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Vielfalt in Unternehmen fängt im Recruiting an

Vielfalt in Unternehmen fängt im Recruiting an

Immer mehr Unternehmen setzen sich mit dem Themen Diversity, Gleichberechtigung und Inklusion auseinander. Für unseren druckfrischen Monster-Diversity-Report haben wir mit Experten gesprochen, wie Sie die Vielfalt in Unternehmen mit der richtigen Recruiting-Strategie steigern können. Die wichtigsten Tipps im Überblick. 

Wieso ist Vielfalt wichtig? Welche Vorteile bringt sie mit sich?

„Gesellschaftliche und globale Ereignisse – wie #metoo, Black Lives Matter und der vor kurzem entstandene Rassismus gegen Menschen asiatischer Abstammung – haben den Druck auf Unternehmen und das Bedürfnis, Fortschritte bezüglich Diversity, Equity & Inclusion (DEI) zu erreichen, verstärkt“, sagt DEI-Experte Nasim Selmani. Selmani ist Mitgründer von deidei, einer in Helsinki ansässigen Agentur, die Organisationen dabei unterstützt, eine DEI-Strategie sowie eine inklusive Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Und er ist einer der Spezialisten, die in unserem frisch erschienenen Report „Diversität, Gleichheit und Inklusion: So definieren Sie eine inklusive Einstellungsstrategie“ ihr Expertenwissen teilen.

Kurz zum Status quo: In Sachen Diversity, Equity & Inclusion hat sich in letzter Zeit einiges getan. „Viele große Unternehmen haben riesige Fortschritte in Richtung eines viel diverseren, von Gleichheit und Inklusion geprägten Arbeitsplatzes gemacht“, freut sich DEI-Experte Nasim Selmani.

Vielfalt in Unternehmen birgt entscheidende Vorteile

Und das ist gleich in mehrfacher Hinsicht zu begrüßen:

  • Mit einem größeren DEI-Engagement setzen Arbeitgeber ein Zeichen für mehr Toleranz in unserer Gesellschaft. Denn mehr Vielfalt in Unternehmen stärkt gesellschaftliche Gruppen, die bislang auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt waren. Allem voran Menschen mit Behinderung, unterschiedlicher Generationen, verschiedener Geschlechter, sexueller Orientierungen, Ethnien, Kulturen und Ansichten.
  • Gelebte Vielfalt macht Unternehmen auch attraktiver für Kandidaten. Diese achten in Stellenanzeigen verstärkt darauf, wie bunt es bei einem Arbeitgeber zugeht. In einer von Monster durchgeführten Studie haben 86 Prozent der Kandidaten weltweit angegeben, dass ihnen Diversität, Equity und Inklusion am Arbeitsplatz wichtig sind.
  • Kulturelle Vielfalt in Unternehmen lässt meist auch die Innovationskraft steigen, weil beim Entwickeln neuer Ideen aufgrund unterschiedlicher Lebenserfahrungen und Sozialisationen viele verschiedene Meinungen und Perspektiven zusammenkommen.

Vielfalt und Toleranz in Unternehmen mit der richtigen Recruiting-Strategie stärken

Soweit, schon mal so gut. Aber: Es geht noch mehr. Gerade im Recruiting besteht noch viel Luft nach oben, wie aus unserem Diversity-Report hervorgeht. In den folgenden Abschnitten haben wir Ihnen die wichtigsten Punkte für eine vielfältigere Recruiting-Strategie zusammengestellt und zeigen Ihnen außerdem, mit welchen Services unsere Monster-Experten Sie gezielt unterstützen können.

#1 Integrieren Sie das Thema Vielfalt in Ihr Employer Branding

Ihr Unternehmen verfügt über eine diversityfreundliche Kultur? Ihre Karrieremodelle sind auf Chancengleichheit ausgerichtet? Sie bieten Mentoring-Programme für Talente unterschiedlicher Kulturen an oder haben eine Gruppe im Unternehmen, die die Interessen der LGBTQIA+*-Community vertritt? Sie achten außerdem darauf, Menschen mit Behinderung in Ihr Unternehmen zu integrieren? Dann sprechen Sie in Ihrem Recruiting gezielt über all das!

Teilen Sie über Social Media, ihre Karriereseite und natürlich in Ihren Stelleninseraten möglichst konkrete Informationen über Ihr Programm, um die Vielfalt in Ihrem Unternehmen zu stärken. Unser Tipp: Bilden Sie die individuelle Story Ihres Unternehmens in aussagekräftigen Texten, Bildern oder Grafiken ab. Und lassen Sie Ihre Mitarbeiter:innen in Videos zu Wort kommen, in denen sie von ihren Erfahrungen im Unternehmen berichten. Der Vorteil: Solche Geschichten prägen sich ein, erwecken Sympathien und machen ein Unternehmen nahbar. Das ist das Prinzip des Storytellings. Allerdings gibt es hierbei ein paar Feinheiten zu beachten. Wir unterstützen Sie bei den ersten Schritten gerne mit einem speziellen Workshop.

