Selbstcheck – Phase eins: Die Situationsanalyse

Selbstcheck – Phase eins: Die Situationsanalyse

Selbstcheck – Phase eins: Die Situationsanalyse

Du willst dich beruflich neu orientieren? Dann solltest Du dich mit ein paar Kernfragen auseinandersetzen und deine aktuelle Situation genau analysieren.


Lies dazu auch Teil zwei: Die Zukunftsplanung

Ausgangspunkt für eine berufliche Neuorientierung ist eine (selbst-)kritische Analyse deiner jetzigen Situation. Du erarbeitest dir dazu in dieser ersten Phase eine Übersicht über die Schwerpunkte deiner bisherigen und heutigen beruflichen Station sowie deiner Kenntnisse, Erfahrungen und Kompetenzen.
 

Die 4 Schritte der Selbstanalyse

 

Schritt 1: Dein bisheriger beruflicher Werdegang

 

Deine berufliche Laufbahn setzt sich aus vielen Bausteinen zusammen. Zunächst solltest du deine berufliche und persönliche Entwicklung reflektieren und so Klarheit über dein Profil gewinnen.

Wenn du deinen Werdegang betrachtest: Wo liegen deine wesentlichen Qualifikationen? Welche Leistungen hast du in der Vergangenheit erbracht? Wie hast du dich entwickelt? Wo bist du selbstbewusst und wo nicht?  Nicht immer kann man diese Fragen sofort beantworten. Eine genaue und systematische Analyse ist notwendig, um deine späteren beruflichen Pläne auf eine feste Basis zu stellen.

Für die inhaltliche Struktur deiner beruflichen Stationen empfehlen wir die Erarbeitung von zwei bis drei Leistungsbeispielen für jede dieser Stationen. Das kannst du in folgende Bereiche unterteilen:

  • Welche Hauptaufgaben wurden mir in meiner jeweiligen Position/im Projekt bzw. Teilprojekt übertragen?
  • An welchen Projekten war ich beteiligt?
  • Wie bin ich dabei im Einzelnen vorgegangen?
  • Welches quantitative und qualitative Resultat habe ich erzielt?
  • Welche Eigenschaften brauchte ich, um diese Arbeitsergebnisse zu erzielen?
  • Welche Eigenschaften wurden von meinen Vorgesetzten nach Abschluss der Aufgabe/des Projekts als gut und zielführend herausgestellt?
  • Haben sich diese Aufgaben im Laufe meiner beruflichen Stationen verändert?
  • Was sind für dich Routineaufgaben?

Diesen Fragenkatalog kannst du auf sehr viele Bereiche anwenden – nicht nur auf dein berufliches Leben. In Zeiten, in denen du nicht beruflich tätig warst, hast du vielleicht an Projekten im ehrenamtlichen Bereich gearbeitet.

Nicht nur Berufliches einbeziehen

Auch für diese Themen eignet sich diese Sammlung. Denn auch dort hast du bestimmte Aufgaben bewältigt. Leistungsbeispiele helfen dir, Klarheit über deine Fähigkeiten zu bekommen und daraus berufliche Kenntnisse abzuleiten.

 

Schritt 2: Deine jetzige Position

 

Deine Position in der Organisation des Unternehmens unterliegt einerseits Rahmenbedingungen, die dir von außen auferlegt werden. Der Arbeitgeber ordnet dir einen Arbeitsplatz mit formalen und stellenbezogenen Aufgaben zu. Dein Vorgesetzter gibt dir Weisungen. Dein Umfeld macht dir von außen indirekte Vorgaben zu Verhaltensweisen, Teamarbeit und Kooperationsfähigkeit. Deine Position ist im besten Fall ein ausgewogener Mix von Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung.

Unter dem Thema Aufgabe sind deine Haupt- und Teilaufgaben sowie auch die Schwerpunkte deiner jetzigen Aufgabe zu verstehen. Um deine Aufgabe erfüllen zu können, werden dir Kompetenzen bzw. Befugnisse eingeräumt. Diese Befugnisse oder auch Zuständigkeiten umfassen deine Rechte und Verpflichtungen, zum Beispiel Unterschriftsvollmachten, Vertretungskompetenzen, Weisungsbefugnisse. Der dritte Baustein ist die Verantwortung für Ergebnisse, Kosten, Prozesse oder Mitarbeiter, die dir für deine Aufgabe übertragen wurde und mit der du für deine Handlungen und Entscheidungen einstehen musst.

Erfolgsgeschichte – Ja oder nein?

