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Mentoring - 7 Fehlinterpretationen die du kennen solltest

#MonsterMentors

Mentoring - 7 Fehlinterpretationen die du kennen solltest

Gut zu wissen - was ist Mentoring eigentlich und was ist es nicht?

Du überlegst Mentee zu werden? Eine tolle Sache! Denn Mentoring ist ein tolles Prinzip, das Menschen zusammen bringt und zu Sparringspartnern macht, Türen öffnet und für alle Beteiligten entscheidende Vorteile bringt.

Wichtig ist allerdings auch einen Blick auf die eigene Erwartungshaltung zu werfen! Bei welchen offenen Fragen braucht man Unterstützung, in welche Richtung möchte man sich entwickeln und wohin soll der gemeinsame Weg überhaupt führen? Besonders wichtig ist es außerdem zu wissen, was man sich genau von der Teilnahme an einem Mentoringprogramm erhofft.

Denn bei all den Vorteilen, die das Mentoring  mit sich bringt, stellt sich dennoch die Frage: Was ist Mentoring genau und was ist Mentoring nicht?

 

Was ist Mentoring NICHT?

 

1. Ein vorgefertigtes Rollenspiel

In einem klassischen Mentoring Tandem gibt es einen Mentor und einen Mentee. Allerdings bedeutet dies nicht, dass diese Rollen fix sind, sondern sich immer wieder neu definieren können. So kann im konstruktiven Austausch miteinander auch der Mentee mal in die Rolle des Mentors schlüpfen, wenn es um bestimmte Themenbereiche geht, in denen der Mentee besondere Kenntnisse oder eine große Begeisterung mitbringt. 

 

2. Ein Monolog 

Im Gegenteil! Kern des Mentoring ist der Austausch zwischen den beteiligten Parteien. Das heißt, weder der Mentor noch der Mentee sollte den regelmäßigen Austausch und Treffen dazu nutzen, um das Wort an sich zu reißen. Wichtig ist hier auch zu betonen, dass der Mentor nicht die Aufgabe hat sämtliche Probleme zu lösen und Fragen zu beantworten. Man arbeitet gemeinsam, begegnet sich im Dialog und  entwickelt sich zusammen weiter – im Tandem eben.

 

3. Das einfache Karrieresprungbrett

Natürlich läuft in der Arbeitswelt viel über Beziehungen und ein gutes Netzwerk ist in vielerlei Hinsicht sehr wertvoll.  Auch das ist ein toller Aspekt, den die Teilnahme an einem Mentoring Programm durchaus unterstützen kann. Allerdings sollte man dies nicht als gegeben hinnehmen und als Hauptgrund einer Teilnahme definieren und sich womöglich noch einen neuen Job erhoffen. Denn als gemeinsames Ziel sollte  vor allem die persönliche Weiterbildung  definiert werden.

 

4. Märchenstunde mit dem alten Mann mit grauen Bart

Wer an Mentoring denkt, denkt häufig noch an den weisen Mann im fortgeschrittenen Alter, der von seinen Geschichten von vor tausenden von Jahren berichtet und seine Lehren weitergeben will. Das hat sich schon lange geändert! Mittlerweile gibt es vielschichtigste Führungskräfte, die weder alt, noch unbedingt männlich und vor allem nicht grauhaarig sind, sondern schon mit Anfang oder Mitte 30 vielseitigste Erfahrungen vorweisen können, international unterwegs waren und auch die neue Generation mit ihren Erfahrungen gut abholen kann.

 

5. Eine Freundschaft

Klar, man muss hier zwischen persönlichen Mentoren und beruflichen Mentoren unterscheiden. Aber für eine berufliche Mentorenbeziehung ist es wichtig, dass diese nicht mit einer Freundschaft verwechselt wird. Der fachliche und professionelle Aspekt steht hier klar im Vordergrund. Das bedeutet nicht, dass man sich nicht auf einer persönlichen Ebene auch gut verstehen kann. Im Gegenteil, Vertrauen ist bei einem gut funktionierenden Mentoring Tandem das A und O. Dennoch ist es wichtig Objektivität zu bewahren, um konstruktiv miteinander arbeiten zu können.

 

6. Coaching, Supervision & Training

Coaches, SupervisorInnen und TrainerInnen sind  ausgebildet. Sie verfügen in aller Regel und idealerweise über mehrjährige Ausbildungen. MentorInnen sind ausdrücklich nicht ausgebildet! Sie bieten ihren Wissenspool an, den Sie sich im Laufe ihres Lebens und ihrer professionellen Tätigkeit aufgebaut haben, ohne ein offizielles Zertifikat dafür bekommen zu haben.  Also sprechen sie über ihre persönlichen Meinungen und berichten über persönliche Erfahrungen. Die neutrale Haltung des Coaches kann durchaus hilfreich sein, wenn es zum Beispiel um spezifische Themengebiete durch die richtigen Fragen zu definieren und auszuarbeiten gilt. Mentoring ersetzt diesen Ansatz allerdings nicht. Dessen muss man sich bewusst sein. 

 

7. Ein “Wunschkonzert“

Natürlich kann und sollte man Vorstellungen davon haben, was man von seinem Mentoringprogramm erwartet. Erfolgreiche Mentoring Konzepte sind bewusst gesteuert und geben eine Richtung vor, in dem man zu Beginn verabredet wer was übernimmt, welche Ziele angestrebt werden und wie viel Einsatz von beiden Seiten geleistet werden soll. Mentoring ohne Ziele, ohne Vereinbarungen ist kein Mentoring.  Dennoch besteht ein Mentoring Programm im Kern aus zwei Individuen, die zusammenarbeiten möchten – verlangte Perfektion, Allwissenheit und versicherte Problemlösung ist hier fehl am Platz. Gerade die Fehler sind es, die MentorInnen so spannend machen. Sie berichten über Irrwege, Sackgassen oder Fehler. Wenn sie das nicht hätten, würde ihnen die Glaubwürdigkeit fehlen. Das Konzept bietet keine generelle Sicherheit, sondern sorgt vielmehr für die Hilfe zur Selbsthilfe. 

 

ÜBER DEN AUTOR__________________________________________

Mario Stadelmann ist Experte rund um das Thema Mentoring und ist selbst Inhaber und Projektleiter des Cross Mentoring Programms, ein unabhängiges Personal- und Talententwicklungsprogramm für Führungs-, Nachwuchsführungs- und Fachkräfte aus nationalen und internationalen Unternehmen, Organisationen und öffentlichen Verwaltungen.
 
 

Wir waren gemeinsam mit unserem Experten Mario Stadelmann live für euch auf Facebook, um eure Fragen zum Thema Mentoring zu beantworten! Check it out!


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