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ChefIn, Chef:in, Chef: Inklusive Sprache bleibt ein Streitthema

ChefIn, Chef:in, Chef: Inklusive Sprache bleibt ein Streitthema

Inklusive Sprache ist (noch) nicht in aller Munde. Erste Medien wie Radiosender, Magazine und Nachrichtenformate nutzen gendergerechte Sprache zwar. In der breiten Masse angekommen ist das Ganze  noch nicht. Eine repräsentative Umfrage von Monster in Zusammenarbeit mit YouGov ergab, dass inklusive Sprache de facto aber nur den wenigsten Deutschen völlig egal ist. Recruiter sollte das aufhorchen lassen, immerhin sollten sie in ihren Recruiting-Kampagnen konsequent die richtigen Worte finden, um Talente für ihr Unternehmen zu begeistern. 

Inklusive Sprache: Frau vs. Mann und Alt vs. Jung?

Monster hat 2.048 volljährige Deutsche nach ihrer Meinung zum Thema inklusive Sprache befragt. Für immerhin 14 Prozent der Befragten ist gendergerechte Sprache ein absolutes Muss. Das Lager der Befürworter:innen besteht  zu überraschend gleichen Teilen aus Männern und Frauen: 12 Prozent der befragten Männer und 15 Prozent der befragten Frauen setzen inklusive Sprache voraus.

Aber was bedeutet das konkret? Was heißt inklusive Sprache? Unter inklusiver oder gendergerechter Sprache ist eine Anrede zu verstehen, die alle Menschen einschließt, unabhängig von Geschlecht, Bildungshintergrund und anderen möglichen Ausgrenzungsgründen. Aktuell ist die Sprache stark männlich geprägt und vernachlässigt Frauen und andere Geschlechter häufig.

Welche Formen inklusiver Sprache gibt es?

In der Schriftsprache kursieren derzeit verschiedene Schreibweisen:

  • Schrägstrich-Schreibweisen: Bewerberinnen/Bewerber
  • Das Binnen-I: BewerberInnen
  • Klammern: Bewerber(innen)
  • Das Gendersternchen: Bewerber*innen
  • Der Doppelpunkt: Bewerber:innen

Einen einheitlichen Standard in puncto inklusiver Sprache gibt es derzeit aber noch nicht und manche Schreibweisen gelten als schwer zu lesen, bemängeln Kritiker:innen an der inklusiven Sprache. Spricht sich deshalb immer noch mehr als ein Drittel der Befragten gegen den Gebrauch inklusiver Sprache aus? Dieser Teil der Umfrageteilnehmer will, dass alles bleibt, wie es ist – generisches Maskulinum also. Überproportional häufig wurde dieser Wunsch von Männern geäußert.

Diskussion über inklusive Sprache kommt in Gang

Ihnen gegenüber stehen jedoch 43 Prozent der befragten Frauen, denen  eine inklusive Sprache wichtig ist. In verschiedenen Altersgruppen zeichnet sich ebenso ein Trend in die eine und die andere Richtung ab. Je jünger die Befragten sind, desto wichtiger ist ihnen inklusive Sprache: 23 Prozent der 18-24-Jährigen und 19 Prozent der 25-34-Jährigen sagen klar „Ja“ zu gendergerechter Sprache. Anders sehen das die älteren Befragten. Ab 35 wollen sie eher das generische Maskulinum beibehalten.

„Die Zahlen bestätigen gewissermaßen die bestehenden Klischees zum Thema: Ältere sind eher dagegen, Jüngere eher dafür“, erklärt Dr. Katrin Luzar, Senior Director Marketing bei Monster. „Gleichzeitig ist es toll zu sehen, dass mittlerweile eine Diskussion über inklusive Sprache geführt wird und viele Befragte es wichtig finden, dass sich hier etwas verändert. Diese Debatte bringt gerade den Stein für gendergerechte Sprache ins Rollen.“ Die öffentliche Diskussion habe auch Einfluss auf das Arbeitsleben. „Ob in Stellenanzeigen oder auf der Karriere-Webseite: Unternehmen müssen über inklusive Sprache nachdenken, denn die Mitarbeiter:innen wollen sich angesprochen fühlen – und zwar alle.“

Unentschlossenheit ist groß, sensibler Umgang der Wunsch 

Was sich jedoch über alle Altersklassen und die Geschlechter hinweg zeigt: Viele Befragte sind zu einem gewissen Grad unentschlossen. So gaben 41 Prozent an, dass sie inklusive Sprache grundsätzlich zwar wichtig finden, man es in ihren Augen aber auch übertreiben kann. „Dass so viele Menschen das Thema auf dem Schirm haben, ist dennoch positiv zu bewerten. Die Unentschlossenheit drückt aus, dass noch nicht die eine richtige Lösung für diese Herausforderung gefunden wurde. Viele Menschen vergessen allerdings, dass es zwischen Schwarz und Weiß auch immer noch Grautöne gibt. Im Fall von inklusiver Sprache kann das bedeuten: sich Mühe geben und neutrale Formulierungen wählen, um so wirklich alle anzusprechen. Ein sensibler, überlegter Umgang mit Sprache eben“, erklärt Luzar. Wichtig sei jedoch, dass Lösungen gefunden werden, die die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigen. Denn wirklich egal ist das Thema gerade einmal 10 Prozent der Befragten.

Diversity Management wird immer wichtiger

Einmal ganz unabhängig davon, für welche Schreibweise sich Personalsuchende im Recruiting  letztlich entscheiden – sie sollten auch die Inhalte von Recruiting-Kampagnen auf das Thema Diversity ausrichten. Aus der Kandidatenbefragung für unsere frisch erschienene Studie Monster Insights ging nämlich klar hervor, dass immer mehr Talente nur oder eher bei einem Arbeitgeber arbeiten wollen, der das Thema Diversity und Gleichberechtigung ganz weit oben ansiedelt.

Und dazu gehört in ihren Augen nicht nur eine gendergerechte Sprache in Stellenanzeigen. Auch der Hinweis auf die bestehenden Diversity-Maßnahmen im eigenen Unternehmen kann den entscheidenden Ausschlag für eine Bewerbung geben.

Positiv: Unsere Studie zeigt, dass Arbeitgeber in Deutschland die Weichen in Richtung diverser Firmenkulturen immer stärker stellen. Rund 33 Prozent fördern gezielt eine diverse Zusammensetzung der Belegschaft, 42 Prozent haben sich die Chancengleichheit bei der Bezahlung von Kollegen auf die Agenda geschrieben und 26 Prozent fördern Kollegen mit diversem Hintergrund dabei, Führungspositionen zu bekleiden. Die Zukunft in der Arbeitswelt ist also bunt. Gut so!


Monster Insights 2021. Der HR Report von Monster

Monster hat im Rahmen einer globalen Umfrage die Kandidaten sowie die Unternehmen in Deutschland gefragt und sie haben sich zur „Zukunft der Arbeit“ geäußert. Der HR Report von Monster liefert Ihnen Antworten von mehr als 3.000 Recruiter:innen und Personalverantwortlichen aus Deutschland und weltweit zu Themen wie Diversity & Inclusion, virtuellem Recruiting sowie Employer Branding und der Auswirkung der Pandemie auf die Welt der Arbeit. Dazu erhalten Sie die passenden Ansichten von Kandidat:innen. Der Report liefert Ihnen so einen umfassenden Blick auf alle Facetten des Recruitings sowie der Arbeitswelt. Hier geht’s zum kostenlosen Download>>>

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre!