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Softskills im Anschreiben verkaufen

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Im Bewerbungsschreiben sollten Sie die geforderten Qualifikationen der Stellenanzeige aufgreifen. Aber beten Sie nicht alles nach, sondern zeigen Sie an Beispielen, warum Sie die Anforderungen erfüllen.

 

 

 

Teamfähig, führungsstark, kommunikativ, belastbar, verantwortungsbewusst, zuverlässig, engagiert und motiviert – das sind Eigenschaften, die in fast jeder Stellenausschreibung vorkommen. 

Achtung vor Allgemeinplätzen

Damit wollen die Unternehmen sichergehen, dass sie das gesamte Spektrum abdecken – auch wenn man für viele Positionen gar nicht alles benötigt. Denn die Firmen wissen oft selbst nicht, was sie suchen. So kann es vorkommen, dass von Empfangsdamen, Lageristen, Vertriebsmitarbeitern oder Entwicklern dieselben pauschalen Eigenschaften verlangt werden.

Die inflationäre Nutzung der Begriffe führt dazu, dass sie zu beliebigen, austauschbaren Allgemeinplätzen verkommen. Trotzdem ist es wichtig, im Anschreiben auf alle Punkte einzugehen, denn die Personaler und Fachvorgesetzten wollen sich und ihre Anzeige dort wiederfinden. 

Allerdings darf man sie nicht einfach nachbeten, sondern sollte alles mit konkreten Beispielen unterfüttern.

Teamfähigkeit

Fast jeder behauptet von sich, teamfähig zu sein. Wenn es eine Position erfordert, wird man sich erst recht nicht als Einzelkämpfer darstellen. 



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Es ist jedoch wesentlich aussagekräftiger, wenn Sie erzählen, dass Sie in einem Orchester spielen oder in einer Handballmannschaft, denn dort zählt zwar das Können jedes Einzelnen, aber es führt nur zum Erfolg, wenn man sich in die Gruppe integriert.

Beispiel Kommunikationsfähigkeit

Jeder denkt, er kann gut reden. Aber es kommt auf das Wie an. Kommunikativ versierte Menschen gehen offen auf Kollegen, Vorgesetzte und Mitarbeiter zu, reden miteinander statt übereinander, sprechen Konflikte offen an und bemühen sich um Lösungen, anstatt Schuldige zu suchen. 

Die Wenigsten, die sich als kommunikativ bezeichnen, bringen tatsächlich diese Fähigkeiten mit. Dass Sie einmal an einem Rhetorik-Seminar teilgenommen haben, wird Sie hier nicht weiterbringen, denn da geht es um Präsentation, die oft mit Kommunikation verwechselt wird. Bessere Karten haben Sie, wenn Sie als Mediator zu Konfliktgesprächen hinzugezogen wurden.

Verantwortungsbewusstsein

Dieses Terrain ist sehr weit und kann alle Lebensbereiche betreffen: Sind Sie für die Vereinskasse zuständig? Kaufen Sie fair gehandelte Produkte oder nutzen Sie ausschließlich erneuerbare Energien? Das zeigt, dass Sie sich über die Folgen Ihrer Handlungen im Voraus Gedanken machen und Ihr Leben danach ausrichten. 

Natürlich können Sie nicht bei jedem potenziellen Arbeitgeber über Ihre Photovoltaikanlage sprechen, aber wenn es in einem Job um konsequentes Handeln, persönliche Integrität und Ethik geht, kann das durchaus ein interessanter Aspekt sein.

Meist wird Verantwortungsbewusstsein jedoch mit früheren Tätigkeiten belegt:

 

 

 

  • Haben Sie Erfahrung als Projektleiter/in?
  • Durften Sie wichtige Entscheidungen fällen, die sich auf den Geschäftserfolg auswirkten?
  • Hatten Sie Prokura oder Budgetverantwortung?

Wenn Sie zudem als Projekt-, Team- oder Abteilungsleiter/in für eine bestimmte Anzahl von Mitarbeitern zuständig waren, erzielen Sie einen positiven Nebeneffekt: Sie beweisen damit gleichzeitig Ihre Führungsstärke, die in den Unternehmen ebenfalls verlangt wird.

Engagement

Hier kommen ehrenamtliche Tätigkeiten besonders gut an. Wenn Sie in der Nachbarschaftshilfe aktiv sind, sich für die Förderung von Jugendprojekten einsetzen, bei der freiwilligen Feuerwehr arbeiten oder sich im Studium als Mentor/in um die Erstsemester gekümmert haben, beweist das Ihre Einsatzbereitschaft jenseits von Vergütungen. 

Die Arbeitgeber werden daraus schließen, dass Sie auch im Beruf bereit sind, sich in ein Projekt hineinzuhängen, ohne auf die Uhr zu schauen. Man muss allerdings aufpassen, dass das Engagement nicht als selbstverständlich vorausgesetzt und ausgenutzt wird, denn sonst werden Sie bald kein Privatleben mehr haben.

Beispiele, Beispiele, Beispiele

Wenn Sie die Anzeigenfloskeln mit Beispielen unterfüttern, beweisen Sie, dass Sie eine Brücke zwischen abstraktem Denken und konkreter Anwendung schlagen können. Natürlich ist es nicht möglich, alle Punkte zu erwähnen – das wäre auch nicht sinnvoll. 

Analysieren Sie Ihren Adressaten und greifen Sie lediglich die Eigenschaften und Beispiele heraus, die Sie dort für besonders wichtig und passend halten. Damit haben Sie beim Vorstellungsgespräch einen Aufhänger, um das Gespräch zu beginnen.

(Kirsten Seegmüller, 2009 / Bild: Kristian Sekulic, Fotolia.com)


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