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Telefoninterview und Videointerview: 5 Tipps für das Recruiting in der Corona-Pandemie

Telefoninterview und Videointerview: 5 Tipps für das Recruiting in der Corona-Pandemie

Die Pandemie mit dem Corona-Virus stellt aktuell viele Unternehmensabläufe auf den Kopf. Das gilt natürlich auch für das Recruiting. Dieses muss auch während der Krise weitergehen. Die Frage ist nur: Wie? Stellenanzeigen ausarbeiten und schalten. Das mag ja noch gehen.  Aber ist nicht spätestens beim Jobinterview Schluss? Ist es nicht! Stichwort: Telefoninterview und Videointerview. Wir geben 5 Tipps.

Von Sonja Dietz

Aktuelle Herausforderungen im Recruiting meistern 

Im Gesundheitswesen, in der IT, in Schulen, Kindergärten, dem Engineering – in all diesen Branchen suchen Unternehmen europaweit Fachkräfte. Daran ändert auch die Pandemie mit dem Corona-Virus nichts. Im Gegenteil. Im Gesundheitswesen hat sich der Fachkräftemangel deswegen noch einmal deutlich verschärft.

Allerdings stellt die aktuelle Situation Recruiter vor bislang unbekannte Herausforderungen. Jetzt, da viele Personalsuchende im Home-Office arbeiten, ist ein klassisches Jobinterview nicht zu realisieren. Doch es gibt Alternativen, die dabei helfen, einander dennoch kennenzulernen.

Tipp 1: Ein Telefoninterview führen – bewährt und effektiv 

Da wäre zuallererst das Telefoninterview, das sich auch in der aktuellen Situation optimal nutzen lässt. Meist dauert ein Telefoninterview rund 30 Minuten. In dieser Zeit lässt sich mit der richtigen Vorbereitung gut ausloten, ob ein Talent infrage kommt oder nicht. In der Praxis hat es sich bewährt, sich einen Leitfaden mit den Fragen für das Telefoninterview anzufertigen. So gerät nichts in Vergessenheit.

Klassische Fragen im Telefoninterview sind:

  • Warum haben Sie Interesse an der Stelle?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Was reizt Sie an der ausgeschriebenen Position?
  • Welche Ihrer bisherigen Erfahrungen passen besonders gut zu der ausgeschriebenen Stelle?
  • Welche Stärken / Schwächen haben Sie?
  • Worauf kommt es Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag am meisten an?

Tipp 2: Laden Sie zum Videointerview ein

Hat Ihnen gefallen, was Sie gehört haben, wäre nun die Einladung zum Jobinterview der nächste logische Schritt. In dem persönlichen, direkten Kontakt lassen sich die bisherigen Eindrücke noch stärker vertiefen. Die gute Nachricht: Das geht auch im Home-Office. Organisieren Sie einfach ein Videointerview!

Hier können verschiedene Tools zum Einsatz kommen:

  • GoTo-Meeting
  • WebEx
  • Zoom
  • Skype

Tipp: Entscheiden Sie im Voraus, welches Tool Sie verwenden möchten, und versenden sie frühzeitig eine Einladung an den Bewerber. Inklusive Zugangsdaten und der Beschreibung für den Login. So kann er sich rechtzeitig mit der Einwahl vertraut machen, falls er das System noch nicht kennt. Und ganz wichtig: Stellen Sie sicher, dass Ihr bevorzugter Anbieter sein Video-Conferencing-Tool wirklich kostenlos zur Verfügung stellt. Es ist mehr als ärgerlich, wenn der Bewerber zur Kasse gebeten wird, um an der Konferenz teilzunehmen.

In Sachen Qualität sind Video-Conferencing-Systeme inzwischen so ausgereift, dass das Erlebnis einem echten Kennenlernen sehr nahekommt. Allerdings müssen hierfür einige Vorbereitungen für das Videointerview getroffen werden.

Tipp 3: Die richtigen technischen Voraussetzungen für das Videointerview schaffen

Wichtig ist zum Beispiel die richtige Beleuchtung. Als Lichtquelle reicht eine Schreibtischlampe vollkommen aus. Sie sollte auf das Gesicht gerichtet sein, ohne Sie aber zu blenden. Auf keinen Fall sollten Sie ohne zusätzliche Lichtquelle vor einem Fenster Platz nehmen. Ansonsten ist Ihr Gesicht vollkommen mit Schatten bedeckt und nicht zu erkennen.

Platzieren Sie außerdem die Kamera auf Augenhöhe. Dazu sollte der Laptop zum Beispiel auf einen kleinen Kasten gestellt werden. So wirkt es, als hätte man direkten Blickkontakt, statt an der anderen Person vorbeizusehen. Nicht zuletzt sollte mit der Technik alles klappen. Insofern empfiehlt es sich, das Video-Conferencing-System mit einem Kollegen zu testen, bevor es bei einem Bewerber zum Einsatz kommt. Denn es stört den Gesprächsfluss ungemein, wenn der Gesprächsleiter immer wieder mit technischen Problemen zu kämpfen hat und abgelenkt ist.

Tipp 4: Bereiten Sie sich angemessen vor

Damit schaffen Sie schon mal gute Ausgangsvoraussetzungen, dass sich der Kandidat in dem Interview wohl fühlt. Damit das Gespräch reibungslos läuft, nehmen Sie sich kurz vorher am besten nochmal die Notizen aus dem Telefoninterview und die Bewerbungsunterlagen zur Hand.

So stellen Sie sich auf die Person ein, der Sie im Videointerview gegenübersitzen und können ihr gezielte Rückfragen zu ihrem Werdegang stellen. Dem Kandidaten vermittelt das Wertschätzung pur: Denn er merkt, Sie haben sich mit ihm auseinandergesetzt.

Tipp 5: Sorgen Sie für eine freundliche und ruhige Atmosphäre

Während des Gesprächs kommt es außerdem darauf an, den Bewerber durch das Interview zu führen und Ängste zu nehmen. Bedenken Sie: Viele Talente haben noch keine Erfahrung mit einem Videointerview gesammelt – das kann für Nervosität sorgen. Erklären Sie, dass Sie das verstehen, und dass ein Vorstellungsgespräch per Video auch für Sie eine neue Situation ist. Das nimmt dem Kandidaten viel Druck. Achten Sie außerdem darauf, dass nicht zu viele Teilnehmer bei dem Video-Call anwesend sind. Weniger ist mehr! Zeichnen Sie die Videokonferenz lieber auf und teilen Sie die Aufnahme später mit allen Verantwortlichen.

Berücksichtigen Sie außerdem die außergewöhnliche Recruiting-Situation, wenn sie das Gespräch bewerten wollen. Falls Sie und Ihre Kollegen nicht zu einer finalen Entscheidung kommen, erklären Sie dem Talent offen und ehrlich, warum. Sprechen Sie gleichzeitig eine Einladung einem echten Jobinterview aus, das Sie führen werden, sobald sich die Umstände wieder gedreht haben. Dafür wird nun wiederum das Talent jedes Verständnis aufbringen. Versprochen! Transparenz und Geduld ist in der aktuellen Ausnahmesituation alles!