Flexibilität - Soft Skills

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Soft Skills, die weichen Faktoren, wiegen genauso schwer wie Fachwissen. Dumm nur, dass sie auf keinem Examenszeugnis vermerkt sind. Bewerber müssen Taten statt Noten sprechen lassen.

 

 

 

 

 

Flexibilität

 

 

 

 

 

Seit die Unternehmensberatung Capgemini 2003 begann, Veränderungsprozesse in Unternehmen wissenschaftlich auszuwerten, hat Change Management mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. 86 Prozent der Unternehmen bezeichnen das Thema als wichtig oder sehr wichtig, so die jüngste Ausgabe der Studie. 

Bis 2010 soll dieser Wert auf 92 Prozent steigen. Restrukturierung, Mergers & Acquisitions und Kostensenkungsprogramme halten die Wirtschaft in Atem. Von den Mitarbeitern wird erwartet, dass sie sich neu orientieren. Wer stur"bei seinen Leisten" bleiben will, kommt nicht weiter – oder gar nicht erst in den Beruf hinein. Geistige Beweglichkeit ist eine wesentliche Einstellungsvoraussetzung.

Psychologische Tests bilden dieses Merkmal recht zuverlässig ab, doch soweit müssen Bewerber erst mal kommen. Durch richtige"Verpackung" von fachlichen und persönlichen Erfahrungen schaffen sie es, Change-Kompetenz zu zeigen.

Schwach argumentiert

Lehrveranstaltungen über die Studienordnung hinaus zu belegen, zeugt eher von Fleiß und weniger von Interessenvielfalt. Da muss schon ein Hauch Exotik sichtbar sein, etwa die Vorlesung in Molekularbiologie neben dem Wirtschaftsstudium. 

Einen Fachwechsel als Beweis geistiger Beweglichkeit auszugeben, wirkt fadenscheinig – besser eingestehen, dass die ursprüngliche Wahl ein Fehler war."Durch meine Semesterjobs im Einzelhandel, in der Briefzustellung und auf dem Bau habe ich mich flexibel in sehr verschiedene Branchen eingearbeitet": Da es sich nicht um hochkarätige Tätigkeiten handelt, ist flexibel das falsche Etikett.

Stark argumentiert

"Meine Praktika habe ich nicht alle im Marketing gemacht, dafür ausnahmslos bei Top-Unternehmen, wodurch ich mich in mehrere Richtungen weiterentwickelt habe." So wird ein"bunter" Lebenslauf aufgewertet, ohne dass der Eindruck von Ziellosigkeit entsteht. Private Interessen,"Hobbys" oder Engagements deuten auf Vielfalt hin, allerdings darf der Freizeitcharakter nicht überwiegen. 

Flexibilität hat nicht allein mit Masse zu tun – wichtiger ist, dass Bewerber zeigen, wie sie Veränderungen bewältigt haben:"Im ersten Jahr nach meinem Wechsel vom Produktmanagement in den Vertrieb konnte ich den Absatz um x Prozent steigern."

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(Christoph Stehr, 2009)