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Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst: Geht bald der Nachwuchs aus?

Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst: Geht bald der Nachwuchs aus?

In den letzten Wochen und Monaten ist es etwas ruhiger geworden um den Fachkräftemangel. Aber es gibt ihn noch. Er wird in den kommenden Jahren vor allen Dingen dem öffentlichen Dienst zu schaffen machen. Was Arbeitgeber im öffentlichen Sektor schon jetzt tun können.

Von Sonja Dietz 

 

Der Fachkräftemangel ist im öffentlichen Dienst angekommen

Der öffentliche Sektor hat mit massiven Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Während der Fachkräftemangel in anderen Bereichen der Wirtschaft noch nicht so stark ausgeprägt ist, ist er im öffentlichen Dienst bereits Realität. Laut einer Erhebung des dbb Landesbundes mangelt es allein in Hessen an tausenden Mitarbeitern.

Es fehlt an Gerichtsvollziehern, Bediensteten im Bereich Jobcenter/Arbeitsagenturen, es gibt offene Stellen im Gebiet der ordentlichen Gerichtsbarkeit, der Fachgerichtsbarkeiten, der Staatsanwaltschaften, beim Rechnungshof, im Strafvollzugsdienst, beim Zoll, in der Forstwirtschaft, bei der Finanzverwaltung und bei der Polizei. Auch Lehrer und Erzieher sind rar und im Gesundheitswesen sind viele Prozesse ebenfalls knapp auf Kante genäht, weil es an Ärzten, Pflegern und Krankenschwestern fehlt. Von den vielen offenen Stellen in der Altenpflege einmal ganz abgesehen.

 

Wie entwickelt sich der Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst?

Tendenz weiter steigend. „Gut 40 Prozent der derzeit im öffentlichen Dienst Beschäftigten erreichen in den nächsten 15 Jahren das pensionsfähige Alter“, heißt es in einer

aktuellen Studie des Innovators Club des Deutschen Städte und Gemeindebundes (DStGB) und der Berliner Unternehmensberatung Publecon. Was das für die nahe Zukunft heißt, hat die Beratung pwc bereits vor ein paar Jahren in einer ihrer Erhebungen hochgerechnet. Dieser zufolge werden dem deutschen Arbeitsmarkt aufgrund des demografischen Wandels bis zum Jahr 2030 rund 3,5 Millionen Arbeitskräfte weniger zur Verfügung stehen als heute.

Mit einem Mangel von 816.000 Fachkräften wird der öffentliche Sektor in zehn Jahren die „Branche“ mit dem größten absoluten Fachkräftemangel sein. Allein 194.000 Fachkräfte werden bundesweit bei den lehrenden Berufen fehlen und 151.000 innerhalb der öffentlichen Verwaltung – also in den wesentlichen Kernbereichen des öffentlichen Dienstes.

 

Warum ist der öffentliche Dienst besonders vom Fachkräftemangel betroffen?

Die Herausforderung: Die Jobs im öffentlichen Dienst sind stark personenbezogen und können nicht einfach an die Technik oder Computer ausgelagert werden. In der Industrie ist das schon wieder etwas anderes. Hier kann der Fachkräftemangel durch eine stärkere Technisierung und Digitalisierung zumindest etwas abgefedert werden.

„Das Problem ist inzwischen weitgehend bekannt und auch von Seiten der Politik grundsätzlich anerkannt. Der vorgesehene Haushalt für 2020 greift dieses Problem mit gewissen Schwerpunktsetzungen auf, allerdings nicht mit der gebotenen Konsequenz“, kritisiert der hessische dbb-Landesvorsitzende Heini Schmitt.

 

Was sind die Folgen des Fachkräftemangels im öffentlichen Dienst?

Langfristig verzögert der Personalmangel im öffentlichen Sektor nicht nur bürokratische Vorgänge. In bestimmten Bereichen kann er auch gefährlich werden. Dann etwa, wenn Krankenhäuser Patienten nicht mehr angemessen versorgen können, weil es an helfenden Händen fehlt oder wenn die Polizei aus dem gleichen Grund nicht mehr für Recht und Ordnung sorgen kann. Und wie ist es erst um die Bildung unseres Nachwuchses bestellt, wenn auf lange Sicht Lehrer und Erzieher fehlen?

