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Interview: Neue Wege in der Bewerberauswahl

Interview: Neue Wege in der Bewerberauswahl

ausbildung, studium, studieren, kurse, it weiterbildung, Fachkräftemangel, War for Talents, fachkräftemangel it, it fachkräftemangel, rekrutierung, Der Fachkräftemangel ist bei den Unternehmen angekommen. Insbesondere die IT-Branche ist betroffen. Viele Firmen schlagen daher neue Wege in der Rekrutierung ein. Ein Interview mit Sabine Borowsky, Akademieleiterin der Datagroup Hamburg GmbH, zur neuen Arbeitgebermentalität.

 

 

Mit freundlicher Genehmigung der DATAGROUP Hamburg GmbH



Frau Borowsky, der War for Talents beschäftigt insbesondere die IT-Branche. Mit welchen Herausforderungen sehen sich Personalverantwortliche und Führungskräfte derzeit konfrontiert?
Es ist in der Tat ein großes Problem, qualifiziertes Personal zu gewinnen. Das betrifft nicht nur die Rekrutierung von Fach- und Führungskräften, sondern beginnt bereits bei der Suche nach Auszubildenden. Man muss daher als Arbeitgeber in punkto Personalauswahl und Mitarbeiterbindung umdenken.

Welche ausgetretenen Pfade sollten Arbeitgeber also Ihrer Meinung nach verlassen?
Arbeitgeber sind Anbieter. Sie bieten gut qualifizierten Menschen Arbeitsplätze an. Damit sich Arbeitnehmer in einem Unternehmen jedoch wohlfühlen und sich voll und ganz einbringen, ist mehr vonnöten als nur die Bereitstellung von Hard- und Software oder Büroutensilien: Gute Aufstiegschancen, ein gutes Betriebsklima, Incentives, regelmäßige Weiterbildungsangebote zum Beispiel.

Gut qualifizierte Bewerber können heute in der Regel zwischen verschiedenen Arbeitgebern wählen. Wie wirkt sich das auf das Personalmanagement aus?
Es geht heute mehr denn je darum, Menschen langfristig an ein Unternehmen zu binden, zu entwickeln und zu motivieren. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass sich Mitarbeiter stets wertgeschätzt fühlen und in ihren Stärken besonders gefördert werden. 

Was ist bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter zu beachten?
Hier dürfen zum Beispiel Klischees keinen Einfluss haben…

Sie meinen Randgruppendenken?
Zum Beispiel. Beim Rekrutierungsprozess darf es nicht ausschlagegebend sein, welches Geschlecht ein Bewerber hat, ob er einer ethnischen Minderheit angehört. Oder, ob er bereits seinen 40. Geburtstag gefeiert hat.

Welche Vorgehensweise hat sich in Ihrem Unternehmen etabliert?
Der Bedarf an Fach- und Nachwuchskräften in der IT-Branche ist so hoch wie noch nie. Das haben auch wir zu spüren bekommen und haben uns vor einem Jahr für die Gründung einer Aus- und Weiterbildungsakademie zur Personalrekrutierung entschieden. Mit unseren Ausbildungslehrgängen wenden wir uns direkt an IT-affine Quereinsteiger und Stellensuchende jeden Alters. Das Konzept geht auf. Wir haben 2012 mehr Bewerbungen erhalten als Plätze zur Verfügung standen.

Aber nicht jede Firma kann es sich leisten, eine eigene Akademie zu gründen…
Langfristig gesehen, ist das eine lohnende Investition in die Zukunft unseres Unternehmens und die unserer Mitarbeiter. Auf drei Monate theoretische Ausbildung folgen neun Monate „Training on the Job“. Ausbildungsziel ist das des Service Desk Engineers. Weitere Karriereschritte nicht ausgeschlossen.

Wer gute Mitarbeiter will, sollte also bereit sein in Aus- und Weiterbildung zu investieren. Ein Motto, das sich Firmen aber nicht nur im ersten Jahr zu Herzen nehmen sollten, oder?
Richtig. Man sollte auch das bereits vorhandene Potenzial im eigenen Unternehmen erkennen und nutzen und keinesfalls brach liegen lassen. Das geht nur über permanente Aus- und Weiterbildung der Belegschaft. Das hat für beide Seiten Vorteile: Der einzelne Mitarbeiter fühlt sich wertgeschätzt und die Firma – sowie natürlich die Kunden – profitieren von stets aktuellem Fachwissen, was wiederum so manche neue Rekrutierung ersparen kann. Also auch hier spart die Investition in die permanente Weiterbildung langfristig Geld.

Fachwissen ist Trumpf. Aber sollten Firmen bei der Auswahl von Aus- und Weiterbildungsangeboten ausschließlich auf die Vertiefung von Expertenwissen abheben? Stichwort: Soft Skills.
Soft Skills – dieses Thema sollten Unternehmen ebenfalls sehr ernst nehmen – insbesondere in Zeiten der globalen Vernetzung. Denn alles Fachwissen nutzt nichts, wenn beispielsweise ein Mitarbeiter nicht bereit ist, es mit seinen Teamkollegen in Übersee zu teilen. Damit können ganze Projekte ausgehebelt werden. Zu diesem Themengebiet gibt es eine Fülle von Angeboten: Online-Trainings, Präsenzseminare, Outdoortrainings. Auch in unserer Akademie kommt das Thema nicht zu kurz – gerade im Hinblick auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden sind kommunikative und analytische Kompetenzen, Begeisterungsfähigkeit und Teamarbeit von großer Bedeutung. (Bild: Istockphoto)

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Vor ihrem Eintritt bei DATAGROUP war Frau Borowsky als Weiterbildungsleiterin und QM-Beauftragte bei einer Hamburger Personaldienstleistung tätig. Dort war sie unter anderem zuständig für die Konzeption, Umsetzung und Evaluation von zielgruppenorientierten Schulungsprogrammen und Bildungsangeboten in der Erwachsenenbildung. Überdies arbeitete sie dort als Dozentin für diverse Weiterbildungs-Themen. Seit 2011 leitet sie bei der
DATAGROUP Hamburg GmbH die hauseigene Akademie.