Kurze Anmerkung: Falls Sie gerade erst im Aufbau eines Diversity-Programms sind, sprechen Sie in Ihrem Recruiting einfach über das, was Sie vorhaben. Alles ist besser, als nichts zu sagen. Kandidaten erwarten zum jetzigen Zeitpunkt noch keine ausgereiften Konzepte, aber der Wille zu mehr Vielfalt zählt.

#2 Verwenden Sie eine gendergerechte Sprache in Stellenanzeigen

Ein weiterer wichtiger Punkt für ein vielfältigeres Recruiting: Eine gendergerechte Sprache. Wussten Sie, dass sich Frauen oder Angehörige des dritten Geschlechts oft nicht von Jobinseraten angesprochen fühlen, in denen das generische Maskulinum dominiert? Gemeint sind Personen- oder Berufsbezeichnungen in der männlichen Form. Um alle Geschlechter anzusprechen, sollten Personalsuchende daher eine neue Praxis beim Formulieren von Stellenausschreibungen entwickeln. Verwenden Sie zum Beispiel geschlechtsneutrale Jobtitel. Suchen Sie also statt nach einem Projektleiter nach einer Projektleitung.

Und: Verwenden Sie den Genderstern in Ihren Texten. Sprechen Sie also nicht Bewerber an, sondern Bewerber*innen. Alternative Schreibweisen sind: Bewerber:innen oder Bewerber_innen. Sie wollen mehr erfahren? In unserem Diversity-Workshop lernen Sie, wie Sie mit der richtigen Sprache eine diverse Zielgruppe für sich gewinnen.

#4 Überprüfen Sie Ihren Einstellungsprozess

Wenn Sie sich in Ihrem Employer Branding als Unternehmen darstellen, das sich die Themen Diversity, Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion auf Fahne geschrieben hat, muss natürlich auch Ihr Auswahlverfahren darauf ausgelegt sein, eine bunte Belegschaft zu rekrutieren. „Es kann sehr wertvoll sein, sich die Lebensläufe der Arbeitnehmer, die in der Vergangenheit eine Stelle im Unternehmen angetreten haben, anzuschauen“, empfiehlt Adam Burgess, Business Manager des britischen Personalbeschaffungsunternehmens Sellick Partnership in unserem Diversity-Report. „Diese Daten zeigen, in welchen Bereichen das Unternehmen aktiv daran arbeiten kann, inklusiver zu werden.“ Was Burgess meint: Wurde zum Beispiel in den letzten Jahren vor allem der gleiche Mitarbeitertyp eingestellt, ist das ein wichtiger Hinweis darauf, stärker andere Gesellschaftsgruppen zu rekrutieren.

„Organisationen sollten dazu grundlegende Richtlinien für die Bewertung von Lebensläufen einführen und Interviews anders strukturieren und planen“, ergänzt DEI-Experte Nasim Selmani. Zum Beispiel könnten Interviews standardisiert werden: Jeder Bewerbende bekommt die gleichen Fragen gestellt und hat so die gleiche Chance, sich darzustellen. So entsteht eine bessere Vergleichbarkeit von Talenten. „Wenn möglich sollten auch Kolleg:innen außerhalb des HR- und Recruiting-Teams in jeden möglichen Schritt involviert werden, um Vorurteile abzuschwächen und verschiedene Perspektiven mit einzubeziehen.“

#5 Fischen Sie nicht immer im gleichen Talent Pool

Was einem diversitygerechten Recruiting außerdem oft im Weg steht: Wer immer im gleichen Kandidat:innen-Pool fischt, spricht auch immer die gleichen Talente an. „Organisationen müssen daher über ihre bekannten Quellen für die Talentakquise hinausgehen, um neue Kandidaten ausfindig zu machen“, rät Marc Sundermann, verantwortlich für das Employee Engagement bei Miele. Miele investiert hierfür zum Beispiel in internationale Stellenausschreibungen, um mehr Kandidaten aus anderen Kulturen ausfindig zu machen.

Vielfalt in Unternehmen: Hilfreiche Tipps für Ihre Recruiting-Praxis

Unser Fazit: Oft reichen ein paar wenige Handgriffe, um Recruiting-Prozesse so anzupassen, dass deutlich mehr Vielfalt in Unternehmen einkehrt. Viele weitere Tipps aus der Praxis für die Praxis erhalten Sie in unseren Workshops und lesen Sie in unserem Report „Diversität, Gleichheit und Inklusion: So definieren Sie eine inklusive Einstellungsstrategie“ nach.

*LGBTQIA+” ist eine Abkürzung der englischen Wörter Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual/Transgender, Queer, Intersexual und Asexual