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Millenials: Mythen aufgedeckt

Millenials: Mythen aufgedeckt

Eine internationale Umfrage hat die Ansprüche und Vorstellungen junger Talente untersucht und dabei so manchen Mythos rund um Millenials richtig gestellt. Alles über die Bedeutung des Gehalts, die Work-Life-Balance und die Attraktivitätskriterien bei Arbeitgebern innerhalb der Generation Y.

Millennials: Ihnen wird nachgesagt, dass die Balance zwischen Arbeit und Privatleben für sie eine höhere Priorität hat als ein gutes Gehalt. Außerdem sollen sie als Arbeitnehmer anspruchsvoll und als Konsumenten verwöhnt sein. Auch viele in sich widersprüchliche Vorurteile beherrschen das Bild der sogenannten Generation Y: sie seien zu ehrgeizig, zu faul, zu zurückhaltend oder zu selbstbewusst.

Millenials: Studie rückt das Bild gerade

Mit der „World of Work“ Studie 2016*, einer repräsentativen Studie unter 4.114 Arbeitnehmern in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden, ist Monster in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov diesen Mythen auf den Grund gegangen und zeigt, wie die Millennials in der Arbeitswelt wirklich ticken.
 
„Die Millennials sind jetzt dabei, sich in der Arbeitswelt zu etablieren – sie sind die künftigen Leistungsträger. Unternehmen müssen sich nun auf diese Generation einstellen“, sagt Thomas Zahay, Senior Director Human Recourses CE beim Karriereportal Monster. „Das geht allerdings nur, wenn man sie wirklich kennt und weiß, was sie bewegt. Die World of Work Studie bringt uns relevante, neue Erkenntnisse.“

Top Motivatoren: Das erwarten die jungen Talente

Was macht die zukünftigen Leistungsträger zufrieden am Arbeitsplatz? Es gibt eine große Vielfalt an Kriterien, die sie zufriedener machen würden:

  • 41 Prozent: ausgewogene Work-Life-Balance
  • 25 Prozent: von zu Hause aus zu Arbeiten
  • 34 Prozent: flexible Arbeitszeiten
  • 14 Prozent: mehr und kontinuierliches Feedback
  • 27 Prozent: Verbesserung der Führungsqualitäten des Managements
  • 63 Prozent: höheres Gehalt.

Bei der Zufriedenheit im Job spielt also auch ein höheres Gehalt eine große Rolle. Somit ist das Gehalt dieser Gruppe nicht unwichtig – eher zeigen die Ergebnisse, dass es nicht nur das Gehalt ist, sondern ein Mix aus unterschiedlichen Kriterien, der für eine hohe Zufriedenheit erfüllt sein sollte.

Hälfte auf dem Sprung zum neuen Job

49 Prozent der befragten Millennials (18-36 Jahre) in Deutschland sind zufrieden mit ihrem aktuellen Job – 21 Prozent sind sogar sehr zufrieden. Jedoch haben in den letzten sechs Monaten 32 Prozent aller Millennials nach einem neuen Job gesucht. Und 47 Prozent denken darüber nach.

Ein weiterer Mythos: Millennials wollen nur im Ausland arbeiten, gehen keine Kompromisse ein und wollen schnell ein hohes Gehalt! Oder?

Ausland:
Alle Millennials wollen im Ausland arbeiten – diese Annahme konnte die „World of Work“-Studie nicht bestätigen. Nur etwa ein Viertel (27 Prozent) ist daran interessiert. Betrachtet man die ganz jungen Teilnehmer (18-25 Jahre) sind es immerhin 34 Prozent, die Interesse an einem Job im Ausland bekunden. Für die 37-50-jährigen (Generation X) besteht nur zu 15 Prozent ein Interesse. Gefragt, wie die Teilnehmer zu einem Job außerhalb Deutschlands stehen würden, wenn sie hierzulande keine Stelle finden, würden 30 Prozent der ganz Jungen, 24 Prozent der 26-36-Jährigen, und ca. 20 Prozent der 37-64-Jährigen einen Umzug in Erwägung ziehen. Im Ländervergleich der Millennials liegt Frankreich vorn, hier möchten 44 Prozent ins Ausland. In Großbritannien sind es 40 Prozent und in den Niederlanden nur 24 Prozent.

Kompromisse beim Jobwechsel:
Millennials sind extrem selbstbewusst, fordernd, haben höchste Erwartungen. So jedenfalls lautet die gängige Meinung. Gefragt, ob sie beim Jobwechsel Kompromisse machen oder auf ihren Anforderungen bestehen, zeigt die Studie jedoch, dass europaweit gerade die jungen Arbeitnehmer eher bereit sind, Kompromisse zu schließen. Sieben von zehn Millennials (69 Prozent) geben sich mit Weniger als dem Erwarteten zufrieden. In Deutschland haben zum Beispiel fast ein Drittel (27 Prozent) gehaltliche Abstriche in Kauf genommen. 22 Prozent der 26-36-Jährigen gab an, sie hätten nicht am eigentlich präferierten Standort angefangen, und 22 Prozent der ganz Jungen von 18-25 Jahren haben einen Job angefangen, für den sie sich eigentlich überqualifiziert halten.

Selbstbewusstsein:
Geht es um das Thema Gehalt, zeigt die Studie, dass diese Generation nicht so souverän ist, wie ihr nachgesagt wird. Jeder Zweite fühlt sich in seiner Position wenig oder gar nicht selbstbewusst genug, um nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Auch bei einer Beförderung bewerten sich 40 Prozent als nur wenig oder gar nicht selbstbewusst. Allerdings fühlen sich 69 Prozent der Millennials durchaus bereit, eine neue Idee zu präsentieren und zu 62 Prozent sich damit aktiv in Meetings einzubringen.

Mentoren:
Über zwei Drittel der Millennials könnten sich Unterstützung durch einen Mentor vorstellen. Zwei von zehn Millennials wünschen sich diesen sogar explizit. Als Führungsfiguren und Entscheidungshilfen bei der Wahl des richtigen Jobs greifen die Millennials vor allem auf Freunde und Familie zurück. Etwas traditionell, und anders als gedacht, haben die Eltern mit 27 Prozent immer noch den größten Einfluss auf die Karriere und dienen als Leitbild für die Millennials.

 


*Über Monster World of Work:
Die World of Work 2016 ist eine breit angelegte und repräsentative Studie, die von Monster im Zeitraum vom 11.05.2016 bis 25.05.2016 in Zusammenarbeit mit YouGov durchgeführt wurde. YouGov ist ein internationales Markt- und Meinungsforschungsinstitut aus Großbritannien. Die 4.114 befragten Arbeitnehmer sind 18+ Jahre alt und arbeiten in Voll- oder Teilzeit in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Die befragte Gruppe der Arbeitnehmer besteht aus den drei Bevölkerungskohorten Millennials, Generation X und Baby Boomer. Die Ergebnisse wurden mit den Einschätzungen von 4.114 Arbeitgebern verglichen. Dazu wurden 458 Personaler und Recruiter aus Unternehmen befragt, die sich aus HR-Verantwortlichen und Entscheidern aus der Recruiting-Abteilung von Unternehmen und Organisationen zusammensetzen.