arbeitsübergabe an Ihren Nachfolger höchste Priorität haben. Seien Sie hier möglichst kooperativ und hilfsbereit. Überlegungen wie „sollen die doch sehen, wie sie ohne mich klarkommen“ sind hier fehl am Platz.
Dokumentieren Sie Ihre Arbeitsvorgänge sauber und bringen Sie Ihre Ablage auf den neuesten Stand.

Eine klare Beschreibung der aktuellen Vorgänge ist besonders dann wichtig, wenn es keine direkte Übergabe an einen Nachfolger gibt und Ihre alten Kollegen Ihre Aufgaben vorerst mit übernehmen müssen. Ihr Ziel sollte es sein, in guter Erinnerung zu bleiben – das gelingt am besten, wenn Sie den bisherigen Kollegen die Arbeit erleichtern.

Mögliche Rückzahlung von Ausbildungsleistungen oder Fortbildungskosten

In Ihrem bisherigen Arbeitsvertrag gibt es möglicherweise Klauseln, die Sie zur teilweisen Rückzahlung von Ausbildungsleistungen oder Fortbildungskosten verpflichten. Sollte das der Fall sein, können Sie Ihrem Arbeitgeber eine Vereinbarung vorschlagen, um diese Kosten nicht zahlen zu müssen. Denkbar ist zum Beispiel eine Regelung, dass Ihnen die Kosten erlassen werden, wenn Sie einen geeigneten Nachfolger für sich vorschlagen oder die Übergabe reibungslos verläuft.

An den Ausstand denken

Zu einem guten Abschluss des bisherigen Arbeitsverhältnisses gehört auch, dass Sie einen Ausstand geben. Laden Sie alle Kollegen ein, mit denen Sie intensiv zusammen gearbeitet haben. Bedanken Sie sich bei dieser Gelegenheit für deren Unterstützung und die gute Zusammenarbeit. Kleine Anekdoten aus der gemeinsamen Arbeitszeit können Ihre Ansprache auflockern und positive Erinnerungen wachrufen. Achten Sie aber darauf, keine Kollegen oder den Chef dabei bloßzustellen.

Der Ausstand soll ein Zeichen der Verbundenheit sein und Ihre Wertschätzung der Arbeitskollegen zum Ausdruck bringen. In welcher Form Sie den Ausstand organisieren, hängt von der Anzahl der Personen, der Dauer Ihrer Betriebszugehörigkeit und den im Unternehmen üblichen Gepflogenheiten ab.

Die Kommunikation nach innen und außen

Klären Sie mit Ihrem Vorgesetzten, wann und in welcher Form Ihr Weggang intern und extern kommuniziert werden soll. Eine abgestimmte Vorgehensweise ist sehr wichtig, insbesondere, wenn Sie eine Schlüsselposition innehaben und Ihr Wechsel auch in Ihrer Industrie Aufmerksamkeit erwecken wird. Halten Sie sich unbedingt an die getroffenen Vereinbarungen und Sprachregelungen.

Besonders kritisch ist ein Wechsel, wenn Sie in der gleichen Funktion bei einem Mitbewerber anfangen. In diesem Fall wird Ihr Arbeitgeber Sie in der Regel sofort von der Arbeit freistellen, damit Sie keine weiteren Interna erfahren, die Sie im neuen Job nutzen können.

Urlaub statt Urlaubsabgeltung

Wenn Sie kündigen, werden Sie vermutlich noch einen verbleibenden Urlaubsanspruch haben. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: den Urlaub in Anspruch nehmen oder ausbezahlen lassen. Gesetzlich hat die Gewährung des Urlaubs aber immer Vorrang vor der Abgeltung. Nur wenn der Urlaub also etwa aus betrieblichen Gründen nicht gewährt werden kann, ist es möglich, diesen ausbezahlen zu lassen.

Diese Regelung ist auch in Ihrem Interesse, denn so können Sie Abstand zu Ihrem alten Job gewinnen und sich auf die neue Stelle vorbereiten. Nutzen Sie die Zeit zur Entspannung, denn anstrengend wird es in der Regel wieder schnell genug.

Denken Sie immer daran: Mit einem sauberen Abgang trennen Sie sich im Guten von Ihrem alten Arbeitgeber, anstatt „verbrannte Erde“ zu hinterlassen. Das ist in jedem Fall wünschenswert, denn es ist durchaus möglich, dass Sie im Laufe Ihrer Karriere auf alte Kollegen treffen – und die sollten Sie in möglichst guter Erinnerung behalten haben.


Back to top