Oft genug stellt man sich die Frage, ob der eigene Job eigentlich als Erfolgsgeschichte zu sehen ist. Nicht immer hat sich eine Stelle so entwickelt, wie du es dir beim Unterschreiben deines Arbeitsvertrags erhofft hattest.

Du solltest daher deine persönliche Gefühlslage bezüglich deiner beruflichen Position gut kennen. Bitte denke auch über die folgenden Fragen nach. Je nachdem, ob du die Mehrzahl der Fragen positiv oder negativ beantwortest, lohnt es sich über einen Jobwechsel nachzudenken.

  • Identifiziere ich mich (noch) mit meinem Arbeitgeber und meinem Arbeitsplatz?
  • Wie empfinde ich das Arbeitsklima? Herrscht eine gute Atmosphäre vor?
  • Wie sehe ich die Beziehung zum Vorgesetzten: Empfinde ich sie als gut? Fühle ich mich von ihm unterstützt?
  • Und die Beziehung zu Kollegen: Fühle ich mich im Kollegenkreis wohl? Gibt es Konflikte? Zu welchen Themen? Von wem gehen die Konflikte aus?
  • Gestaltungsspielraum: Kann ich meine Aufgaben selbständig gestalten?
  • Status quo: Kann ich gestalten, halte ich nur aus und ertrage die Situation oder habe ich mich in den letzten Jahren angepasst?
  • Anerkennung: Wie beurteile ich den Grad der Anerkennung? Wie und wo äußert sich das?
  • Aufwand: Steht mein Aufwand im Job in ausgewogenem Verhältnis zum Nutzen, den ich daraus ziehe?
  • Jobzufriedenheit: Bin ich zum heutigen Zeitpunkt mit meinem Job zufrieden?
  • Selbsteinschätzung: Habe ich das Gefühl, gut positioniert zu sein? Woran mache ich das fest?
  • Zukunft: Will ich diese Stelle auch in Zukunft ausfüllen?

 

Schritt 3: Deine Kompetenzen

 

Darüber hinaus gibt es viele Fähigkeiten und Kompetenzen, die du mitbringst, um deinen Job erfolgreich zu bewältigen. Deine fachlichen Kompetenzen bilden das Fundament deiner beruflichen Qualifikation. Du erwirbst diese Kompetenzen über deine Ausbildung und/oder dein Studium, über Tätigkeiten und Weiterbildungsmaßnahmen. Das sind Kenntnisse, die du im Laufe deines Lebens gesammelt hast, aber auch die Erfahrung, die damit einhergeht. Fachkenntnisse kannst du anhand von Ausbildungszeugnissen, Seminarbestätigungen, Arbeitszeugnissen sehr gut nachweisen.

Deine Methodenkompetenz beschreibt deine Fähigkeiten und Fertigkeiten, durch die Anwendung geeigneter Arbeitsmethoden und Techniken ganz unterschiedliche Aufgaben und Probleme an deinem Arbeitsplatz je nach Situation und Anforderung zu bearbeiten und zu lösen bzw. sie effizient und effektiv zu gestalten. Dies ist dein Werkzeugkoffer, den du unabhängig von deinem Fachwissen in allen Aufgabenbereichen einsetzen kannst.

Deine sozialen Kompetenzen bezeichnen deine Fähigkeiten, in unterschiedlichen Situationen zielgerichtet mit unterschiedlichen Personen auf unterschiedlichen Ebenen umgehen zu können. Deine persönlichen Kompetenzen: Erst eine Betrachtung deiner Eigenschaften und Stärken mit dem Bezug auf deine eigene Person ergibt ein vollständiges Bild.

 

Schritt 4: Die Warum-Frage

 

Um das Bild in Bezug auf deine Positionsbestimmung abzurunden, empfehle ich zusätzlich die Beantwortung einer ganz grundsätzlichen Frage: der Frage nach dem Warum. Diese ist Kern aller Entscheidungen, die du bisher getroffen hast. Und du wirst in Gesprächen zum Thema Bewerbung auch immer wieder feststellen, dass genau darauf von dir eine plausible Antwort erwartet wird.

Frage dich für jede deiner beruflichen und persönlichen Stationen: Warum hast du dich für diese Option und nicht für eine andere entschieden? Was hast du daraus gemacht und welche Erfahrungen hast du gesammelt? Auch diese Fakten sind wichtige Bausteine, zur Analyse der aktuellen Situation.

Weiter zu Teil zwei: Die Zukunftsplanung