Skip to main content

Wissenswertes rund ums Arbeitszeugnis

Wissenswertes rund ums Arbeitszeugnis

Dein Arbeitszeugnis: Eine Darstellung was du drauf hast!

Das Arbeitszeugnis ist ein wichtiges Dokument für deine Bewerbungsunterlagen - Voraussetzung ist allerdings, dass es den formalen und inhaltlichen Vorgaben standhält.

Jeder Beschäftigte - ob Angestellter, Praktikant, Volontär, Nebenberufler, Teilzeitarbeitnehmer - hat Anspruch auf ein Arbeitszeugnis vom Arbeitgeber. Geregelt wird dieser Anspruch im Bürgerlichen Gesetzbuch (§630 BGB) und der Gewerbeordnung (§ 109 GewO) sowie für Azubis im Berufsbildungsgesetz (§16 BBiG). Allerdings gilt diese Pflicht zunächst nur für das einfache Zeugnis.

Das einfache Arbeitszeugnis

Das einfache Zeugnis muss nur Angaben zu Art und Dauer deiner Tätigkeit enthalten. Für eine aussagekräftige Bewerbungsunterlage empfiehlt sich jedoch das qualifizierte Arbeitszeugnis. Es beinhaltet ausführliche Beurteilungen über Leistung, Verhalten und Führung während deines Arbeitsverhältnises. Dieses qualifizierte Zeugnis musst du allerdings vom Arbeitgeber verlangen.

 

Zwischen- oder Endzeugnis?

Während des laufenden Arbeitsverhältnisses kannst den Arbeitgeber bei berechtigtem Interesse auch um ein Zwischenzeugnis bitten. Berechtigte Interessen liegen zum Beispiel bei internem Stellen- oder Vorgesetztenwechsel oder längerer Arbeitsunterbrechung (wg. Elternzeit) vor. Wichtig für dich: Ein Zwischenzeugnis ist in Bezug auf deine inhaltliche Bewertung für das Endzeugnis bindend.

Der Arbeitgeber kann später im Endzeugnis nicht einfach von der Bewertung im Zwischenzeugnis abweichen. Das Endzeugnis erhälst du, wenn dein Arbeitsverhältnis endet - spätestens nach Ablauf der Kündigungsfrist und auch, wenn du Kündigungsschutzklage erhoben hast.

Tipp: Bitte deinen Arbeitgeber immer fristgerecht und zeitnah um ein Arbeitszeugnis. Denn dein Anspruch darauf erlischt spätestens nach drei Jahren (§195 BGB).

 

Formale Kriterien für das Arbeitszeugnis

Auch formale Kriterien können die Qualität des Zeugnisses beeinflussen. Auf folgende Kriterien musst du grundsätzlich achten:

  • Erstellung in der klassischen Papierform (Geschäftspapier)
  • Umfang ein bis zwei DIN A 4-Seiten
  • Korrekte Überschrift (Zeugnis/Zwischenzeugnis)
  • Äußere Mängel
  • Richtige Angaben zu Ort und Datum
  • Korrekte rechtsverbindliche Unterschriften (Vorgesetzter/Personalabteilung)

Die rechtliche Vorgabe lautet: Die Erteilung des Zeugnisses in elektronischer Form (zum Beispiel als PDF oder per Mail) ist ausgeschlossen. Es wird auf Geschäftspapier (DIN A4) geschrieben und darf keine äußeren Mängel wie Flecke, Knicke, Risse, Durchstreichungen, handschriftliche Textverbesserungen sowie Rechtschreib- oder Grammatikfehler aufweisen.

 

Arbeitszeugnis selbst verfassen

“Schreiben Sie sich doch selbst ein Zeugnis. Ich unterschreibe es dann.” Das düarfst du ablehnen, denn dein Arbeitgeber muss das Zeugnis selbst erstellen, zumal er keine Verpflichtung hat, deinen selbst geschriebenen Vorgaben zu folgen. Du kannst aber Vorarbeit leisten, indem du ihm eine detaillierte Auflistung deiner beruflichen Entwicklung im Unternehmen, deinen Aufgaben und Projekte zur Verfügung stellst.

Es unterschreibt mindestens ein Vorgesetzter, der aus Sicht eines Dritten die fachliche Beurteilung des Arbeitnehmers übernehmen kann. Bei leitenden Mitarbeitern ist es die Geschäftsleitung, sonst der Fachvorgesetzte und/ oder die Personalabteilung, jeweils mit genauer Angabe des Vertretungsverhältnisses (i. V./ ppa.). Unter die Unterschrift gehören Name und Funktion des Unterzeichners in PC-Schrift. Als Datum gibt man beim Endzeugnis den Tag der Beendigung des Arbeitsverhältnisses an.

 

Inhalt des Arbeitszeugnis

Für dein berufliches Weiterkommen ist das Arbeitszeugnis ein wichtiges Dokument. Es wird daher inhaltlich von zwei Vorgaben bestimmt: Wahrheit und Wohlwollen! Wahrheit ist dabei der oberste Grundsatz, das Arbeitszeugnis darf demnach keine Behauptungen, Annahmen oder Verdächtigungen beinhalten. Es muss aber alle wesentlichen Punkte aufführen, die das Gesamtbild Ihrer Tätigkeit bestimmen und an denen ein potenzieller Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse haben könnte. Das Gesamtbild ergibt sich aus der Beschreibung deiner Aufgaben und Verantwortung, deiner Entwicklung im Unternehmen sowie der Beurteilung deiner Leistung und deines Verhaltens.

Wohlwollen des Arbeitgebers als zweite Vorgabe wird im Themenblock Leistung und Verhalten auch bei negativer Beurteilung vorausgesetzt. Das Zeugnis muss daher so formuliert werden, dass es dir deinem weiteren Berufsweg nicht erschwert. Aber: Dein Arbeitgeber entscheidet, welche Leistungen und Einzelkriterien er betonen möchte. Dies kannst du ihm nicht vorschreiben! Zwischen diesen Vorgaben, Wahrheit und Wohlwollen, muss der Arbeitgeber sich bewegen und dir ein wahrheitsgemäßes, objektives, vollständiges und klar sowie verständlich formuliertes Dokument erstellen.

 

Mehr zum Thema Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis richtig lesen

Welches Arbeitszeugnis hilft beim Weiterkommen, und welches hemmt die Karriere? Tipps für den ersten Blick auf die Bewertung durch den Arbeitgeber.

Checkliste Arbeitszeugnis

Im Arbeitszeugnis kann sich herbe Kritik verbergen - auch abseits einzelner, negativer Formulierungen. Unsere Checkliste hilft dabei, kritische Stellen ausfindig zu machen.

Geheimcode im Arbeitszeugnis

Die Geheimsprache der Personaler will erst einmal entschlüsselt werden. Kein leichtes Unterfangen - der “gesunde Menschenverstand” reicht oft nicht aus.

Form und Inhalt des Arbeitszeugnis

Erst die genaue Darstellung von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung ergeben ein exaktes Bild Ihrer beruflichen Leistung.


Back to top