Eigeninitiative - Soft Skills

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Soft Skills, die weichen Faktoren, wiegen genauso schwer wie Fachwissen. Dumm nur, dass sie auf keinem Examenszeugnis vermerkt sind. Bewerber müssen Taten statt Noten sprechen lassen.

 

 

 

 

 

Eigeninitiative

 

 

 

 

 

Traineeprogramme haben sich vom"Helikopterflug" durch die Abteilungen zur projektorientierten Einarbeitung"on the job" gewandelt. Von neuen Kollegen wird erwartet, dass sie selbstständig ihre Arbeit gestalten. Das setzt Eigeninitiative voraus. 

Mit 94 Prozent der Nennungen führt dieses Einstellungskriterium die Hitliste der Personaler an, hat die Staufenbiel-Beratung in ihrer Untersuchung "JobTrends" herausgefunden. Wenige Soft Skills lassen sich so gut im Bewerbungsprozess selbst dokumentieren: Mit einem telefonischen Erstkontakt beispielsweise zeigen Absolventen, dass sie das Heft in die Hand nehmen. 

Allerdings dürfen sie nicht übertreiben. Aufdringliches Verhalten wird nirgends goutiert. Ein weiteres Problem ist, dass Eigeninitiative sich an anderen Soft Skills wie Teamfähigkeit"reibt". Deshalb müssen beide Merkmale ausgewogen präsentiert werden. Als"Gegengewicht" eignen sich außerdem Verantwortungsbereitschaft und analytisches Denken.

Schwach argumentiert

Die Organisation des Studiums oder eines Auslandssemesters erfordern zwar ein gewisses Maß an Selbstständigkeit, aber das ist als Beleg zu dünn. Auch die Tatsache, dass man seinen Lebensunterhalt ohne elterliche Hilfe bestritten hat, überzeugt nicht. Ein Zuviel an Eigeninitiative kann andererseits den Personaler verschrecken. Extremerfahrungen wie die Atlantiküberquerung im Kajak werden eher als Marotte gedeutet. Wer eine Bürgerbewegung gründet, hat schnell den Stempel"Querulant" weg.

Stark argumentiert

Studentische Projekte, etwa die Ausrichtung einer Hochschulmesse oder Fachtagung, schmücken den Lebenslauf. Als Beweis von Eigeninitiative taugen sie nur, wenn besonderer Einsatz erkennbar ist, zum Beispiel die Verantwortung für das Sponsoring. Eine – erfolgreiche – Unternehmensgründung bringt ebenfalls Pluspunkte. Aus früheren Beschäftigungsverhältnissen Erfolge und Leistungen auflisten, die über den normalen Arbeitsauftrag hinausgingen.

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(Christoph Stehr, 2009)