„Der einzige Ausweg: Arbeitgeber im öffentlichen Dienst müssen in der Personalbeschaffung alle Hebel in die richtige Richtung umlegen. Mit der richtigen Personalgewinnungsstrategie können Betriebe schon heute dafür sorgen, dass die Lücke in den kommenden Jahren nicht zu weit auseinander klafft“, sagt Steffen Günder, Sales Director bei Monster. „Manche Behörde bildet deshalb bereits über Bedarf aus und setzt bei der Kandidatensuche ihre Vorzüge, die im öffentlichen Dienst durchaus vorhanden sind, in modernen Kampagnen zielgerichtet ins rechte Licht.“

Günder meint hier Benefits wie flexible Arbeitszeiten, Aus- und Weiterbildung, Vorgesetzten-Mitarbeiter-Gespräche, leistungsorientierte Entlohnung oder Sabbaticals. „Die wichtigste strategische Ausrichtung besteht jetzt darin, den öffentlichen Sektor als den attraktiven Arbeitgeber darzustellen, der er ist“, schlussfolgert er.

 

Kreativ gestaltete Anzeigenkampagnen

Günder empfiehlt Arbeitgebern aus dem öffentlichen Dienst, die eigenen Vorzüge in kreativ gestalteten Anzeigenkampagnen besonders herauszuarbeiten. Hierfür bieten sich Landingpages an – der große Bruder der Stellenanzeige sozusagen. „Diese Landingpages sind aufgebaut wie eine kleine Karriereseite, verfügen über gliedernde Reiter und bereiten gegenüber Bewerbern anschaulich auf, was sie bei einem Arbeitgeber erwartet. Dazu können neben Texten auch Bilder, Videos und Grafiken eingebettet werden. Das Design ist luftig und modern“, erläutert Steffen Günder.

Genau diesen Weg hat die Justizbehörde Hamburg eingeschlagen. Mit Erfolg! Weil sich der Arbeitgeber mit seiner Landingpage massiv von klassischen Stellenanzeigen abhob, erhielt dieser schon kurz nach der Veröffentlichung hochwertige Bewerber. Vor allem bot die Landingpage dem Arbeitgeber den Platz, um mit gängigen Vorbehalten gegenüber der Arbeit im Justizvollzug aufzuräumen.

 

Öffentlicher Dienst: Kandidaten mit den richtigen Argumenten begeistern

„Arbeiten im Justizvollzug wird mit Gefahr und Gewalt gleichgesetzt. So wird es häufig im Fernsehen in Krimis dargestellt. Das hat das Bild in der Öffentlichkeit stark geprägt, wie wir bei Absolventenmessen in der Vergangenheit immer wieder erlebt haben“, sagt Dirk John, Projektkoordinator der Justizbehörde Hamburg. „Es kann vorkommen, dass wir von jungen Menschen angesprochen werden, die vermuten, dass wir für eine Ausbildung bei der Polizei werben. Sobald das Stichwort Justizvollzug fällt, erlischt das Interesse.“

Diesen Vorbehalten, die häufig auf Fehlinformationen über unser Berufsbild beruhen, wollte die Behörde in ihrem Recruiting begegnen und zeigen, dass Justizvollzugbeamte einen sehr spannenden Beruf in einem nicht alltäglichen Umfeld bekleiden. „Wir sperren nicht nur weg, sondern resozialisieren. Wir begleiten Gefangene Stück für Stück zurück in einen geregelten Alltag mit festen Strukturen. Das setzt eine fundierte Ausbildung voraus, die neben Recht und Sicherheit auch die Themenbereiche Psychologie und Sozialpädagogik umfasst.“

Die Justizbehörde Hamburg ist einer von vielen Arbeitgebern im öffentlichen Dienst, denen Monster helfen konnte, Kandidaten für sich zu begeistern. Sie sind Arbeitgeber im öffentlichen Dienst und möchten sich in ihrer Recruiting-Strategie unterstützen lassen? Wir sind gerne an ihrer Seite! Mit unseren Lösungen und unserer Expertise bringen wir Tag für Tag die passenden Kandidaten mit Arbeitgebern zusammen.

Seit 25 Jahren arbeitet Monster an der Transformation der Personalbranche und stellt Services und Technologien zur Verfügung – für ein hochmodernes Recruiting in unserer Jobbörse, per App, im gesamten World Wide Web und in den Sozialen Medien. Wir unterstützen Sie auch gerne bei der Texterstellung für Ihre perfekte Stellenanzeige. So ist das richtige Talent nur einen Mausklick entfernt. Kontaktieren Sie uns jederzeit gerne!