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Karrierenetzwerke im Internet

Karrierenetzwerke im Internet


Kontakte in Social Media ordnenJeder vierte Deutsche ist auf Facebook zu finden, denn dort haben sich seit 2004 rund 750 Millionen Menschen angemeldet, davon 18,6 Millionen in Deutschland. Doch beim Rekrutieren kommunizieren Unternehmen und Bewerber aneinander vorbei, denn bisher wurde Facebook vor allem privat genutzt.

 

Mehr Einstellungen aufgrund von Social Media


In den USA geht der Trend schon jetzt verstärkt zum Social Media Recruiting. Durch Empfehlungssysteme steigt die Qualität der Bewerber: Amerikanische Unternehmen stellten 2011 zehn Prozent der Kandidaten auf Grund von Empfehlungen aus sozialen Netzen ein. Bewerber aus den klassischen Kanälen wurden nur zu einem Prozent eingestellt. Der Mechanismus ist bekannt: Von Mitarbeitern empfohlene Bewerber wurden auch früher schon häufiger eingestellt.


Für Personaler und Recruiter spielen soziale Netzwerke eine immer größere Rolle, da sie auf Grund der hohen Reichweite einen zusätzlichen Kanal bieten, um geeignete und qualifizierte Kandidaten zu finden. Ein weiterer Vorteil: Die Personalsuche in sozialen Netzen ist kostengünstig. Zusätzlich erreichen Unternehmen über Netzwerke auch Kandidaten, die nicht aktiv nach Jobs suchen

Entweder Karrierenetzwerk oder privates Netzwerk?


Für berufliche Kontakte gab es bisher vor allem die großen Karrierenetzwerke wie Xing oder LinkedIn, während Facebook privat genutzt wurde. Diese Zweiteilung beginnt allmählich zu verwischen. Facebook-Applikationen wie BeKnown nutzen die Vorteile des bestehenden Netzwerks, bieten jedoch eine strikte Trennung von privaten und beruflichen Kontakten. 

Die Vergangenheit: Xing und LinkedIn

Diese Beiden kennt man: das amerikanische Netzwerk LinkedIn und sein deutsches Pendant Xing. Sie sind die Klassiker unter den Karrierenetzwerken, beide Plattformen wurden bereits 2003 ins Internet gestellt. Nach nur einem Monat hatten sich 4.500 Mitglieder bei LinkedIn angemeldet. Inzwischen kommen jede Woche etwa eine Million Neuanmeldungen aus aller Welt hinzu. Heute zählt die Plattform mehr als 100 Millionen Mitglieder aus über 200 verschiedenen Ländern und Regionen. 

Im internationalen Vergleich liegt das amerikanische Unternehmen damit deutlich vor der Hamburger Xing AG, die mit 10,8 Millionen Mitgliedern nur gut ein Zehntel davon vorweisen kann. Im deutschsprachigen Raum allerdings ist Xing führend: 4,7 Millionen Anmeldungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen knapp einer Million Mitgliedschaften bei den Amerikanern gegenüber.

Ähnliche Grundfunktionen 


Die Grundfunktionen der beiden großen Karrierenetzwerke unterscheiden sich kaum: Unternehmen, Freiberufler und Arbeitnehmer können Profile einrichten, mit denen sie sich im Internet präsentieren. 

Karriereprofil

Das Profil gibt Auskunft über Ausbildung, Qualifikationen und ehemalige sowie aktuelle Arbeitgeber oder über das Unternehmen. Firmen und Privatpersonen können so nach Aufträgen, Kunden, neuen Mitarbeitern oder Jobs suchen. 

Gruppen

Zudem bieten beide Plattformen die Möglichkeit, sich in Gruppen zu organisieren und zu vernetzen. Das können regionale oder branchenspezifische Gruppen sein, über die schnell Kontakte aus relevanten Bereichen zustande kommen. 

Anzeigenfunktion

Unternehmen und Recruiter, die nach geeigneten Bewerbern für eine offene Stelle suchen, können gezielt Anzeigen im Netzwerk schalten oder über die Suchfunktion mit verschiedenen Filtermöglichkeiten nach qualifizierten Kandidaten suchen

Konkurrenzlos: Der Branchenriese Facebook

Facebook wird in Zukunft ein immer wichtigerer Markt für Recruiter und Personalverantwortliche werden. Zum einen ist es eines der wenigen noch immer wachsenden Netzwerke, das allein 2010 im Bereich der Neuanmeldungen ein saftiges Plus von 77 Prozent verbuchen konnte. Zum anderen bietet es Zugang zu Bewerbern aus nahezu allen Altersgruppen, Ausbildungsniveaus und Einkommensstufen.

BeKnown: Die Zukunft der Karrierenetze

Seit gut einem Jahr halten mit Beknown und BranchOut die professionellen Business-Netzwerke auch auf Facebook Einzug. Das Karriereportal Monster launchte im Sommer 2011 die Facebook-Anwendung BeKnown. Kurz nach dem Start hatte das mehrsprachige Angebot bereits mehr monatliche Nutzer als LinkedIn im ersten Monat.

Saubere Trennung von privaten und beruflichen Kontakten

Dienste wie BeKnown bieten die Möglichkeit, sowohl private als auch geschäftliche Kontakte in Facebook zu verwalten. Die Funktionen der beiden Plattformen ähneln denen von Xing und LinkedIn. Nutzer und Unternehmen können auch hier Profile erstellen, um sich im Netzwerk zu präsentieren.

Private Kontakte lassen sich mit Hilfe von BeKnown sauber von Arbeitgeber und Kollegen sowie anderen Geschäftskontakten trennen. Die Applikation bietet hierfür ein gesondertes Netzwerk im bestehenden Facebook-Netzwerk. So können die Nutzer sich wie in den bekannten Karrierenetzwerken vernetzen, die beruflichen Kontakte haben jedoch keinen Zugriff auf das private Profil.

Ein Netzwerk für alle Kontakte

Bestehende Kontakte können aus anderen Quellen wie dem E-Mail-Adressbuch, aber auch aus anderen Karriereportalen wie LinkedIn importiert werden. BeKnown erlaubt zudem den Import von Kontakten und persönlichen Daten. So können die Nutzer ihren Lebenslauf aus einem bestehenden Bewerberprofil von Monster Worldwide übertragen. Auch Kontakte, die kein Profil auf Facebook besitzen, können dem eigenen Netzwerk hinzugefügt werden.

Wachstum wahrscheinlich

Da 97 Prozent der Fortune-500 Unternehmen bereits über Monster Worldwide nach Bewerbern suchen, wird BeKnown voraussichtlich noch deutlich wachsen. Dass die Applikation als einziges Karrierenetzwerk auch auf Deutsch und in 18 weiteren Sprachen verfügbar ist, macht sie für die regionalen Märkte weltweit besonders interessant.

Für die Nutzer käme der Vorteil hinzu, alle Kontakte in auf einer Plattform verwalten zu können. Wenn Karriere-Applikationen wie BeKnown in den kommenden Jahren ebenso stetig wachsen wie Facebook, könnten sie eine Alternative zu den bestehenden Netzwerken werden. 

(Max Koeppel, Oktober 2011 / Bild: morganimation)